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Samsung wartete bis zum Tod von Steve Jobs, um Apple zu attackieren

In den USA läuft momentan das zweite große Verfahren zwischen Apple und Samsung. Wie auch im letzten Jahr geht es um viel Geld. Samsung wurde bereits im vorherigen Verfahren zu einer Zahlung von über 900 Millionen Dollar verurteilt, und die Forderung in dem aktuellen Verfahren sind noch höher. Im Laufe der Verhandlungen kommen immer wieder interne Dokumente ans Tageslicht. In einer E-Mail identifizierten führende Mitarbeiter von Samsung den Tod des Apple-Gründers Steve Jobs als den perfekten Moment, um gegenüber Apple zum Angriff überzugehen.

Google nutzen, um Apple anzugreifen

Kurz nachdem Apple im Oktober 2011 das iPhone 4s ankündigte, gab es zwischen hochrangigen Angestellten von Samsung Telecommunications Amerika eine Diskussion über das neue iOS und die neue Hardware von Apple. Als Referenz diente ein Vergleich von Fierce Wireless, der das Samsung Galaxy S II, Motorolas Droid Bionic (beide mit Android 2.3), BlackBerrys Bold (BlackBerry OS 7) und das HTC Titan mit Windows Phone 7.5 gegenüberstellte.

Michael Pennington, der bei Samsung als Vice President of sales operations tätig ist, schlug in diesem Zusammenhang vor, Samsung solle “Google nutzen”, um gegen Apple vorzugehen.

Am Tag darauf verstarb Steve Jobs, Apple und die Familie gaben den Tod kurz darauf bekannt.

Apple profitierte von dem Tod von Steve Jobs, es ist Zeit zum Angreifen

Wenige Tage später, am 7. Oktober, begannen die Vorbestellungen des iPhone 4s. Pennington schrieb kurz später in einer Mail, das die Implementierung von Siri in iOS 5 als Gefährdung von Googles Suchmaschinengeschäft auf iOS. Dieses Phänomen wird als Googles “Burning Platform Issue” beschrieben und tauchte erstmals in einem internen Bericht von Nokia Anfang 2011 auf.

Außerdem fiel in dieser E-Mail der folgende Satz: “Unfortunately, Steve Job’s [sic] passing has led to a huge wave of press coverage of Apple’s and iPhone’s ‘superiority,’ all created by the, ’passionate, tireless, perfectionist…” Pennington fährt fort und erläutert, dass Apple aus dem Tod seines Gründers und ehemaligen CEO einen großen Vorteil zieht, da die Berichterstattung stets die Behauptung impliziert, dass Apples Produkte aufgrund des Status von Steve Jobs als genialer Visionär den Produkten anderer Unternehmen überlegen sind. Die Mail schließt mit den Worten: “Sorry to continue to push this issue, but I have seen this far too long and I know this is our best opportunity to attack iPhone.

Pennington erhielt daraufhin eine Antwort von Todd Pendleton, der für Samsungs Marketing in den USA verantwortlich ist. Pendleton sicherte zu, dass man eine aggressive GSII Kampagne fahren werde, um das iPhone zu attackieren. Dabei sollte dem Verbraucher klar gemacht werden, dass der Mythos über Apples Vorteile beim Ökosystem und den angebotenen Diensten nicht zutreffend sei und wie einfach man als User zu Android wechseln könne.

Samsung schlägt zurück

Samsungs Antwort auf den am folgenden Montag bekannt gegeben Erfolg des iPhone 4S am ersten Wochenende unter anderem mit einem Facebook-Post, indem man das Galaxy S II einem iPhone und einem alten Handy aus den frühen 90ern sowie einem “Dosen-Telefon” mit der Überschrift “Cutting Edge vs. Old school” gegenüberstellte. Und das, obwohl die beiden Smartphones von den Features her nicht so unterschiedlich waren.

Außerdem hat Samsung mit “Global PR Reviews” operiert, die in glühend geschriebenen Reviews in populären Blogs resultierten, was das Unternehmen in einem internen Marketing-Dokument dokumentierte.

Samsung sagte einen “iPhone 5 Tsunami” voraus

Laut NPD Research war das Galaxy SII im folgenden Februar das viertplazierte Smartphone in den USA, nach Apples iPhone 4S, iPhone 4 und iPhone 3GS. In einer Mail aus dem folgenden Sommer (Sommer 2012) schrieb Samsungs Manager Dale Sohn eine Mail, in der er vor dem “Tsunami” warnte, den das iPhone 5 auslösen würde. Pennington antwortete darauf, dass man möglichst schnell erkennen müsse, wie und warum Samsung Kunden von Apple gewinnen könnte und was für Fehler das Unternehmen beim Start des Samsung Galaxy SIII gemacht hatte.

Die entdeckten Mails wurden in dem Prozess als Beweismaterial vorgelegt. Sie dienen sicherlich nicht dazu, Apples Behauptung zu untermauern, Samsung habe das iPhone teilweise kopiert, aber sie zeichnen das Bild eines aggressiv agierenden Unternehmens. Ob und wie sich das auf den Prozess auswirken wird, scheint jedoch fraglich.

 

via Apple Insider

 

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3 Kommentare

  1. Nujaaaa, hätte Samsung bessere Qualität geliefert und günstigere Ersatzteilpreise, dann hätten einige Samsunnutzer nich doch wieder das gute alte Iphone rausgekramt, das komischer Weise immer noch funktionierte. Und nachdem wieder die Möglichkeit bestand dann doch wieder zum neuen IPhone gegriffen haben :) … Aber ca 1 Monat war das Samsung ganz ganz toll^^

  2. Klingt einfach stark nach einer Ausrede von Samsung da sie vorher nichts auf die Reihe gebracht haben…

  3. Aggressive Marketing- und Werbeaktionen sind Gang und Gebe in unserer heutigen Geschäftswelt. Sonst überlebt man nicht. Auch Apple hat damals aggressiv geworben um einen Hype zu erzeugen. Ebenso wie Coca Cola, McDonalds, Mercedes und alle anderen großen Firmen.

    Interessant ist nur, dass mal solche internen Gespräche in der Öffentlichkeit landen.

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