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Lightning: Adapter auf Micro-USB wegen EU-Norm

Gestern war es endlich soweit: Mit dem iPhone 5 stellte Apple seine neueste Smartphone-Generation vor. Neben LTE und einem größeren Bildschirm fällt vor allem eines auf: Apple hat dem iPhone 5 einen neuen Dockconnector verpasst. Der Anschluss hört auf den Namen Lightning. Apple kocht damit mal wieder ein eigenes Süppchen: Anstatt wie nahezu jeder andere Hersteller Micro-USB zu verwenden verbaut die Fruit Company mit dem Lightning-Anschluss einen eigenen Standard. Allerdings gibt es einen Adapter von Lightning auf Micro-USB zu kaufen. Diesen brachte Apple jedoch nicht ganz freiwillig auf den Markt.

EU-Richtlinie über Ladegeräte

Im Juni 2009 unterzeichnete Apple zusammen mit 13 anderen Mobiltelefonherstellern eine Vereinbarung, in der Micro-USB als Standard für Ladegeräte festgelegt wurde. Innerhalb von 2 Jahren sollten die Steckverbindungen aller Mobiltelefone in Europa auf Micro-USB vereinheitlicht werden. Trotz dieser Vereinbarung trennte Apple sich nicht vom Dockconnector, sondern führte einen Adapter ein, der für 9,- € im Apple Store erhältlich war.

Diesen Adapter wird es auch für Lighning geben. Zum Preis von 19,- € kann der neue Anschluss mit Micro-USB kompatibel gemacht werden.

Warum kein Micro-USB?

Die EU-Richtlinie erlaubt statt einem direkten Anschluss auch einen Adapter. Apple entspricht mit dem Lightning-zu-Micro-USB also der Richtlinie. Diese sieht allerdings auch vor, dass mit dem Ladegerät, das mit einem Mobiltelefon mitgeliefert wird auch Mobiltelefone anderer Hersteller aufladen können muss. Theoretisch müsste also mit jedem iPhone auch noch ein Standard-Micro-USB-Kabel ausgeliefert werden.

Auch wenn Apple durch den Adapter der Richtlinie entspricht, kann man sich dennoch die Frage stellen, warum Apple mit dem Wechsel des Anschlusses nicht eine Anpassung an den Industriestandard Micro-USB vorgenommen hat. Wirkliche Vorteile lassen sich auch beim Lightning-Anschluss nicht entdecken. Audio In und Out sowie direkte Geräteansteuerung lassen sich auch über Micro-USB verwirklichen. Der Video-Out fiel beim Lightning-Anschluss weg, wäre über Micro-USB aber ebenfalls umsetzbar.

Es erschließt sich also nicht, warum Apple bei einem eigenen Anschluss bleibt. So ist der Kunde weiter auf dediziertes Zubehör angewiesen. Zwar kann mit dem Adapter auch das EU-einheitliche Ladegerät zum Laden des iPhones genutzt werden, diesen Umstand werden sich wohl aber die wenigsten machen. Der Gedanke drängt sich auf, dass Apple den Schritt auf Micro-USB nur scheut, weil damit eine Kerbe ins geschlossene Appleversum geschlagen werden würde und das iPhone mit jedem Ladegerät aufgeladen werden könnte.

Wenn ihr technisch versierter seid als ich und euch große Vorteile von Lightning gegenüber Micro-USB kennt, teilt sie mir gerne in den Kommentaren mit.

Lightning: Adapter auf Micro-USB wegen EU-Norm
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24 Kommentare

  1. Der Mini Dock ist beidseitig anwendbar

  2. Ich denke ein Vorteil an Lightning ist dass man ihn umgedreht einstecken kann und weniger schmutzanfällig ist, weil es da keine ich sag mal „offenen“ stellen gibt. Das bietet ein Mikro USB anschluss nicht.

  3. Ich sehe 2 Gründe. 1. Sehr offensichtlich versucht Apple und hier schmackhaft zu machen das der Adapter ja in beide Richtungen einzustecken passt. Naja Millionen von Menschen kommen mit Micro USB ja auch zurecht. Naja…. Evtl. Als 2. Könnte ich es mir so erklären das Apple ja nach wie vor alle Hardware durch mfi Chips schützt. Diese müssen ja auch irgend wo unter kommen. Deshalb dann auch kein Standard Kabel.

