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mytaxi: Wenn App-Entwickler gierig werden

Die App myTaxi wurde von einem deutschen Startup programmiert und ist inzwischen in 6 Ländern verfügbar. Zehn Millionen Downloads konnte die App in den letzten 4 Jahren verzeichnen. Das Prinzip ist einfach: Der Nutzer kann über die App ein Taxi bestellen. Der Auftrag wird an einen in der Nähe befindlichen Fahrer vermittelt, der den Fahrgast bedient. Die Entwickler planen nun, in Kürze von einer fixen Provision seitens der Fahrer zu einem Auktionsmodell zu wechseln.

Nutzung für Fahrer wird teurer

Bisher zahlten die Fahrer pro vermittelten Auftrag eine Provision von 79 Cent an die Entwickler von mytaxi. Dies soll sich in Zukunft ändern. Statt der bisherigen festen Provision möchten die Entwickler zu einem Auktionsmodell wechseln.

Zu diesem Zweck haben sie einen neuen Algorithmus entwickelt. Bisher waren für die Frage, an welchen Fahrer der Auftrag vermittelt wird, vor allem zwei Faktoren entscheidend: Die Nähe zum Fahrgast sowie die Bewertungen des Taxis. Nun kommt aber ein dritter wichtiger Faktor hinzu. Wenn ein Taxi angefordert wird, bietet die App diesen in Zukunft mehreren Fahrern an. Diese können dann mittels eines Schiebereglers einen Wert zwischen 3 und 30 Prozent des Fahrpreises als Provision für mytaxi festlegen. Fahrer, die eine hohe Provision bieten, werden von der App natürlich bevorzugt behandelt.

Eine Folge dieses Schrittes liegt auf der Hand. Für die Fahrer dürfte die Nutzung von mytaxi teurer werden, da sie sich in Zukunft bei der Provision gegenseitig überbieten müssen. Sven Külper, einer der Gründer von mytaxi, sagte gegenüber TechCrunch, dass das Unternehmen eine Durchschnittliche Provision in Höhe von 10 Prozent des Fahrpreises erwartet. Dies dürfte im Schnitt über den bisher üblichen 79 Cent liegen.

Die Folgen für den Fahrgast werden sich noch zeigen

Nicht so klar sind die Folgen für den Fahrgast. Es ist jedoch davon auszugehen, dass der zusätzliche Faktor innerhalb des Algorithmus von mytaxi zu einer längeren Wartezeit führen wird.

Nach Aussage von Külpers wird mytaxi sich vorsichtig an die perfekte Balance herantasten: “Es handelt sich um eine delikate Sache, und die richtige Balance zu finden wird ein Lernprozess sein. Wir werden auf jeden Fall sehr vorsichtig vorgehen, die gebotene Provision wird vorerst nicht am ranghöchsten innerhalb unseres Algorithmus agieren. Wir werden Distanz und Qualität des Taxis vorziehen. Wenn wir erste Ergebnisse sehen, werden wir das eventuell anpassen.

mytaxi sieht Vorteile in dem System

Die Entwickler selber sehen in dem Auktionssystem vor allem für die Fahrer Vorteile. Zusätzlich zu dem Fakt, dass die Qualität des Taxis bisher schon eine Rolle spielte, kommt jetzt eine Preisflexibilität hinzu, die es erlaubt, die gebotene Provision an die Nachfrage anzupassen. Niedrige Nachfrage wird dabei in hohen Provisionen resultieren und andersrum. Die App wird den Fahrern die momentan in ihrer Gegend durchschnittlich gebotene Provision anzeigen, um ihnen so eine Orientierungshilfe anzubieten.

Ob sich das Modell durchsetzen wird, bleibt abzuwarten. Der App Store bietet mehr als genug Alternativen, wie beispielsweise Taxi Deutschland oder taxi.eu.


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