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iPhone, Bild: pixabay

Googles Schnellfreigabedienst knackt endlich Apples AirDrop

Die unsichtbare Demarkationslinie zwischen Android- und iPhone-Betriebssystemen war lange Zeit ein Ärgernis für die meisten Nutzer, die beide Systeme gleichzeitig benutzen wollten. Doch vor Kurzem hat Google in einer Aussendung bekannt gegeben, dass sein Produkt Quick Share es Android-Nutzern ermöglicht, Dateien via AirDrop mit Apple-Geräten zu teilen. Damit könnte diese ehemals unüberwindbare Grenze zwischen den beiden Betriebssystemen endlich geöffnet werden.

Obwohl die Funktion vorerst nur auf Googles neuesten Smartphones wie beispielsweise dem Pixel 10 verwendet werden kann, läutet diese Ankündigung eine neue Ära der Kompatibilität zwischen beiden Betriebssystemen ein.

Die neue Zusammenarbeit zwischen Quick Share + AirDrop

Der US-Industriegigant Google hat mit diesem neuen und deutlich verbesserten Quick Share-Update alle Erwartungen, auch die der Fachwelt, übertroffen. Diese neue Funktion ermöglicht das Senden von Dateien in beide Richtungen – von Ihrem iOS-Gerät zu einem Android-Gerät und umgekehrt. Unterstützt werden dabei Audiodateien, Bilder, Videos, Texte und PDFs, und dies gänzlich ohne Qualitätsverlust.
Aktuell steht, wie bereits zuvor erwähnt, diese Funktion nur den Nutzern des Pixel 10 zur Verfügung.
Um den gesamten Nutzungsumfang verwenden zu können, müssen Sie jedoch zunächst die Systemsoftware Ihres Pixel 10 und die bereits installierte Quick Share-App auf den neuesten Stand bringen, also die betreffenden Versionen aktualisieren. Hier finden Sie in weiterer Folge eine Schritt-für-Schritt-Anleitung zum Aktualisieren Ihres Geräts und zum anschließenden Teilen Ihrer Dateien mit AirDrop.

  1. Schritt: Aktualisieren Sie die Pixel 10-Software

Zuerst müssen Sie in die Einstellungen Ihres Smartphones gehen, und zwar zu „System“ > „Software-Updates“. Dort tippen Sie auf „Neuestes Update installieren“. Anschließend wird Ihr Pixel-Mobilgerät auf die neueste Android-Version gehoben. Öffnen Sie anschließend den Google Play Store und vergewissern Sie sich, ob die neueste Version der Quick Share-App auch tatsächlich installiert wurde. Ist dies der Fall, können Sie Ihr Pixel neu starten, damit die Updates auch wirksam werden.

  1. Schritt: AirDrop auf dem iOS-Gerät aktivieren

Das Apple-Gerät, mit dem Sie eine aktuelle Verbindung herstellen möchten, muss AirDrop aktiviert haben, damit die Freigabe funktioniert. Um AirDrop einzurichten, gehen Sie in den Geräteeinstellungen zu „Allgemein“ > „AirDrop“. Tippen Sie anschließend auf die Option „Alle für 10 Minuten“. Durch Aktivieren dieser Funktion können sich alle Geräte in der WLAN- und Bluetooth-Reichweite des iOS-Geräts problemlos verbinden, und zwar für 10 Minuten.

  1. Schritt: Teilen Sie Ihre Dateien

Öffnen Sie auf Ihrem Pixel die gewünschte Datei und tippen Sie anschließend in den Freigabeoptionen auf „Schnell teilen“. Die Schnell-Teilen-Oberfläche zeigt alle Geräte an, die sich bei Ihnen in der Nähe befinden. Wählen Sie nun jenes Apple-Gerät aus, an das Sie die Dateien senden möchten. Bei dem Empfängergerät werden Sie nun eine Benachrichtigung über eine eingehende Datei angezeigt bekommen. Tippen Sie anschließend auf „Annehmen“, um die Dateiübertragung abzuschließen.

Die Schritte bleiben beim Senden von Dateien von Ihrem Apple-Gerät an das Pixel 10 dieselben. Der einzige Unterschied besteht darin, dass Sie die Sichtbarkeitseinstellungen für schnell teilen nun auf „Alle für 10 Minuten“ festlegen müssen.

