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Apple im Home Office: Wesentliche Vor- und Nachteile im Überblick

Was bedeutet eigentlich Home Office? Der Begriff Home Office ist an und für sich selbsterklärend. Anstatt im Büro wird aus den eigenen vier Wänden heraus gearbeitet. Einige Unternehmen bieten schon seit Jahren ihren Mitarbeitern die Möglichkeit, Home-Office-Tage in Anspruch zu nehmen. Seit der Corona-Pandemie sind jedoch sehr viel mehr Unternehmen dazu gekommen, welche seine Mitarbeiter, der Gesundheit zu liebe, ins Home Office schicken. Darunter auch der Großkonzern Apple. Angepasst an die veränderten Rahmenbedingung wurde auch bei Apple zu großen Teilen auf Fernarbeit gesetzt. Die Arbeit von zu Hause bietet sowohl Arbeitnehmern also auch Arbeitgebern wesentliche Vorteile.

Wie läuft Home Office bei Apple?

Das Unternehmen hat sich relativ schnell an die veränderten Arbeitsbedingungen aufgrund der Corona-Pandemie angepasst. Apple-Chef Tim Cook ist überrascht von dem Erfolg des Home-Office-Modells. In einem Interview zeigte er sich „beeindruckt von der Fähigkeit der Mitarbeiter, aus der Ferne zu arbeiten“. Anscheinend trägt die virtuelle Arbeit von zu Hause aus positive Früchte. So hat Apple es geschafft, Produkte zu entwickeln, die 2020 noch pünktlich auf den Markt kamen, darunter Apple Watches und iPads. Tim Cook rechnet zudem mit einer Fortsetzung des Trends. Das Unternehmen habe bewiesen, dass einige Dinge virtuell sehr gut funktionieren und werde daher nicht komplett zu seinen alten Strukturen zurückkehren.

Einige Probleme sind dennoch virtuell nicht lösbar. Komplett auf physische Präsenz zu verzichten wäre utopisch, laut dem Apple-Chef. Gerade die Kreativität leide unter der Abwesenheit persönlicher Kontakte. Nur etwa 10-15 % der Apple-Mitarbeiter würde derzeit im Büro arbeiten. Bis auf weiteres bleiben Mitarbeiter im Home Office.

Eine entscheidende Schwachstelle für ein effektives Home Office bei Apple scheint an der notorischen Geheimhaltung zu liegen. Apple’s Firmengelände ist wie ein Fort, dass es zu verteidigen gilt. An oberster Stelle steht die Geheimhaltung von firmeninternem Wissen. Zwangsweise ist der Zugriff auf wichtige interne Systeme limitiert und somit ruht die Arbeit in einigen Bereichen. Das kann sich Apple auf Dauer natürlich nicht erlauben und hofft auf den schnellen Erfolg von Impfstoffen, um Restriktionen bald lockern zu können.

Bis es so weit ist, können die Vorteile und Nachteile für die Arbeit von zu Hause diskutiert werden.

Die Vorteile des Home Office

  1. Erhöhte Produktivität

Gerade Großraumbüros genießen den Ruf laut und hektisch zu sein. Telefone klingeln, Menschen reden durcheinander, Kollegen wollen einen kurzen Plausch halten. Der Lärmpegel ist hoch und die Konzentrationsspanne niedrig. Ganz im Gegensatz hierzu steht das Home Office. Es besteht keine Ablenkung durch die hohe Geräuschkulisse der Kollegen. Der eigene Arbeitsplatz kann ganz nach den persönlichen Vorstellungen gestaltet werde, um die Produktivität zu steigern. Ob dies durch Ruhe, Musik oder einem weit geöffneten Fenster durch das frische Luft strömt passiert, ist nur einem selbst überlassen.

  1. Ersparnis von Zeit und Geld

Das Arbeiten von zu Hause bedeutet, dass keine langen Anfahrtswege mehr für den Arbeitnehmer bestehen. Bahn-Verspätungen, kilometerlange Staus oder sonstige Hindernisse fallen weg. Der Start in den Arbeitstag beginnt dadurch viel entspannter und mehr Zeit für Familie und Erledigungen bleibt auch noch.

Zudem können durch wegfallende Arbeitswege Kosten gespart werden. Weniger Wegstrecke bedeutet auch, dass bei Ausgaben für das Auto oder öffentlichen Verkehrsmitteln gespart werden kann (Benzin, Unterhalt, Bus- oder Bahnticket).

Der Arbeitgeber hingegen spart an Miet- und Nebenkosten des Heimarbeitsplatzes. Zudem bestehen keine Ausgaben für die Büroausstattung, da der Mitarbeiter diese in der Regel selbst besitzt.