  4. Er sieht cooler aus und es trägt dazu bei das sich die Produkte vom unternehmen aus cupertino von der allgemeinen Masse abheben. Und wer ein iPhone kauft will sich doch ein wenig aus der Masse hervorheben oder? Also ich find es ok und Dank Apple Tv hab ich keine Probleme mit anderem Zubehör…. Nutze was dir gegeben wird…

  5. Alle leute machen jetzt so dumm weil Apple 1 mal nach 10jahren den anschluss gewechselt hat?!?!?!?

  6. Sieht cooler aus? Du hast sie doch nicht alle…

  7. @Marcel: Ich bitte dich. Als würde man sich heutzutage mit einem iPhone noch „von der Masse“ abheben. Ich denke mal, die Verkaufszahlen der iDevices belegen eindeutig, dass es sich um Massenprodukte par excellence handelt.

  8. Eine antwort: geld verdienen. Ist doch gar nicht sooo schwer. Alles neue zubehör mussder kunde neu kaufen. Ladekabel fürs office, fürs auto, adapter für anlage daheim = $$$

  9. Wenn der Dock jetzt so wie vorher wäre, hätte man garnichts gesagt. Stimme Marcel und IBro zu.

  10. Micro-USB ist Technik von gestern, Frickeltechnik, gut das Apple eine bessere Alternative entwickelt hat.

    Und wer auf Micro-USB rumpocht scheint doch etwas ahnungslos zu sein und weiß nicht, dass Lightning wesentlich mehr abbildet als nur eine Datenschnittstelle

  11. Zitat micha06 :

    Micro-USB ist Technik von gestern, Frickeltechnik, gut das Apple eine bessere Alternative entwickelt hat.

    Und wer auf Micro-USB rumpocht scheint doch etwas ahnungslos zu sein und weiß nicht, dass Lightning wesentlich mehr abbildet als nur eine Datenschnittstelle

    dann erhelle uns doch einfach mal

  12. KannMini-USB USB 3.0? Glaube nicht.

  13. …. Jetzt will ich es aber auch wissen :)

  14. Hier die Signale des alten Connectors http://www.allpinouts.org/index.php/Apple_iPod,_iPad_and_iPhone_dock, bei Lightning gibt es zwar noch etwas Verwirrung bzgl. der Video Funktionen, aber generell darf man schon mehr als reinen Datentransfer erwarten – wozu sonst auch 8 Pins, doppelt so viel wie bei USB.

  15. Zitat Rayasa :

    Eine antwort: geld verdienen. Ist doch gar nicht sooo schwer. Alles neue zubehör mussder kunde neu kaufen. Ladekabel fürs office, fürs auto, adapter für anlage daheim = $$$

    Tja stimmt nicht ganz, kostet nur einmalig 19,-€ für nen Adapter auf den alten Dock ;-)

  16. Den micro usb hat man grundsätzlich falsch herum in der hand und er ist so klein das man immer erst genau schaun muss wie rum er jetzt passt. Das ist meiner meinung nach wieder eine simple sache die nur apple macht um das device einfacher zu machen… Einfach anstecken… Wie herum ist egal das hefällt mir!!

  17. Im Juni 2009 unterzeichnete Apple zusammen mit 13 anderen Mobiltelefonherstellern eine Vereinbarung, in der Micro-USB als Standard für Ladegeräte festgelegt wurde.

    Naja, was sind schon Vereinbarungen wenn man nur $ Scheine in den Augen hat

  18. Zitat Daniel :

    Zitat micha06 :

    Micro-USB ist Technik von gestern, Frickeltechnik, gut das Apple eine bessere Alternative entwickelt hat.

    Und wer auf Micro-USB rumpocht scheint doch etwas ahnungslos zu sein und weiß nicht, dass Lightning wesentlich mehr abbildet als nur eine Datenschnittstelle

    dann erhelle uns doch einfach mal

    letzter Versuch der Erhellung:

    Der Dock Connector war schon immer mehr als eine reine Datenschnittstelle. Das kann man z.B. dem Pinout der alten Anschlusses entnehmen (einfach mal danach googlen, scheinbar darf man hier keine Links einstellen). Der neue Connector sollte eine ähnliche Funktionalität haben. Ob und wie Video übertragen wird, ist zwar bei Lightning noch umstritten, aber generell dürfte hier eine ähnliche Funktionalität vorliegen wie beim alten Connector. Das der Funktionsumfang von Lightning höher als bei USB ist, erkennt man schon an der Pin-Zahl.

  19. @micha06: Wenn Kommentare verschwinden, sind sie aus dem ein oder anderen Grund im Spamfilter gelandet. Solche Kommentare muss ich von Hand freischalten, und ich schau nicht alle 2 Stunden hier rein. Wenn also ein Kommentar nicht geposted wurde, hilft es meistens nicht, das Gleiche hinterher zu posten. Einfach etwas Geduld haben, normalerweise dauert es maximal 24 Std., bis ich einen Kommentar freischalte.