Sicherheitsstandards für sicheres End-to-End-Sharing

Aber, das sollte uns allen bewusst sein, jede direkte Verbindung zwischen zwei oder mehreren Geräten birgt auch einige nicht zu vernachlässigende Sicherheitsrisiken. Daher überrascht es nicht, dass Google in seinen Presseaussendungen stets betont hat, dass die neue Funktion von Anfang an vor allem auf Sicherheit ausgerichtet war. Der US-Technologiekonzern gab auch in einer Verlautbarung bekannt, dass die Interoperabilitätsunterstützung für AirDrop mithilfe der speichersicheren Programmiersprache Rust implementiert zu haben. Rust ist eine bekannte Referenzsprache, die von führenden Sicherheitsbehörden wie der NSA und CISA zur Entwicklung sicherer Systeme verwendet wird.

Darüber hinaus ließ Google uns wissen, dass während des Entwicklungsprozesses permanent strenge Sicherheitsprüfungen stattgefunden haben, wie beispielsweise Bedrohungsmodellierungen und interne Penetrationstests, die zum Auffinden und anschließender Behebung von Schwachstellen durchgeführt wurden.

Das neue Quick Share-Update bietet außerdem, laut Aussage von Google, einen mehrschichtigen und abgesicherten Freigabekanal für einen durchgängigen und sicheren Datenaustausch. Weiter hat Google bekannt gegeben, dass NetSPI als unabhängiges Unternehmen für Penetrationstests mit der Bewertung der Interoperabilität zwischen AirDrop und Quick Share beauftragt wurde. Dabei konnte NetSPI feststellen, dass bei einer aufrechten Verbindung keine Informationen verloren gingen und auch keine Daten frei zugänglich sind. Damit kann dieses System als sicher bezeichnet werden.

Hat Google also Apples Sicherheitsmaßnahmen bewusst oder unbewusst umgangen? Nicht wirklich. In einer weiteren Pressemitteilung von Google wurde bekanntgegeben, dass die Quick Share-AirDrop-Verbindung direkt und mittels Peer-to-Peer funktioniert. Es gibt keine Umgehungslösung, da Quick Share lediglich dafür sorgt, dass das Pixel 10 im AirDrop-Modus „Alle für 10 Minuten“ angezeigt wird. Daher werden während der gesamten plattformübergreifenden Freigabe keine Daten umgeleitet oder auf einem Server mitprotokolliert. Google hofft nun in weiterer Folge auf eine Zusammenarbeit mit Apple, um Quick Share auch im AirDrop-Modus „Nur Kontakte“ nutzbar zu machen.

Apple setzt auf interoperable drahtlose Standards

Während Sicherheitsexperten Googles Bemühungen um eine sichere und interoperable Plattform bereits vorsichtig loben, scheint Apple von dieser Idee wenig begeistert zu sein. Der Technologiekonzern hat bereits verkünden lassen, dass sie gegen die EU-Richtlinie über digitale Märkte Klagen einbringen wird, die eigentlich die Interoperabilität zwischen Entwicklern vorschreibt. Diese Vorgaben der EU-Kommission hat Apple bereits in der Vergangenheit dazu gezwungen, mehrere interoperable Funkstandards zu übernehmen, darunter Neighbour Awareness Networking (NAN), ein Wi-Fi-Aware-Protokoll, das nahtlose P2P-Verbindungen ermöglicht und die Funktionsweise von AirDrop direkt beeinflusst. Apple geht davon aus, dass diese Standards Innovationen hemmen und massive Datenschutzbedenken hinsichtlich der Nutzerdaten aufwerfen würden.

Die EU wirft hingegen Apple vor, sich einen Wettbewerbsvorteil sichern zu wollen, was gegenüber Konkurrenten und den eigenen iOS-Nutzern unfair sei. Die steigende Nachfrage nach Unterhaltung für unterwegs hat in den letzten Jahren zu einer rasanten Entwicklung der betreffenden Technologie im mobilen Sektor geführt. Ob es nun die Virtual Reality auf dem Smartphone ist, die für kostenlose Casinospiele eingesetzt wird, oder es muss die Projektion holografischer Displays geht – die Mobiltechnologie eröffnet neue Möglichkeiten der persönlichen Interaktion mit und in digitalen Räumen. Auch wenn Apple hinsichtlich der Interoperabilität mit Google Vorbehalte haben mag, ist die jüngste plattformübergreifende Unterstützung zwischen Android und iOS eine gute Nachricht für Millionen von Nutzern weltweit.

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