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Kritik von iFixit und Greenpeace an dem EPEAT Gold Rating des MacBook Pro mit Retinadisplay

Einige von euch werden sich an das hin und her zwischen Apple und EPEAT erinnern. Erst verzichtete Apple wegen des MacBook Pro mit Retinadisplay im Juli auf das Umweltzertifikat, nur um wenig später bekanntzugeben, man arbeite wieder mit EPEAT zusammen.  Wenig später erhielt auch das MacBook mit Retinadisplay das begehrte EPEAT Gold Rating.  Nun wurde der Bericht über die Untersuchung veröffentlicht, die zur Einordnung des MacBook Pro mit Retinadisplay und verschiedener Ultrabooks in das Gold Rating führte. Unter den Reaktionen auf den Bericht waren auch kritische Stimmen, so zum Beispiel von Greenpeace oder einem der Profischrauber von iFixit.

Aufweichung des EPEAT-Standards

EPEAT – das steht für Electronic Product Environmental Assessment Tool und ist ein Siegel, das grob gesagt die Umweltverträglichkeit von Elektronikprodukten unter besonderer Beachtung ihrer Recyclebarkeit prüft. Dem MacBook Pro mit Retinadisplay wurde dieses Siegel Mitte des Jahres verweigert, da es unter anderem nicht mit einer Richtlinie übereinstimmte, die besagt, dass alle größeren Komponenten mit der Hand oder herkömmlichen Werkzeugen austauschbar sein müssen. Das MacBook Pro mit Retinadisplay entspricht in seiner Bauweise nicht dieser Richtlinie.

Genau diese Richtlinie scheint nun aber aufgeweicht geworden zu sein. Auf einmal bezeichnet das EPEAT-Gutachten den propriäteren Pentalobe-Schraubenzieher, der zur Öffnung des MacBook Pro mit Retinadisplay notwendig ist, als „allgemein erhältliches Werkzeug“ und den Anschluss eines externen USB-Laufwerkes an das MacBook als Update. Damit schafft EPEAT einen Weg, um auch dem MacBook Pro mit Retinadisplay das begehrte Gold-Siegel zu verleihen.

Kritik von Greenpeace und iFixit

Genau diese Erweichung der Richtlinien ist es, die nun in der Kritik steht. Die Umweltorganisation Greenpeace bemängelte in einem Blogpost, die Entscheidung von EPEAT, auch Computer mit schwer zu ersetzenden Batterien in das Rating zu lassen, dazu führen werde, dass weniger recyceled wird und mehr e-Waste entsteht.

Auch iFixits Kyle Wiens äußerte sich negativ über die Entscheidung von EPEAT. Er nannte sie einen klaren Fall vom „Grünwaschen“ eines Produktes. Er bemängelt vor allem die Tatsache, dass Richtlinien, die für das Zertifikat eingehalten werden müssen essentiell umgangen werden.  Durch „Wortklauberei“ wird das MacBook Pro geradezu durch die Richtlinien hindurchgezwängt.

Wiens bringt seine Kritik an der Entscheidung auf den Punkt:

Apple’s MacBook Pro with Retina display is not repairable, it’s not upgradeable, and it’s not easy to disassemble for recycling. But it is EPEAT Gold. The Product Verification Committee’s decision essentially greenwashes the Retina.

Er führt an, dass die iFixit-Schrauber (denen es wirklich nicht an Erfahrung mangelt) eine Stunde lang vergeblich versuchten, die Batterie aus dem Gehäuse des Retina-MacBooks zu lösen, ohne sie dabei zu beschädigen. Ein solcher Computer sollte seiner Ansicht nach kein Zertifikat für gute Recyclebarkeit erhalten.

Der Trend zur Wegwerfgesellschaft

Wiens führt weiterhin aus, dass diese und ähnliche Entwicklungen nicht neu für Apple sind. iPods geben gerne mal kurz nach Ablauf der Garantiezeit den Geist auf, und Batterientausch ist häufig derart aufwending oder kostspielig, dass der Kunde versucht ist, einfach ein neues Produkt zu kaufen.

Ganz Unrecht hat er nicht, allerdings sei der Fairheit halber gesagt, dass dies nicht nur bei Apple der Fall ist. Wir entwickeln uns in Richtung einer Wegwerfgesellschaft, und diese Entwicklung ist bedenklich. Standards wie EPEAT sollen dazu dienen, dieser Entwicklung entgegenzuwirken. Dies können sie allerdings nicht, wenn derartige Gelegenheiten, klare Linien zu ziehen verpasst werden. Die Kritik an der Entscheidung von EPEAT ist deshalb durchaus gerechtfertigt. Es geht um die Integrität des Siegels. Zumal sich das Retina MacBook auch ohne das Zertifikat gut verkaufen würde.

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5 Kommentare

  1. Ach Greenpeace…
    Sollen lieber Bäume knutschen statt sich mit Dingen zu beschäftigen, mit denen sie sich nicht auskennen.

  2. Ich glaube, Greenpeace vergisst bei der Kritik, dass kaum jemand einen Apple-Rechner entsorgt. Jedenfalls nicht in so kurzer Zeit, wie Windows Rechner. Apple Rechner werden weiter verkauft oder in der Familie vererbt.

  3. Bitte haltet eure Kommentare sachlich, es gibt keinen Grund, andere User zu beleidigen.

  4. wer hat das denn hier bitte getan?

  5. Die, die ich gelöscht habe :D