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The Hackstore – Cydia trifft auf den Mac App Store

Für viele User ist ein iPhone oder iPad ohne Jailbreak nicht mehr denkbar. Der Ruf nach einem freieren System wurde nach dem Start des App Stores für iOS schnell laut. Jay „Saurik“ Freeman schuf den Cydia Store, mit dem Power User und Jailbreaker Apps runterladen und installieren können, die Apples recht eng gesetzte Grenzen für iOS überwinden und ihnen mehr Kontrolle über ihre Geräte geben als Apple ihnen zugestehen möchte. Cult of Mac (engl.) berichtete heute in einem Exklusivbericht von einem in die USA eingewanderterten russischen Programmierer namens Andrey Fedotov, der plant, ein Äquivalent des Cydia Stores für Apple Desktop-Betriebssystem Mac OS X zu entwickeln.

Was ist der Hackstore?

Für den Mac gibt es selbstverständlich kein Jailbraking. Warum auch, man kann schließlich auf seinem Mac installieren, was man will. Der Mac App Store ist jedoch ähnlichen Restriktionen unterworfen wie der App Store für iOS. Nicht jede App schafft es in den App Store, und die Apps die es nicht schaffen müssen vom User mühsam im Internet zusammengesucht werden. Der Hackstore soll dies ändern und auch Apps, die von Apple abgelehnt wurden eine Plattfotm bieten, auf der sie katalogisiert werden und die Nutzer sie direkt runterladen und bewerten können.

 

Warum ist sowas nötig?

Ab dem 1. Juni 2012 muss jede App, die im Mac App Store eingereicht wird, in einer sogenannten Sandbox laufen. Das bedeutet, dass der Entwickler seine App mit selbstgesteckten Grenzen umgibt, die sie nicht überschreiten kann. Es handelt sich dabei um ein Sicherheitsfeature, dass den Zugriff der App auf bestimmte Systemteil unterbinden soll. An sich eine gute Sache, nur wird das dazu führen, dass noch mehr Apps es nicht in den Mac App Store schaffen. Schon heute müssen Apps wie iStat Menus, Clean my Mac und Lion Tweaks draußen bleiben.

Der Hackstore (Fedotov ist für Namensvorschläge offen) soll dies ändern und allen abgelehnten Apps ein Zuhause geben und eine Anlaufstelle für Poweruser sein. Fedotov stellt sich einen „freien Markplatz“ vor, der sich der Freiheit des Macusers verschrieben hat.

 

Wie genau wird es aussehen?

Für den Anfang ist es nicht vorgesehen, dass sich die User einen „Hackstore-Account“ erstellen müssen. Auch sollen in der Anfangsphase nur kostenlose Apps angeboten werden, die die Entwickler entweder auf einem extra eingerichteten Server hochladen können oder die einfach durch den Store verlinkt werden. Designtechnisch will Fedotov sich am echten Mac App Store orientieren. Top Charts, eine Suche und Kategorien sollen den Hackstore wie sein Vorbild aussehen lassen. Bei einem Klick auf die App soll sich wie gewohnt eine Beschreibung der App mit Userbewertungen und -reviews öffnen. Für den weiteren Verlauf ist auch ein Bezahlsystem für kostenpflichtige Apps geplant.

 

Plant Apple, auch aus Mac OS X ein geschlossenes System zu machen?

Für manche ist das Sandboxing und der Ausschluss von Apps aus dem App Store nur ein Anfang. Mit Mac OS X Mountain Lion führt Apple das Feature Gatekeeper ein. Der User kann einstellen, dass nur noch Apps aus dem Mac App Store installiert werden. Oder als zweite Stufe, dass nur Apps mit einer implementierten offiziellen Entwickler-ID installiert werden. Der ein oder andere Schwarzseher befürchtet, dass auch Mac OS X in absehbarer Zeit zu einem komplett geschlossenen System wird, wie es iOS schon ist. Dann würde auch für Mac OS X jailbreaking nötig werden, um sich als User völlig frei im eigenen System bewegen zu können.

 

Ausblick

Die Grundstruktur des Hackstores ist bereits fertig. Wenn Fedotov viele Entwickler hinter sich bekommt, könnte er ein voller Erfolg werden. Die Grundidee hinter dem Projekt ist in jedem Fall sehr unterstützenswert. Mit den steigenden Restriktionen im Mac App Store dürfte eine Alternative sowohl unter Entwicklern als auch unter Usern sehr gern gesehen werden.

The Hackstore – Cydia trifft auf den Mac App Store
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13 Kommentare

  1. … wurde nach dem Start [des] App Stores für iOS …
    LG :D

  2. Für den Mac glaube ich nicht an ein komplett geschlossenes System. Wie kann es sonst sein, dass man z.B. Filemaker – eine 100%ige Apple-Tochter – nicht im Mac-App-Store findet und frei kaufen soll??

