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HealthKit: Gesundheits-Apps können gefährlich für den Nutzer sein

Mit iOS 8 hat Apple das HealthKit vorgestellt, eine Schnittstelle, mit der existierende Fitness- und Gesundheitsapps besser zusammenarbeiten können. Dazu kommt Apples Health-App, mit der sich wichtige Parameter überwachen und dokumentieren lassen können. Ärzte sind von derartigen Apps weniger begeistert. Es fehlt schlicht an einer professionellen Überwachung der zahlreichen Angebote.

Gesundheits-Apps werden mangelhaft kontrolliert

Ärzte benötigen eine jahrelange Ausbildung, bevor sie überhaupt in die Nähe eines Patienten gelassen werden. Dementsprechend betrachten sie die Vielzahl an Apps im Gesundheitssektor mit kritischen Augen. Nach einem Bericht von Wired stellen viele medizinische Apps eine Gefahr für den Nutzer da. Iltifat Husain, der an der Wake Forest University School of Medicine Notfallmedizin lehrt, sieht bei vielen Apps im App Store oder Google Play Store die Gefahr, dass der Benutzer in seiner Notaufnahme landet.

iOS 8 HealthKit

Und mit dieser Befürchtung ist er nicht alleine. In einem Editorial in der renommierten Zeitschrift The New England Journal of Medicine beschreibt Nathan Gomez, ein Rechtsprofessor an der Southern Methodist University Dedman School of Law in Dallas, Texas, genau das gleiche Problem. Und auch der Arzt Eric Topol, der das Scripps Translational Science Institute leitet, sieht diese Gefahr.

These apps have no validated data compared with accepted reference standards and therefore are quite concerning.

Bessere Überwachung in den USA ist geplant

Die amerikanische Aufsichtsbehörde FDA hat bekannt gegeben, dass ein stärkeres Vorgehen gegen schlecht gemachte medizinische Apps geplant ist.

Jennifer Rodriguez, eine Sprecherin der FDA, teilte Wired mit, dass die FDA sich momentan auf eine kleinere Gruppe von Apps konzentriere, in der die Behörde das größte Gefahrenpotential sieht, falls diese nicht wie beworben funktionieren. Für diese App-Guppe kann die FDA eine Warnung herausgeben und den Entwicklern die Gelegenheit geben, den Anforderungen der Behörde zu genügen. Sollte dies nicht innerhalb der vorgegebenen Frist geschehen, können diese Apps sogar vom Markt genommen werden.

Schlechte Medizin-Apps überfluten den App Store

Problematisch sind beispielsweise Apps wie “Instant Blood Pressure Pro”. Diese App bietet an, nur mit dem iPhone und ohne den Einsatz von zusätzlichen Zubehör den Blutdruck des Nutzers zu messen. Jedoch bleiben die Entwickler bis heute eine Antwort schuldig, wie genau die App funktioniert, und es gab auch keine Studien, die eigentlich notwendig sind, um eine Zulassung als medizinisches Gerät durch die FDA zu erreichen.

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Besonders problematisch ist, dass in der App mit einer Messmethode der renommierten Johns Hopkins Universität geworben wird. Auf Nachfrage von Wired stellte sich heraus, dass es keine Verbindung zwischen der Universität und den Entwicklern der App gibt. Dennoch finden sich im App Store Reviews, aus denen hervorgeht, dass einige Nutzer tatsächlich glauben, von der App akkurate Werte zu bekommen.

Die Messmethode der App ist tatsächlich seltsam. Um eine Messung zu erhalten, legt man sich das iPhone auf die Brust und legt den Zeigefinger auf die Kamera. In weniger als eine Minute gibt die App Auskunft über Blutdruck und Herzfrequenz.

Und der App Store ist voll solcher Apps. So gibt es beispielsweise eine App namens Pulse Oximeter Pro, die die Sauerstoffkonzentration im Blut messen soll. Selbst nach Aussage des Entwicklers, der sogar tatsächlich Arzt ist, ist diese Messung sehr ungenau. Einen ausreichend formulierten Disclaimer gibt es aber nicht.

Die Situation in Deutschland

In Deutschland gestaltet sich die Situation ähnlich wie in den USA. Apps wie “Instant Blood Pressure Pro” gelten als Medizinprodukte. Ob aber das Medizinproduktegesetz auf sie anwendbar ist, entscheidet der Hersteller. Generell ist nur eine Prüfung nach EU-Recht nötig, die einfach zu durchlaufen ist. Danach bekommt das Produkt eine CE-Kennzeichnung. Eine weitere Überprüfung findet nicht statt.

Das macht derartige Apps nun nicht alle schlecht. Aber bei der Nutzung von medizinischen Apps ist stets Vorsicht geboten. Ein vernünftiges Monitoring der Gesundheit durch einen Arzt ist durch sie nicht ersetzbar.

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4 Kommentare

  1. Da sieht man ganz klar wie man ohne Skrupel ganz leicht jeden scheiß auf den Markt werfen kann. Und die Politik und die Behörden Haben kein plan oder freuen sich über das zusätzliche Geld was sie bekommen. Entweder durch die Steuer oder dadurch das sie mehr machen müssen um so zu tuhn als wurden sie etwas dagegen machen. Das klingt jetzt sehr nach die Politik ist nur korrupt und böse. so denke ich nicht nur, aber die Tendenz geht leider, meiner Meinung nach, immer stärker dahin. Denn ich glaube und da bin ich mir sicher kann man sehr gut und leicht so etwas kontrollieren und im Griff halten. Denn wenn man die Renten der schwer sitzenden Politiker ohne Probleme erhöhen kann, glaube ich nicht, das man damit dann plötzlich ein Problem haben kann. Man ich muss aufhören so auszuschweifen

  2. Gut gebrüllt Löwe :-)

  3. Jep!
    Auf der anderen Seite gibts zu viele Hypochonder, die dann zu Maßnahmen greifen, und Mist bauen. Ich seh es nur als sinnlose Spielerei. für Sport mag der Puls zur Überwachung ok sein. Aber das wars dann auch. Also wer die Apps kaufen will solls tun. Diese Zielgruppe kauft ansonsten andere Sensor-Geräte.

  4. Solche Apps wären garnicht schlecht, wenn sie richtig funktionieren. Klar kann man sich damit verrückt machen, wer aber ein bestimmtes gesundheitliches Problem hat und das Handy die Daten der Messung speicher, auswertet und vielleicht auch an den Arzt überträge, dann ist das ja super.