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Microsoft nutzt Googles Web-Cookie-Affäre für sich

Vor Kurzem erst wurde bekannt, dass der IT-Riese Google die Sicherheitseinstellungen des mobilen Browser Safari vorsätzlich umgangen hatte, um den Kunden, eigenen Aussagen nach, den vollen Funktionsumfang ihrer Dienstleistung zu ermöglichen (Bericht). Diese Situation nutzt nun Microsoft für sich, und kritisiert sowohl Googles als auch Apples vorgehen in Bezug auf Privatsphäre und Internetsicherheit.

In die Diskussionen um die von Google unter dem iPhone-Browser iOS gesetzten Tracking-Cookies, mischt sich nun auch Microsoft ein, und wirbt aus diesem Anlass für ihren eigenen Browser. Der Auslöser für diese Debatten war ein vom Wall Street Journal veröffentlichter Artikel mit dem Titel “Googles iPhone-Tracking“.  So schreibt Ryan Gavin, General Manager for Internet Explorer Business and Marketing bei Microsoft, in seinem Blog:

Neu ist hier, dass Google offenbar die in Apples Safari-Browser eingebauten Datenschutzvorkehrungen vorsätzlich und letztlich erfolgreich umgangen hat.
Falls Sie ein solches Verhalten alarmierend finden und Ihre vertraulichen Informationen schützen wollen, bekommen Sie mit dem Windows Internet Explorer den Browser, der Ihre Privatsphäre respektiert”.

Mit seinem Blog nimmt der Microsoft Manager allerdings nicht nur Googles Trackingvofall aufs Korn, sondern auch Cupertino, die man offensichtlich so leicht ausspielen konnte. Im Internet Explorer könne der Kunde selbst entscheiden, wie der Browser mit Cookies umgehen soll. Was dem Manager allerdings in seinem Post vergessen zu haben scheint, ist zu Erwähnen, dass es weder unter iOS noch unter  Mac OSX den Explorer überhaupt gibt. Das macht die Empfehlung daher recht irrelevant.

Der Suchmaschinenexperte John Battelle hingegen, scheint in dieser Rangelei der großen IT-Unternehmen beim besten Willen keinen Unschuldigen zu finden: Von Microsofts hoffentlich scherzhaft gemeinter Empfehlung mal abgesehen, lässt sich Google sicherlich ein Strick aus der Vorsätzlichkeit beim Umgehen der Cookie-Sperren drehen. Doch auch nach Kalifornien  stellt er die Frage: “Warum hat es Apple wohl für werbefinanzierte Unternehmen wie Google unmöglich gemacht, das zu tun, was branchenüblich ist im offenen Web?” Damit zeige sich, dass auch Apple eher seine eigenen Interessen als den Datenschutz im Sinn hat, auch wenn es sich derzeit als Opfer darstellt.

Wer gelernt hat das Internet jederzeit mit etwas Humor aufzufassen, kann hier beobachten, wie sich auch Milliardenunternehmen noch in einer Rangelei verfangen können. Denn Schuld oder Unschuld braucht man bei einer (bestenfalls) Kissenschlacht zwischen solchen Riesen wahrscheinlich wirklich nicht zu suchen. Und wer das nicht gelernt hat, nimmt demnächst am Besten Firefox.

Quellen: ZDNet / Ryan Gavins (Microsoft) Blog (engl.) / John Battelles Blog (engl.)

Weiterführendes: Firefox

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