    Generell hat ein in sich geschlossenes System durchaus Vorteile. Während Experten den Android-Handys das Gleiche Schicksal prophezeien wie Windows – in Bezug auf Viren – Trojaner – Spamschwemme und Malware – ist IOS davor ziemlich geschützt und sicher.

    Da auf einem Mac auch Bootcamp läuft und somit Windows Programme die nach wie vor frei käuflich sind, macht ein Schließen des Systems kaum bis keinen Sinn. In Bezug auf Smartphones und Tabletts vertrete ich allerdings durchaus die Meinung: Warum kaufe ich mir ein Iphone und/oder Ipad, wenn ich es jailbreaken will?? Nur damit ein Apfel drauf ist, der was her macht? Letztlich verschaffe ich mir doch mit dem Jailbreak genau die Gefahren die Androide bereits haben.

    Das einzige Gerät für das aus meiner Sicht ein Jailbreak Sinn macht, ist ggf. das Apple TV 3– und das schaffen die Hacker nicht zu knacken. Irgendwann wird es Apple auch gelingen, das Iphone und Ipad nicht mehr zu jailbreaken sind.

  3. Ich gebe Macfee recht. Wenn man sich für ein iPhone oder iPad entscheidet, um es dann zu hacken, damit man ein offenes verletzliches System hat, kann man sich doch gleich diesen Androidmist kaufen

  4. Ihr habt es immer noch nicht begrifen….es geht nicht um sicherheit sondern um KONTROLLE. Und auf die will apple nicht vefzochten…die sind auch die einzigen die behaupten ios wäre sicher und android nichg…und wer das immer noch nicht verstanden hat der darf sich ruhig ein iphone kaufen….

  5. Ouch, was macht ihr bloß? Android ist super wie auch iOS super ist. iOS hat gegenüber Android ein paar schwer nachahmliche Vorteile, aber auch Android hat ein paar Vorteile, die Apple sicherlich nie in iOS einbauen wird.
    => Die Grabenkämpfe sind langweilig und verschwenden nur Zeit.

    Cydia Store für Mac (wenn von Jailbreakern beworben) hat sicherlich Erfolg. Aber ohne, vermutlich nicht, weil dies schon früher problemlos möglich war (wie unter Win), aber sich nie durchsetzte.

  6. Ich denke nocht dass Apple aus OS X ein geschlossenes Betriebssystem macht, denn dann würde Apple den Usern Funktionen und Programme nehmen, die es früher auf dem Mac gab. Ich denke man kann sich beim ersten Systemstart entscheiden, ob man ein geschlossenes oder ein offenes System möchte und vielleicht macht Apple diesen Schritt auch bei iOS. Außerdem war Apple früher gegen geschlossene Systeme und wollte den Benutzern gegenüber IBM die Freiheit geben zu installieren was man möchte und von wo man möchte.

  7. An sich wäre der Hackstore nichts besonderes. Die angebotenen Programme bekommt man eh im Internet bzw. kann sie im Laden kaufen. Ein Vorteil ist, dass sie alle gesammelt auf einer Platform zu finden sind. Ob sich die Programmierer darauf einlassen ist noch einen andere Frage. Zwar sind die Regeln für die Aufnahme eines Programms wesentlich lockerer, aber auch im Hackstore wird doch wahrscheinlich ein Teil des Kaufpreises an den Betreiber fließen. Somit kann die Softwareschmiede das gleiche Programm auf der eigenen Website vielleicht günstiger vertreiben als im Hackstore.

  8. @ mali — es ist nicht Apple allein die behaupten ihre Systeme seien sicherer. Sie bekommen volle Rückdeckung z.B. von Kaspersky der dem Android System das gleiche Virenschicksal prophezeit wie dem Windows-System. Und das bereits mehr Android-Viren unterwegs sind, als bei IOS ist eine Tatsache und keine Behauptung.

    Sorry- was soll das denn mit Kontrolle? Ich fühle mich keineswegs kontrolliert — und das Apple sein System kontrolliert und vor Korrumpierungen durch Dritte schützt ist absolut rechtens. Wenn ich ein Iphone mit Jailbreak sehe, dann weiß ich das sein Besitzer nen Apfel fürs Ego will, aber ansonsten wohl eher Windows und Android Fan ist. Nur mag er vielleicht nicht mit nem Billiggerät gesehen werden. Mit Konsequenz und Rückrat hat das allerdings wenig zu tun.

