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iPhone 5: Neues Apple-Smartphone verhindert Verbesserung der Arbeitsbedingungen bei Foxconn

Apples iPhone 5 wird bekanntlich vom taiwanischen Großkonzern Foxconn produziert, der nicht nur für den IT-Konzern aus Cupertino, sondern auch für zahlreiche weitere Unternehmen fertigt. In der Vergangenheit wurde Foxconn zuhauf stark kritisiert, da die gegebenen Arbeitsbedingungen für die Angestellten oftmals menschenunwürdig sein sollen. Daraufhin traf vor allem auch Apple diese Kritik, sodass der iPhone-Hersteller die Fair Labor Association (FLA) beauftragte, unabhängige Studien zu den angeblichen Bedingungen bei Foxconn zu erstellen. Jene Untersuchungen bestätigten dabei die Befürchtungen der Medien und Arbeitsschützer Chinas. Allerdings bekundeten die Experten, dass Foxconn bereits auf einem guten Weg sei, die beanstandeten Probleme beheben zu wollen. Die gemeinnützige Organisation Economic Policy Institue (EPI) meldet nun allerdings, dass die FLA diesen Zustand bei Foxconn beschönigen würde.

So führte das EPI nun ebenso eigenständige Kontrollen bei Foxconn durch und konnte die Ergebnisse der Studie der Kollegen der FLA nicht bestätigen. Ein Wandel der arbeitsrechtlichen Verstöße sei demnach nicht erkennbar. Gleiches trifft zudem auf die Einkommen zu, die sich nicht positiv für die Arbeitnehmer verändert haben sollen. Vielmehr sei dies auch nicht möglich, da Foxconn unter den massiven Druck steht, so viele Einheiten des iPhone 5 wie nur möglich produzieren zu müssen. Die hohe Nachfrage nach dem Apple-Smartphone der sechsten Generation sei nämlich ein Grund dafür, dass Foxconn die Optimierungen, die die FLA bekundete, nicht durchführen könne.

Keine Lohnzahlungen und Zwang zu Überstunden

Die Organisation EPI berichtet weiterhin, dass Foxconn noch immer der nunmehr traditionellen Politik in Bezug auf die Arbeitnehmer treu bleibt und des Öfteren Lohnzahlungen zurückhält und diese erst im Nachhinein deutlich später tätigen soll. Zudem ist die Rede vom Zwang zum Ableisten von Überstunden für sehr viele Arbeiter. In den Zeiten der Massenfertigung des gefragten Smartphones von Apple ist diese Maßnahme für uns nicht überraschend.

Die FLA berichtete im Sommer 2012 bereits von deutlichen Fortschritten von Foxconn. Vor allem das Segment des Gesundheitsschutzes wurde dabei als Beispiel genannt. Damals berichtete die FLA auch von Kürzungen der wöchentlichen Maximalanzahl an Arbeitsstunden von 60 auf 40, ohne dass dabei die Gehälter der Arbeitnehmer reduziert werden müssen. Laut der EPI sei dies allerdings noch immer nicht konsequent der Fall.

Zusammenfassend ist festzustellen, dass die Verbraucher der ganzen Welt für die hohe Nachfrage nach dem iPhone 5 sorgen und demnach auch indirekt an den aktuellen Fehlentwicklungen bei Foxconn verantwortlich sind. Apple äußerte sich bis dato nicht zu dem Bericht der EPI und wird es mit einer hohen Wahrscheinlichkeit auch nicht tun. (via)

Was meint Ihr dazu? Habt Ihr einen Lösungsvorschlag für das Foxconn-Problem? Schreibt uns doch einen Kommentar.

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2 Kommentare

  1. Schon komisch. Apple ist Schuld wenn der Auftragsfertiger es nicht schafft den von ihm angenommenen Auftrag zu packen und deswegen die Arbeitnehmer bei selbigen darunter leiden müssen während die Manager und Eigner sich das goldene Händchen reiben.
    Mal abgesehen das Apple nun wirklich nicht der einzige Kunde dieses Produktionsdienstleisters ist und somit auch alle anderen Kunden des Unternehmens in der Verantwortung stehen müssten.

  2. Was funktioniert besser als ein erfolgreiches Unternehmen zum grundsätzlichen Sündenbock und den Verbraucher zum Deppen der Nation zu machen? Apple ist Schuld an Chinas Poltik, an der Wirtschaftslage, an unzufriedenen Usern, an langen Lieferzeiten, an Qualitätsanspruch der ja zuviel Arbeitsbelastung darstellt und wahrscheinlich auch dafür, wenn in China ein Sack Reis umfällt. Den meisten Menschen muss man doch erst erklären, für welche Firmen Foxconn noch herstellt, weil immer und überall nur Apple erwähnt wird.

    Ach ja und der Verbraucher. Natürlich schuld, wenns der Verkäuferin bei Lidl schlecht geht, wenn in China bei einem Kik-Zulieferer Mitarbeiter in Flammen sterben und Foxconn. Wenn aber nun Foxconn wegen Auftragsentzug zumacht, dann ist wieder Apple und der Verbraucher schuld. Ich frag mich nur, wem wir eigentlich die Schuld geben, wenns uns schlecht geht.

    Sorry – ich lebe in Europa. Das ist nicht mein Verdienst, aber es ist auch nicht meine Schuld. Ich arbeite für mein Geld und ich kaufe mir davon die Dinge die mir gefallen. Und das tue ich ohne schlechtes Gewissen und entsprechend meinen Möglichkeiten (wenn ich keinen Aufpreis für Fairtrade Kaffee zahlen kann, dann kaufe ich billigeren – wenn ich es mir leisten kann, bin ich gerne auch mal ein Gutmensch) Und ob ich ein IPhone kaufe oder nicht, davon ändert sich vielleicht die Tatsache ob der Foxconn Mitarbeiter morgen noch überhaupt einen Job hat, aber bestimmt nichts an den chinesischen Arbeitsgesetzen. Und garantiert fühle ich mich deshalb nicht schlecht.

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