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Review: Coda 2 und Diet Coda: Grandiose Apps mit Startschwierigkeiten

Um Mitternacht gab Panic das langersehnte Update seiner Web-Development-Suite Coda frei. Panic ist ein Urgestein der Mac-Entwickler-Szene und hat sich gleichzeitig super gestalteten als auch sehr funktionalen Apps einen beinahe einzigartigen Ruf in der Mac-Szene erarbeitet. Mit den beiden neuen Programmen macht bleibt man bei den Wurzeln, verbessert wo verbessert werden musste und betritt gleichzeitig wichtiges Neuland mit einer iPad-App.

Coda 2 – All-in-one für den Mac

Die Mac-App Coda 2 bringt neben den Funktionen der ersten Version noch viele zusätzliche Features, die die kleine Software zu einem mächtigen Tool machen. Neben klassischen HTML- oder CSS-Dateien versteht sich Coda auch blendend mit Perl, Python, JavaScript, (My)SQL und diversen anderen Programmiersprachen. Den Code stellt es mit entsprechendem Syntax-Highlighting dar, das für Übersichtlichkeit sorgt und Fehler schneller aufdeckt. Á propos Fehler: In Coda 2 ist erstmals ein Debugging-Modus und ein Validator für diverse Sprachen eingebaut, mit dem man Fehler in den eigenen Scripten aufdecken und beseitigen kann.

Ein großer Vorteil gegenüber dem Vorgänger ist, dass man nun eine Live-Vorschau seiner Seite anzeigen kann, bei der man etwa die Auswirkung von Änderungen von HTML- oder CSS-Anweisungen direkt betrachten kann.

Schreibt man CSS, hilft einem bei der Eingabe von Farben ein automatisch aufpoppender Color-Picker. In einer leeren Zeile bringt die Betätigung der ESC-Taste ein Popup hervor, in dem man diverse CSS-Einstellungen sinnvoll gruppiert auswählen kann.

Wer keine Ahnung von dem hat was hier steht, aber gerne hätte, kann auch über einen Kauf nachdenken. In Coda 2 sind diverse „Bücher“ enthalten, die viele Aspekte der Sprache, wie etwa den Syntax oder die Browserkompatibilität verschiedener Befehle gut erläutern.  Nahezu alle Sprachen, die Coda 2 beherrscht, haben ein eigenes Buch. Während der Eingabe von Befehlen hilft zudem eine optionale Sidebar mit Hilfestellungen bei der Wahl des korrekten Syntax.

Coda 2 versteht sich neben lokalen Dateien auch hervorragend mit FTP, Amazon S3, WebDAV und anderen Servern und übernimmt einen Großteil der Funktionalität von dem Hauseigenen Transmit, welches als eigenständiges Programm angeboten wird.

Mit Coda 2 wird nun auch der Fullscreen-Modus von Lion unterstützt, der Ablenkungsfreies Arbeiten ermöglicht. Schnell wird hier aber auch ein Großer Vorteil von Coda zum Nachteil. Seit 2007 ist Coda auf Ein-Fenster-Bedienung ausgelegt, mit dem Ziel dutzende Fenster wie etwa bei Adobe Dreamweaver zu vermeiden. Das macht auf einem Display Spaß, wer jedoch einen zweiten Monitor besitzt kann keine Teile der App, wie etwa die Live-Vorschau oder das Terminal, auslagern.

Coda ist sowohl im Mac App Store als auch direkt beim Entwickler zu erwerben. Der Preis von etwa 40€ ist ein Einführungspreis für die ersten 24 Stunden und wird im Mac App Store bis heute Nacht 01:00 Uhr halten, auf der Entwickler-Seite bis etwa 07:00 Uhr. Danach erhöht sich der Preis auf knapp 60€, bevor er irgendwann wieder auf den Normalpreis von 80€ steigt. Grund für den geringen Einstiegspreis ist das Fehlen von bezahlten Updates im Mac App Store bzw. die fehlende Möglichkeit, bestehenden Kunden einen Upgrade-Preis anzubieten. Daher profitieren nun alle Nutzer von einem günstigen Einführungspreis.

Die beiden Versionen unterscheiden sich dahingehend, dass die Software von der Entwickler-Seite aufgrund von Apples Restriktionen keinen iCloud-Sync anbieten kann. Dieser funktioniert bisher zwischen mehreren Macs, in Zukunft auch zwischen iPad und Mac.

Auf der Website wird zudem eine 7 Tage lauffähige Demo-Version bereitgestellt.

Diet Coda – Multitalent am iPad

Zusammen mit Coda 2 hat Panic nun auch einen abgespeckten Pendant für das iPad vorgestellt. Neben dem großartigen Namen Diet Coda (angelehnt an Diät Cola, oder „Light“) bietet das kleine Programm einen beeindruckenden Funktionsumfang. Es vereint einen umfangreichen FTP-Client mit einer mächtigen SSH-Konsole und kann gleichzeitig auch, wie der große Bruder, diverse Dateiformate erstellen und ändern.

Das dunkel gehaltene Interface besticht durch gut durchdachte Menüstrukturen und ermöglicht eine schnelle Bedienung, ein helleres Interface wäre trotzdem wünschenswert. Versteckt hinter unauffälligen Schaltflächen finden sich umfangreiche Tools etwa ein Raster zum ändern der Zugriffsberechtigungen. Der Editor kann mit Befehl-Vorschlägen, Suchen und Ersetzen sowie diversen anderen Kleinigkeiten aufwarten, die man sonst nur von Programmen am Computer kennt.