  9. Ich glaube, der Punkt, um den es hier geht ist Eigenkontrolle. Mein iPhone ist auch jailbreakfrei, einfach weil es mir so wie es ist „reicht“. Aber die Entwicklung bei Mac OS X finde ich persönlich bedenklich, vor allem wenn sie sich fortsetzen sollte. Weil mein Computer ist für mich einfach mal was völlig anderes als mein iPhone…

  10. @Angelika …. „ich fühle mich keineswegs kontrolliert“ – Diese Aussage beweisst allein das Du nicht im Ansatz verstanden hast, worüber du schreibst! Ich habe auch einen Jailbreak, brauche aber keinen Apfel fürs EGO, nein… Ich entwickel selber unter IOS und auf diversen anderen Plattformen und kann davon sehr gut leben. Ich habe allein durch den Jailbreak die möglichkeit meine eigenen Programme ohne große Umwege auf MEINEM Gerät laufen zu lassen! Mich Regen diese Dummen schlecht recherchieren kommentare von den Apple-Schafen auf, die NICHTS in frage stellen und Stumpf ihren Hirten hinterher laufen und dabei scheisse labern. Ohne jailbreak ist Dein geliebtes iPhone keineswegs sicherer… Du würdest Dich wundern was deine Apps so alles im Hintergrund tun, und das ohne Dein Einverständnis. Mein iPhone ist erst mit jailbreak sicher geworden. Jedenfalls sicherer als ohne ! Und das behaupte ich mit 20 jähriger Erfahrung in sachen Softwareentwicklung und IT Security. Vorrausgesetzt man weiß was man tut und ändert das root Passwort und stoppt den ssh Service. Ich führ das jetzt nicht weiter aus, aber ein idevice ist, wenn man es richtig macht, nach einem JB genauso sicher wie vorher….
    Schöne Ostern ! :)

  11. gleichfalls schöne Ostern. — Mag ja sein, dass du als Entwickler und Programmierer dein Iphone mit JB sichern kannst und aufgrund deiner beruflichen Ambition auch ein technisches Interesse an JB hast.

    Aber du willst mir jetzt nicht erzählen, dass die ganzen „Tontis“ die ich mitunter in der Stadt rumrennen sehe, die ein IPhone mit JB haben, wissen was sie da tun und wie sie es vor Viren etc. schützen.

    Und ja – ich mag den Komfort der Geräte und doch ich weiß, dass Apps im Hintergrund Daten tauschen und übermitteln. Nur bis auf damit verbundene Mehrwerbung juckt mich das nicht. Ich bin kein Staatspräsident dessen Daten interessant genug sind. Und ich weiß, dass wenn ich solche Geräte nutze, dass es so ist. Bleibt mir die Wahl, die Geräte zu nutzen oder zu lassen. Andere Überwachungen kann ich nicht so wahlfrei abstellen. Und glaubst du selbst als Entwickler das die JB Apps nichts übermitteln? Vielleicht kannst du das abstellen – die 1000de Jailbreaker die keine Entwickler sondern nur dem JB-Herdentrieb folgen können es sicher nicht. Damit übermitteln sie nicht nur unwissend Daten sondern laufen auch noch Gefahr sich Viren einzufangen.

  12. Hi zusammen!

    Sorry wenn ich einen falschen Eindruck erweckt habe!
    @macfee – Du hast natürlich recht, der Tenor aus meinem vorherigem Post sollte eigentlich lauten: wenn jailbreak, dann mit Köpfchen!!
    Ich habe mich vielleicht ein bisschen angegriffen gefühlt weil das so verallgemeinert wurde…. Jailbreak = Idiot. Ich war allerdings auch entsetzt darüber wieviele Apps ohne Zustimmung das z.b. ganze Telefonbuch Auslesen, und drüber das Apple das offensichtlich nicht stört! Das werte ich als Angriff auf meine Privatsphäre !!
    Es liegt wahrscheinlich auch daran das die Leute in meinem Umfeld (meist ü30) auch anders mit ihren Geräten umgehen. An die „Schüler“ die mit dem Apfel und dem Jailbreak angeben möchten hab ich nicht gedacht!
    Also wer nicht genau weiß, was er tut, sollte es lassen! – Stimmt schon!

    In dem Sinne! Nochmals schöne Ostern ! :)

  13. Es gibt leider viele Leute die den Sinn des Jailbreaks nicht ganz verstanden haben. Viele nutzen ihn nur dafür um eigentlich kostenpflichtige Apps kostenfrei zu bekommen.
    Ob ein Gerät mit oder ohne JB sicherer ist, darüber lässt sich streiten. Fakt ist, dass zur Zeit der Jailbreaks via Safari Browser und PDF Datei ein iDevice nach dem Jailbreak sicherer gemacht werden konnte als es vorher war. Indem man die zum Jailbreak genutzte Sicherheitslücke mit einem Tweak schließen konnte.
    Wer durch den Jailbreak SSH nutzt und sein root Passwort nicht ändert ist selbst schuld. Das sehe ich so als ob ich mein WLAN total offen lassen würde.
    Was die Apps angeht weiß ich bei den Cydia Apps genau so wenig wie bei den AppStore Apps auf welche Daten in meinem Gerät unbemerkt zugegriffen wird.

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