Seit März 2024 muss Apple auf dem iPhone in der EU mehr zulassen als den eigenen App Store. Der Digital Markets Act zwingt den Konzern, alternative Marktplätze zu erlauben, fremde Browser-Engines zuzulassen und Entwicklern den Weg zu eigenen Bezahlsystemen zu öffnen. Für den deutschen Spielemarkt ist das die größte Verschiebung seit Jahren, denn kein anderes Gerät wird hierzulande häufiger zum Spielen genutzt.
Spiele‑Apps spülten 2025 erstmals mehr als drei Milliarden Euro in Deutschland in die Kassen, nach rund 2,9 Milliarden im Vorjahr. Das hat im August 2025 der game, der Verband der deutschen Games-Branche, auf Basis von Daten des Marktforschers data.ai gemeldet. 24,3 Millionen Menschen spielen hierzulande am Smartphone oder Tablet. Das Smartphone hat damit Konsole und PC als meistgenutzte Spielplattform überholt.
Kostenlos einsteigen und erst im Spielverlauf zahlen, das prägt viele Kategorien des Mobile-Gamings, von Puzzle-Apps bis zu Titeln in Spielautomaten-Optik.
Spielautomaten im App Store und im Safari
Slot-Spiele finden sich auch im App Store, von Spielautomaten-Optik bis zum Casino-Thema. Vieles davon läuft daneben direkt im mobilen Browser, ohne Installation. Pragmatic Play etwa baut seine Titel in HTML5, dem Standard seit dem Aus für Adobe Flash Ende 2020, sodass sie in Safari auf einer Codebasis für iPhone, Android und Desktop starten.
Wer im Store einen Slot ausprobiert hat, schaut im Browser oft nach mehr Titeln oder nach aktuellen Aktionen. Auf Vergleichsseiten stellen erfahrene Experten in Deutschland dort beste Online Casinos nebeneinander, um Auswahl und Angebote zu sortieren.
Apps und In-App-Käufe
Fast der gesamte Umsatz entsteht nicht beim Kauf der App. 98 Prozent entfallen auf In-App-Käufe, also auf Zusatzinhalte innerhalb eines kostenlosen Spiels. Wer ein Spiel lädt, zahlt zunächst nichts und entscheidet erst später, ob er für Level oder Gegenstände Geld ausgibt. Seit dem Digital Markets Act muss Apple in der EU zulassen, dass Entwickler auf günstigere Kaufwege außerhalb des Stores hinweisen, ein Eingriff in genau dieses Geschäft.
Abonnements wie Apple Arcade und der klassische Einzelkauf einer App fallen daneben kaum ins Gewicht. Felix Falk, Geschäftsführer des game, sagt, die Zugänglichkeit der Spiele habe das Smartphone zur meistgenutzten Plattform gemacht. Auffällig ist die Breite der Spielerschaft, die von Jugendlichen bis weit über das Rentenalter reicht, und der Frauenanteil liegt höher als der der Männer.
Aptoide und der Epic Games Store auf dem iPhone
In der EU erlaubt Apple inzwischen auch andere Marktplätze auf dem iPhone. Aptoide, der Epic Games Store und AltStore PAL sind verfügbar, Voraussetzung ist lediglich iOS 17.4 oder neuer und ein in der EU registriertes Gerät. Die Installation läuft über die Webseite des jeweiligen Anbieters, nicht über Apple. Im Angebot stehen vor allem Spiele und Werkzeuge, die im offiziellen Store keinen Platz finden, etwa Emulatoren für ältere Konsolen.
Durchgesetzt hat sich das Modell nur langsam. Setapp Mobile, einer der ersten alternativen Stores, wurde im Februar 2026 wieder eingestellt. Für Entwickler bleibt die Rechnung schwierig, weil Apple auch außerhalb des eigenen Stores Gebühren erhebt und jede App weiterhin eine Prüfung durchläuft.
Progressive Web Apps rücken näher an native Anwendungen
Die Verlagerung ins Web trifft jedoch nicht nur Spieleanbieter. Progressive Web Apps, also Webseiten, die sich wie installierte Programme verhalten, lassen sich auf dem iPhone zum Home-Bildschirm hinzufügen. Seit iOS 16.4 dürfen sie Mitteilungen verschicken, lange ein Vorrecht nativer Apps. Anders als eine native App braucht eine Web-App kein Update aus dem Store, der Entwickler spielt Änderungen direkt auf dem Server ein. Für Handel und Medien sinkt damit die Schwelle, ohne den Umweg über den Store gehen zu müssen.
Diese Änderung verlief aber alles andere als reibungslos. Anfang 2024 wollte Apple Web-Apps auf dem Home-Bildschirm in der EU streichen und verwies auf die Vorgaben des Digital Markets Act. Nach Kritik von Entwicklern und einer Nachfrage der EU-Kommission nahm der Konzern den Schritt zurück. Wie eng technische Entscheidungen inzwischen an der Regulierung hängen, zeigt diese Episode.
iOS 27 und ein neues Siri auf der WWDC 2026
Auf seiner Entwicklerkonferenz WWDC stellte Apple am 8. Juni 2026 iOS 27 vor. Im Mittelpunkt der Keynote stand ein runderneuertes Siri, das künftig auf Googles Gemini-Modell aufsetzt. Neue Hardware zeigte der Konzern kaum, der Fokus lag auf Software. Für Spiele und Web-Apps zählt ohnehin weniger die Bühne als das, was Apple den Entwicklern danach an Schnittstellen öffnet oder verschließt.
Das neue Siri kommt in der EU vorerst nicht aufs iPhone, auf iOS und iPadOS bleibt die Funktion zunächst gesperrt. Apple verweist auf regulatorische Anforderungen. Ob sich an den Vorgaben für alternative Vertriebswege etwas ändert, blieb auf der Konferenz offen. Der größte Teil des Geldes im deutschen Mobilmarkt fließt weiter durch In-App-Käufe in zahllosen kostenlosen Spielen.
Apple Games sammelt Empfehlungen und Game Center an einem Ort
Wie Spiele auf dem iPhone gefunden werden, hat Apple zuletzt selbst umgebaut. Am 15. September 2025 kam mit iOS 26 die App Apple Games, eine eigene Anlaufstelle neben dem Spiele-Tab im App Store, der bestehen bleibt. Sie bündelt Empfehlungen, zuletzt gespielte Titel, Apple Arcade und das Game Center an einer Stelle. Installierte Spiele lassen sich von dort direkt starten. Entwickler können eigene Herausforderungen und Events eintragen, um ihre Titel sichtbarer zu machen. Apple will damit erreichen, dass häufiger gespielt wird. An jedem Euro für Spielwährung oder digitale Zusatzinhalte verdient der Konzern über die Provision mit.
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