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Mac App Store: Sandboxing vertreibt Entwickler

Mit dem Gatekeeper-Feature will Apple OS X Mountain Lion sicherer machen. Der User kann auswählen, ob er nur Apps aus dem Mac App Store zulassen möchte, das System auf Apps zertifizierter Entwickler beschränken möchte oder aber die Kontrolle darüber, welche Apps er installiert selber behalten will. Hinzu kommt, dass auch Apps für OS X seit einigen Wochen in einer Sandbox laufen müssen. Dies hat den ein oder anderen Entwickler dazu bewegt, dem App Store den Rücken zu kehren.

Was ist Sandboxing

Bei Sandboxing handelt es sich um eine Methode, die die Sicherheit des Betriebssystems erhöhen soll. Apps laufen nun in diesen sogenannten „Sandboxes“, bei denen es sich um Umgebungen mit fest gesteckten Grenzen innerhalb des Betriebssystems handelt, die die App nicht überschreiten kann. Dies soll der App den Zugriff auf wichtige Systemteile verbieten und so für mehr Sicherheit sorgen. Ein gutes Konzept – in der Theorie. In der Praxis führt das dazu, dass einige Entwickler ihre Apps ganz schön einschränken müssen.

Entwickler wenden sich ab

Seit dem 1. Juni ist Sandboxing Pflicht im App Store. Seit dem ist es für Entwickler schwer, ihre Apps bspw. im gewünschten Ausmaß mit Apple-eigenen Apps wie dem Kalender und dem Adressbuch zusammenarbeiten zu lassen.

Das ist einer der Hauptgründe, warum sich Postbox, der Anbieter des gleichnamigen Mail-Clients aus dem App Store zurückgezogen hat. In einem entsprechenden Blogpost geben die Entwickler Einblick in die Gründe, die für einen Rückzug aus dem App Store sprachen.

Neben dem Fakt, dass im App Store unter anderem keine kostenfreien Trial-Versionen angeboten werden können und keine Möglichkeiten für kundenspezifische Discounts (reduzierte Upgrades,  Volume Discounts etc.) vorhanden sind ist die Sandboxing-Pflicht der wichtigste Grund für das verschwinden der App aus dem App Store. Die Entwickler konnten die Features iPhoto- und iCal-Integration sowie die Möglichkeit, Add-Ons zu installieren nicht wie gewünscht in die App implementieren.

Weitreichende Folgen

Instapaper-Entwickler Marco Arment vermutete in einem Blogpost, dass dieses Beispiel nur der Anfang an. Die derzeitigen App Store Regeln seien für viele Entwickler nicht mehr akzeptabel. Das Verschwinden von Apps aus dem App Store sei aber nicht die einzige Folge:

And nearly everyone who’s been burned by sandboxing exclusions — not just the affected apps’ developers, but all of their customers — will make the same choice with their future purchases. To most of these customers, the App Store is no longer a reliable place to buy software.

Die App Store Regeln und das damit verbundene Verschwinden von Apps könnte dazu führen, dass Kunden das Vertrauen in den App Store als Software-Marktplatz verlieren und wieder mehr bei den Entwicklern direkt kaufen. Apple tritt also mit den Regeln nicht nur den Entwicklern, sondern auch sich selbst auf die Füße.

Apples Vorgehen ist für das Unternehmen typisch. Änderungen werden nach dem Motto „akzeptiert oder geht“ eingeführt. Die Frage ist aber, ob Apple die Auswirkungen dieses Mottos dieses Mal stärker zu spüren bekommen wird.

Was ist mit euch? Kauft ihr überhaupt im App-Store? Wenn ja: Ändert Sandboxing etwas für euch?

 

(via)

Mac App Store: Sandboxing vertreibt Entwickler
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4 Kommentare

  1. Ich bin froh, wenn einige Entwickler verschwinden. Es gibt doch ohnehin 80% Schrottapps.

  2. Ich habe kein Problem wieder direkt bei den Entwicklern zu kaufen, auch wenn der AppStore schon praktisch war oder ist. Ich glaube auch das das ein Schritt zu weit war. Wunderte mich schon dass das neue Konzept nicht schon vorher medial knallte.

    Der Gatekeeper ist aber auch schon abgestellt.

  3. Der ersten Meinung darf ich zustimmen. Es schadet nicht, wenn der Store mit überflüssigen Apps ein wenig ausgedünnt wird :)

  4. Dem könnte man nun entgegenhalten, dass speziell Postbox keine „Schrottapp“ ist…

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