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Streaming-Dienst Spotify startet heute in Deutschland

Endlich! Seit Jahren ist Spotify in Schweden, Frankreich, Großbritannien und vielen weiteren europäischen Ländern ein riesiger Erfolg. Nachdem im Juli letzten Jahren zunächst die Amerikaner und im November dann unsere Nachbarn aus Österreich und der Schweiz in den Genuss unbegrenzter legaler Musik gekommen sind, startet der Dienst nun auch endlich in Deutschland. Offiziellen Angaben zufolge erfolgt der Start so spät, da die deutsche Sprache Probleme bereitet hat. Inoffiziell weiß natürlich jeder, dass eigentlich Verhandlungsschwierigkeiten mit der GEMA hinter dieser Verzögerung stecken. Wie auch immer: wir haben uns das neue Angebot schon vorab angesehen und wollen es euch hier einmal ausführlich vorstellen.

Spotify ist ein Startup aus Schweden, welches Ende 2008 erstmals seine App vorstellte. Nach nur einem halben Jahr erreichte man eine Million Downloads der App.  Laut Axel Bringéus, Direktor für internationales Wachstum, entstand Spotify als Antwort auf die ausufernde Piraterie-Szene, die mit PirateBay den Mittelpunkt in Schweden hatte. Er glaubte daran, dass Leute Piraterie nicht nur nutzen, weil es kostenlos ist, sondern weil es vor allem einfach ist. Doch Spotify wollte noch einfacher werden. Mit dieser Vision wuchs das Unternehmen stetig weiter an und zählt inzwischen 10 Millionen Kunden, 3 Millionen davon zahlend.

Das Preismodell von Spotify ist einfach: Wer es günstig mag, der zahlt nichts. Mit dem kostenlosen Einstiegs-Konto haben alle Nutzer die Möglichkeit, unbegrenzt auf dem PC oder Mac Musik zu hören. Will man nicht etwa einmal in der halben Stunde von Werbung unterbrochen werden, kann man auf Spotify Unlimited wechseln. Für nur 4,99€ kann man einen ganzen Monat lang werbefrei Musik genießen, ohne Einschränkung. Und zu hören gibt es genug: der Musik-Katalog von Spotify umfasst derzeit etwa 16 Millionen Songs. Laut Spotify dauert es über 100 Jahre, die Musik einmal durch zu hören. Mit dem dritten Tarif, Spotify Premium, erkauft man sich für monatlich 9,99€ das Recht, Spotify ohne Einschränkung auf allen Geräten in allen Ländern zu hören. Mit den anderen Konten muss man sich nach 14 Tagen Auslandsnutzung wieder in seinem Heimatland anmelden. Zudem lassen sich die Songs mit in einer Bitrate von 320 kb/s anhören, anstatt nur mit 160 kb/s, wie bei den beiden günstigeren Tarifen. Nur mit Spotify Premium kann man den Dienst übrigens mit der großartigen iPhone-App, oder aber auch allen anderen mobilen Apps für Android, BlackBerry, Symbian, Windows Phone 7 etc. nutzen. Eine eigene Version für das iPad gibt es bisher nicht. Bei Spotify nimmt man das aber gelassen und sagt, dass die iPhone App von Spotify die am meisten heruntergeladene App auf schwedischen iPads ist. Im Hintergrund arbeitet man jedoch mit hoher Priorität an einer iPad-App, heißt es von Chris Maples, Managing Director Spotify UK.