Durch eine zusätzliche Leiste über der normalen Tastatur ist die Eingabe von Code einigermaßen bequem möglich, den vollen Luxus erfährt man jedoch erst durch eine Bluetooth-Tastatur. Ist diese angeschlossen, kann man auf gewohnte Tastenkombinationen wie ⌘ + S (Speichern), ⌘ + Z (rückgängig), ⌘ + X, C, V (Ausschneiden, Kopieren, Einfügen) zurückgreifen. Dank die Pfeiltasten navigiert man schneller durch den Text.

Eine weitere Funktion von Diet Coda ist AirPreview, die Verwendung des iPad als Vorschau-Fenster für die Mac-Version. Befinden sich beide im gleichen WLAN, kann Diet Coda die gewünschte Datei auf dem iPad anzeigen, während man diese auf dem Mac bearbeitet. Änderungen werden auch hier live sichtbar. Hat man das iPad der dritten Generation, also das mit Retina-Display, kann man hier gleich die Auswirkungen der vielen Pixel auf seine Projekte spüren.

Nach kurzer Benutzung kann ich sagen, dass Diet Coda vor allem mit externer Tastatur einen riesengroßen Spaß macht und einen beinahe vollwertigen Code-Editor darstellt. Wie oft in einer ersten Version ist auch diese jedoch noch von zahlreichen kleineren Bugs geplagt, die in den kommenden Tagen und Wochen mit Sicherheit ausgebessert werden. Ein kleiner Bug bei AirPreview sorgt dafür, dass nur eine weiße Fläche angezeigt wird, anstatt der eigentlichen Webseite. Dateien und Ordner sollte man eigentlich umbenennen können, die Tastatur verschwindet jedoch sobald man den ersten Buchstaben tippt. Ärgerlich ist das, wenn man neue Dateien oder Ordner erstellt, diese dann aber nur „untitled Folder“ bzw. „untitled File“ heißen.

Das größte Problem bisher ist, dass die App auf deutschen und französischen iPads unbenutzbar ist. Hat man eine der beiden Sprachen eingestellt, kann man keine Server hinzufügen, was die App somit beinahe unbenutzbar macht. Abhilfe schafft hier nur, das iPad für eben diese Aufgabe auf Englisch zu stellen (Einstellungen > Allgemein > Ländereinstellungen). Danach kann man das iPad wieder auf Deutsch stellen. Der Bug betrifft alle Geräte-Generationen mit allen Firmwares, die Entwickler wissen jedoch bereits Bescheid und werden in den nächsten Tagen ein Update veröffentlichen. Daher sollte dieser Fehler nicht von einem Kauf abhalten.

Wie Coda 2 ist auch Diet Coda noch bis 01:00 Uhr für 50% weniger, also 7,99€ erhältlich. Danach wird der Preis auf 15,99€ steigen, selbst das ist für den gebotenen Funktionsumfang jedoch mehr als gerechtfertigt.

Fazit

Trotz der kleinen Startprobleme stellen Coda 2 und Diet Coda eine grandiose Fortführung der Reihe dar und sind für ambitionierte Webdesigner wie auch Profis unabdingliche Tools. Überraschend ist, wie groß der Funktionsumfang von Diet Coda auf dem iPad ist. Das Argument, das iPad wäre nur ein Spielzeug und nicht zum Arbeiten gedacht, wird mit einem Schlag pulverisiert. Auch wenn man nicht stundenlang auf dem iPad arbeiten möchte, ist dies nun definitiv möglich. Das Zusammenspiel der beiden Apps überzeugt auf Anhieb und bietet diverse neue Möglichkeiten. In der Zukunft wünsche ich mir für Diet Coda noch die Möglichkeit, seine Dropbox zu verwenden. Nicht jeder hat spontan Zugriff auf einen Webserver und kann somit den Hauptbestandteil der App nicht verwenden. Positiv ist anzumerken, dass Coda 2 schon jetzt die Datenspeicherung in der iCloud ermöglicht, welche mit OS X 10.8 Mountain Lion eingeführt werden wird. Sollte iOS 6 ähnliche Funktionalität bieten, erübrigt sich der Kritikpunkt mit der Dropbox wahrscheinlich schlagartig.

Für einen Preis von unter 50€ erhält man hier ein Paar souveräner Apps. Panic gilt als einer der besten Entwickler-Studios in der Szene, man kann also davon ausgehen für mehrere Jahre ab Kauf hochwertige und schnelle Updates zu erhalten (zum Vergleich: Coda 1 existierte für 5 Jahre). Für alle Fälle haben die Entwickler sogar schon jetzt eine Retina-Version von Coda 2 fertig, die schon bald, sollten sich die Gerüchte für die neuen MacBook Pros bestätigen, zum Einsatz kommen könnte.

Coda 2

Diet Coda

Coda 2 - Panic, Inc. Diet Coda - Panic, Inc.
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2 Kommentare

  1. Eine freundliches hallo ans Apfelnews Team ;-)
    Also ich finde es ja klasse das ihr uns immer auf den laufenden haltet… Und das neue Design sieht auch gut aus.. Aber leider bekommt man von der App keine Benachrichtigung mehr :(
    Wo dran liegt das ??
    Kann das sein das die App ein kleines Update braucht ?
    MFG Master

  2. Michael Kammler

    Hi Master, das Problem ist uns bereits bekannt und hängt wohl mit dem neuen Word Press Update zusammen. Unser Programmierer arbeitet bereits an der Problem-Behebung. MfG da Apfelnews Team.