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Sammelklage gegen Apple und Co. wegen Kartellbildung eingereicht

Wettbewerbsmanipulation der großen Computerfirmen? In den USA werden nun kartellähnliche Verbindungen im Rahmen einer Sammelklage vor Gericht verhandelt. Entsprechende Dokumente des US-Justizministeriums legen den Konzernen Wettbewerbsmanipulationen im Bereich der Mitarbeiterabwerbung zur Last. So sollen Unternehmen wie Adobe, Google, Intel, Pixar und auch Apple einen Nicht-Abwerbe-Pakt miteinander geschlossen und damit die berufliche Weiterentwicklung von Mitarbeitern beschränkt haben.

Das wohl größte Übel des Kapitalismus ist die naheliegende Monopol- und Kartellbildung. Seit Jahrzehnten legen die Chefs der internationalen Märkte Wert darauf, die Absprachen der Unternehmen zu beenden und damit einen geordneten Wettbewerb zu sichern. In den USA sollen nun gleich mehrere international anerkannte Computerfilmen kartellähnliche Strukturen im Bereich der Mitarbeiterabwerbung geschlossen haben. Zu den in einer Sammelklage genannten Konzernen gehören Lucasfilm, Pixar, Intel, Intuit, Adobe, Google und auch Apple. Die Unternehmen sollen Absprachen getroffen haben, nach denen keine Mitarbeiter untereinander an- und abgeworben werden. Dies verstoße gegen das Wettbewerbsrecht und sei somit ungesetzlich.

An die Öffentlichkeit kamen entsprechende Gerichtsdokumente durch Techcrunch. Mehrere hundert Seiten beschreiben teils detailliert, wie Apple-Gründer Steve Jobs, Adobe-Chef Bruce Chizen und andere Führungspersönlichkeiten miteinander in regem Kontakt standen und wettbewerbsmanipulative Vereinbarungen getroffen haben. Es handelt sich um E-Mails, die von Seiten des US-Justizministeriums gesammelt worden sind. Dort habe man bereits zu den Vorwürfen ermittelt und mehrere Verstöße gegen das Wettbewerbsrecht ausgemacht. Allerdings ist ein früheres Verfahren eingestellt worden, nachdem sich alle genannten Firmen verpflichteten, derartige Vereinbarungen in Zukunft nicht weiter einzugehen und bisher geschlossene Abkommen als nichtig zu erklären.

Die Gerichtsdokumente gehen beispielsweise auf einen Kontakt von Apple-Gründe Steve Jobs zu Adobe-Chef Bruce Chizen ein. Darin hatte es geheißen:„Bruce und Steve Jobs haben eine Vereinbarung getroffen, wonach wir keine Mitarbeiter von Apple abwerben und umgekehrt.“ Eine entsprechende E-Mail von der damaligen Adobe-Personalchefin unterstreicht die Vorwürfe damit glasklar. Weiter heißt es, diese Abmachung solle an alle Standorte Adobes im internationalen Raum weitergereicht werden. Die Personalchefin von Pixar, einem Unternehmen, welches in seinen Anfängen auf Steve Jobs zurückgeht, hatte im April 2007 eine ähnliche E-Mail bekommen. Darin wurde auch darauf eingegangen, dass zwischen Pixar und Lucasfilm ebenfalls ein Abkommen gegen die Abwerbung von Mitarbeitern gab. Auch bei Pixar wollte man scheinbar mit Apple einen Pakt eingehen. In den Gerichtsdokumenten zu sehen sind ebenfalls viele Absätze, die komplett geschwärzt worden sind. Diese beinhalten, so ergibt es sich aus dem Kontext, Vereinbarungen zwischen Intel und Google.

Die Masche von Seiten Apples in Person Steve Jobs hat aber nicht bei allen Unternehmen Wirkung gezeigt. Mitte des Jahres 2007 habe sich Jobs auch an den Palm-Chef Ed Colligan gewandt, welcher entsprechende Versuche aber als „nicht nur falsch, sondern vermutlich auch illegal“ abschmetterte.

Eine im Mai 2011 von einem Softwareentwickler eingereichte Sammelklage gegen die Computerfirmen wegen Verletzung des Wettbewerbsrechts beschuldigt Apple und Co. auf Grundlage der Gerichtsdokumente der illegale Kartellbildung. Man habe den Angestellten die Möglichkeit genommen, sich selbstständig weiterzuentwickeln und wolle die künstlich Personalkosten gering halten. Am 26. Januar beginnen die Gerichtsverhandlungen mit einer Anhörung vor Gericht. In der Vergangenheit hatte es bereits geheißen, dass eben jene Firmen illegal über die Gehälter ihrer Mitarbeiter und über die Angestellten selbst kommunizierten.

Sammelklage gegen Apple und Co. wegen Kartellbildung eingereicht
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2 Kommentare

  1. Ja, das ist natürlich unfair – besonders, weil die Angestellten dann nicht zu eventuell besser bezahlten Jobs wechseln können. Bin mal gespannt, zu welchem Urteil die Gerichte kommen werden.

  2. Leute, leute, ist nicht genau das der grund warum in allen bereichen die wirtschaftlichkeit der unternehmen in den verschiedenen bereichen, sowie im sport, nur mehr in größeres schulden machen ausufert. das jemand gut verdient wenn er die qualifikation hat ist ja ok. jedoch erschließt sich mir nicht der sinn für eine person 100 mill. euro für einen transfer zu bezahlen…….., eine gehaltsobergrenze für einen bestimmten bereich kann schon sinnvoll sein und sind wir uns einig die angesprochene weiterentwicklung findet doch nur beim geld statt.