So sieht die iPhone-App aus:

Doch schon der kostenlose Account reicht aus, um die optisch sehr ansprechende App auf dem Mac oder Windows- bzw. Linux-PC zu nutzen. Diese App ist eher als Mittelpunkt des Musikerlebnisses zu verstehen, als nur als reiner Musikplayer. Über die App kann man, ähnlich wie bei iTunes, das mobile Gerät mit musik füllen. Ab dem Premium-Paket ist man übrigens nicht mehr auf eine Internet-Verbindung angewiesen, kann sich seine Lieblingslieder also auch lokal zur Verfügung stellen. „Wir haben von Anfang an gesagt: Musik ist etwas Soziales“, verrät Bringéus dem Focus im Interview. Was er damit meint wird schnell klar, denn die Musik hört man nicht alleine. Die gespielten Lieder lassen sich automatisch auf Facebook posten, sind über eine URL auch für Nicht-Nutzer hörbar. Mit seinen Freunden, die automatisch über Facebook gefunden werden, kann man ganze Playlisten mit nur einem Klick teilen. Damit bringt Spotify die guten alten Mixtapes ins 21. Jahrhundert. Nachteil der starken Integration von Facebook kann es für manche sein, dass man eben dort einen Account benötigt, um überhaupt in den Genuss von Spotify zu kommen.

Das ist Spotify auf dem Mac:

Die umfangreiche soziale Interaktion und die internationale Herkunft positionieren Spotify gleich zum Marktstart über dem heimischen Konkurrenten Simfy. Auch hier hat man 16 Millionen Titel auf Lager, die Preise ähneln sich ebenfalls. Die schiere Größe von Spotify und die perfekte Facebook-Integration machen es in vielen Belangen aber zu einem gefährlichen Konkurrenten. Simfy gab heute mit passendem Timing bekannt, dass man sich in einer aktuellen Finanzierungsrunde Investitionen im Wert von 30 Millionen Euro sichern konnte. Mit 2 Millionen Kunden insgesamt und „eine[r] sehr gesunde[n] Prozentzahl an zahlenden Premiumkunden“ will man schon im kommenden Quartal schwarze Zahlen schreiben. Doch auch Simfy will nach Deutschland, Österreich, der Schweiz und Belgien in weitere europäische Märkte vordringen und dem übermächtigen Spotify Marktanteile strittig machen. Man kann hoffen, dass Simfy nicht das selbe Schicksal ereilt wie StudiVZ, das mit der Verbreitung von Facebook rasant an Besuchern verlor und inzwischen beinahe in der Bedeutungslosigkeit verschwindet. (Wer noch dort angemeldet ist, kann übrigens monatlich 2€ auf Simfy Premium Plus sparen)

Simfy hat derzeit übrigens ein umfassenderes Angebot an deutschsprachiger Musik, als der internationale Konkurrent Spotify.

Spotifiy Premium bekommt man bei der Registrierung über die App 48 Stunden lang kostenfrei zur Verfügung gestellt. Kurz darauf kommt per E-Mail das Angebot, noch weitere 30 Tage zu testen. Das dürfte reichen, um viele neue Nutzer von dem Dienst zu überzeugen.

Kann euch das Modell dieser Streaming-Dienste überzeugen? Zahlt ihr lieber monatlich einen fixen Betrag, als für jeden Song einzeln zu zahlen?

Streaming-Dienst Spotify startet heute in Deutschland
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4 Kommentare

  1. Letztendlich ist es doch nicht meine Musik. Sobald ich das Abo kündige kann ich die Musik nicht mehr hören. Gekaufte Musik kann ich mir mein Leben lang immer wieder anhören.
    Ein klarer Pluspunkt ist die große Vielfalt an Musik die beim Kauf eine größere finanzielle Belastung wäre.

  2. Fragt sich wie oft man dort zudem auf einen Wunschtitel zu lesen bekommt, das die GEMA keine Freigabe erteilt hat. Das ist ja auch bei Youtube ein ständiges Ärgernis, selbst wenn der Titel von den Künstlern selbst auf deren eigenem Channel eingestellt wurde taucht immer wieder der Warnhinweis auf. Es ist einfach lächerlich das diese Verwertungsgesellschaft solch eine Bedeutung bis hin zu zensorischen Zügen haben darf, auf der anderen Seite kassieren sie den Konsumenten ohne Gegenleistung an etlichen Stellen mittels Urheberrechtsabgaben auf Geräte (computer, Brenner) und Trägermedien (Rohlinge). Wann gebietet diesem schädlichen Treiben endlich mal jemand Einhalt?

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