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Telekom Datendrossel: Bundeskartellamt prüft Folgen und äußert Bedenken

Über den Stand der Datendrosselung der deutschen Telekom haben wir zuletzt hier und hier berichtet. Nun bezog Andreas Mundt, der Präsident des Kartellamts, gestern Stellung gegenüber der F.A.Z. Kernaussage des Statements ist, dass die Telekom mit ihrem Vorhaben der Datendrosselung vor allem kleineren Inhaltsanbietern Steine in den Weg legen würde und somit den Wettbewerb behindert. Desweiteren wurde bisher aber noch kein Verfahren in die Wege geleitet.

„Wenn die Telekom Inhalteanbietern erlauben will, sich von einer Datendrosselung freizukaufen, hat dies möglicherweise Folgen für den Wettbewerb“

, so Andreas Mundt gegenüber der F.A.Z.

Die starke Marktposition der deutschen Telekom, die immerhin bei ansehnlichen 45 Prozent liegt, könnte vor allem für kleinere Anbieter mit der Einführung der Datendrosselung noch größere Auswirkungen haben. Der „Freikauf“ von der Datendrosselung ist schließlich mit Mehrkosten verbunden.

„So könnten erhebliche Marktzutrittsschranken entstehen, wenn kleine Anbieter nicht in der Lage sein sollten, sich eine prioritäre Behandlung zu erkaufen.“

„Ein Grundrecht auf Flatrates für schnelles Internet“ geht dem Präsidenten des Kartellamts allerdings zu weit. Die Telekom soll sich zunächst erklären und sich einen tieferen Einblick in die Vorhaben der Telekom verschaffen. Genauer geprüft werden auch die Optionen, welche Drittanbietern eingeräumt werden könnten um die Datendrosselung zu vermeiden. Dass manche Telekom-Kunden alsbald mehr Geld zahlen sollen, scheint das Kartellamt nicht als all zu problematisch einzustufen. Schließlich sei es legitim dass von Intensivnutzern mehr Geld verlangt wird als von Normalnutzern. Vielmehr wird die Netzneutralität in Deutschland wohl recht bald auch politisch einen höheren Stellenwert einnehmen.

Das Kartellamt wartet nun also auf die Berichte der Telekom. Bisher wurde laut F.A.Z. Artikel die ganze Problematik nur „grob umrissen“.

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Ein Kommentar

  1. Was die Netzneutralität angeht, denke ich auch, dass hier massive Probleme auf die Telekom zukommen müssen. Denn ich kann meinen Kunden doch nicht vorschreiben, wo sie gratis suchen dürfen und wo sie für Infos Geld bezahlen müssen, weil die Volumina, die dort verbraucht werden, gesondert berechnet werden. Kann nur hoffen, dass sich hier noch einiges tut.