  1. Flexibilität

Durch das Wegfallen lästiger Anfahrtswege und fester Arbeitszeiten sind Mitarbeiter zeitlich flexibler aufgestellt. Manche beginnen den Tag lieber früher, um noch etwas vom Tag zu haben, andere können sich Abends besser konzentrieren. Das Home Office bietet einen großen Vorteil für die Work-Life-Balance, da sich Angestellte ihre Arbeitszeiten frei einteilen können, sofern keine Meetings und Termine im Weg stehen. Es ist nichts dagegen einzuwenden sich nebenbei um Familie und Haushalt zu kümmern, solange das Arbeitspensum erreicht wird.

  1. Wohlfühlfaktor

Eine ruhigere Arbeitsatmosphäre und das Vermeiden von Stressfaktoren wie Lärm, steigert den Wohlfühlfaktor am Heimarbeitsplatz. Neben gesteigerter Konzentration gibt es auch weniger krankheitsbedingte Ausfälle. Mitarbeiter im Home Office melden sich seltener krank und auch die Ansteckungsgefahr wird so begrenzt. Dies belegte eine Studie der Universität Stanford.

Wo es Vorteile gibt, gibt es auch Nachteile. So schön es sich auch im Home Office arbeiten lässt, es birgt doch Risiken.

Die Nachteile des Home Office

  1. Das Problem der Datensicherheit

Die Beschäftigung im Home Office wirft komplexe rechtliche und organisatorische Fragen auf. Gerade wenn mit vertraulichen und personenbezogenen Daten gearbeitet wird, müssen bestimmte Sicherheitsmaßnahmen ergriffen werden. Laut Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) müssen datenschutzrechtliche Vorgaben eingehalten werden. Wenn vom Heimarbeitsplatz auf das Firmennetzwerk zugegriffen wird müssen sogenannte VPN Verbindungen bestehen. Diese garantieren einen verschlüsselten Datenverkehr. Das Mitlesen und Ausspionieren von E-Mails, interner Kommunikation und wichtigen Informationen wird so unterbunden.

  1. Zeitmanagement und Selbstdisziplin

Sind Arbeit und Privatleben nicht mehr räumlich getrennt, besteht die Gefahr der Ablenkung. Auch wenn Studien besagen, dass die Produktivität im Home Office höher ist, lauern dennoch viele Gefahren, um sich die Zeit anderweitig zu vertreiben. Schaut der Chef nicht über die Schulter lässt sich schnell einmal das Wohnzimmer staubsaugen, Wäsche waschen oder eine Folge auf Netflix schauen. Da die Arbeit auf Vertrauensbasis läuft, hat der Chef wenig Möglichkeiten zu kontrollieren, ob tatsächlich gearbeitet wird. Um sich nicht ständig ablenken zu lassen und seine Arbeit ordentlich zu erledigen, ist Selbstdisziplin und Zeitmanagement gefragt.

  1. Den Anschluss verpassen

Soziale Isolation von den Kollegen bedeutet nicht nur bessere Konzentration und höhere Produktivität, sondern leider auch erschwerten Informationsfluss. Wird sich im Büro mit den Kollegen in Meetings oder Gesprächen ausgetauscht, erreichen einen im Home Office eventuell nicht alle wichtige Informationen. Der Arbeitgeber ist dafür zuständig, dass Mittel zur Kommunikation zur Verfügung stehen. Ansonsten kann die Aufgabenverteilung unter den Mitarbeitern in endlosen E-Mail-Ketten enden. Zusätzliche hat der verringerte Kontakt zu Kollegen einen gewissen Vereinsamungseffekt, welcher sich negativ auf die mentale Gesundheit der Mitarbeiter auswirken kann.

Fehlende Sichtbarkeit hat zudem zur Folge, dass Mitarbeiter weniger von Arbeitgebern wahrgenommen werden, als diejenigen, die vor Ort präsent sind. Das kann sich negativ bei Gehaltserhöhungen oder Beförderungen auswirken. 

Ist das Home Office die Lösung?

Pauschal lässt sich nicht sagen, ob die Vorteile des Home Office die Nachteile überwiegen oder umgekehrt. Wie am Beispiel Apple zu sehen ist, verzeichnet das Home-Office-Modell durchaus positive Ergebnisse. Dennoch erfordern einige Problem physische Präsenz im Büro. Eine gute Alternative ist es wohl ein kombiniertes Arbeitsmodell anzubieten. Beispielsweise könnten Mitarbeitern 2-3 Heimarbeitstage die Woche erlaubt werden und den Rest der Zeit wird vom Büro aus gearbeitet. Voraussetzung für eine erfolgreiche Beschäftigung aus dem Home Office ist eine professionelle Einführung seitens der Unternehmen.

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