    Warum du jedes Mal im Spam gelandet bist, kann ich dir auch nicht sagen…

  20. Im ersten Blick kann man vor allen auch von einem gefundenen Fressen für die beliebten Apple-Geräte reden:
    – Apple bezieht für jeden Adapterverkauf viel Geld.
    – Andere Hersteller müssen für den verbauten Anschluss im iDevice-Zubehör Lizenzgebühren zahlen.

    Jedoch ist Apple’s Vorhaben mit dem Anschluss (nämlich digitale Audio- und Videoübertragung) nicht mit der Norm des Micro-USB Anschlusses nicht vereinbar. Es gibt zwar Geräteklassen-Einteilungen, jedoch ist bei jedem USB Gerät trotz allen ein Treiber notwendig, damit der Host dieses Gerät auch erkennt und die übertragenen Daten lesen und interpretieren kann. Zusammengefasst: es gibt KEINE Möglichkeit, Audio I/O bzw. Video I/O mit einem direkten Endgerät zu ermöglichen (das heißt: Micro auf Klinke Kabel, bspw), wie du sie beschrieben hast. Es gehört IMMER ein Host dazwischen, der die Daten intepretiert und in das jeweilige Format (hier: analoges Audiosignal) konvertiert.

    Würde Apple den Micro-USB Anschluss also verbauen, wäre es zwar generell günstiger in Hinsicht auf Ladegeräte, jedoch teurer, da man dafür spezielle Endgeräte benötigt, um auch Videosignale auf den TV zu bringen.

    Zudem: wer mal 20 GB an Musik mit seinem Gerät synchronisiert hat, weiß, dass die normale USB-Schnittstelle ein Scheißdreck dagegen ist. Auf meinen Sony MP3-Player hat so etwas gut und gerne mal 3 Stunden benötigt. Auf das iPhone gerade mal eine halbe Stunde. Man merkt also, dass der Micro-USB Standard nicht unbedingt die gesamte Leistung von USB 2.0 und 3.0 ausreizt.

  21. @Christian: interessanter Beitrag, vielleicht auch richtig, aber wie relevant für ein ‚Telefon‘ mit 16, 32 oder 64 GB? Heißt: wie oft mögen wie viele Anwender mal eben 20 GB hin oder her schieben? – Für mich eher irrelevant….

    Warum Apple also kein Micro-USB verwendet? Für mich sind technische Gründe höchstens vorgeschoben.
    Viel eher: was ist denn das einzige, wirklich, wirklich herausstechende Merkmal des I-Phone? Das, was mich als Android-Nutzer, der die Vielfalt mag, neidisch werden lässt?
    Das ZUBEHÖR fürs I-Phone. – Hunderte von Dockingstations für jeden Zweck – mit Boxen, in Anlage-Qualität, portable, als Wecker, etc., – KFZ-, Bike-und Motorrad-Halterungen, sogar Bekleidung usw., usw. Während ich für mein geiles Android-Smartphone mit 4″ HD-Ultrabright-Display, gleichen Maßen, Alu-Body und ansonsten ähnlicher Ausstattung wie das kommende 5er…. seit nem halben Jahr nicht mal eine anständige Auto-Halterung bekomme.
    Also: würde Apple einen Standard-Anschluss verbauen, an den plötzlich auch die vielfältigen Androids passen würden, statt eines einzigen Massenprodukts,… würde das wohl kaum den Absatz des I-Phones fördern.

  22. Zitat BL :

    @Christian: interessanter Beitrag, vielleicht auch richtig, aber wie relevant für ein ‚Telefon‘ mit 16, 32 oder 64 GB? Heißt: wie oft mögen wie viele Anwender mal eben 20 GB hin oder her schieben? – Für mich eher irrelevant….

    Warum Apple also kein Micro-USB verwendet? Für mich sind technische Gründe höchstens vorgeschoben.
    Viel eher: was ist denn das einzige, wirklich, wirklich herausstechende Merkmal des I-Phone? Das, was mich als Android-Nutzer, der die Vielfalt mag, neidisch werden lässt?
    Das ZUBEHÖR fürs I-Phone. – Hunderte von Dockingstations für jeden Zweck – mit Boxen, in Anlage-Qualität, portable, als Wecker, etc., – KFZ-, Bike-und Motorrad-Halterungen, sogar Bekleidung usw., usw. Während ich für mein geiles Android-Smartphone mit 4″ HD-Ultrabright-Display, gleichen Maßen, Alu-Body und ansonsten ähnlicher Ausstattung wie das kommende 5er…. seit nem halben Jahr nicht mal eine anständige Auto-Halterung bekomme.
    Also: würde Apple einen Standard-Anschluss verbauen, an den plötzlich auch die vielfältigen Androids passen würden, statt eines einzigen Massenprodukts,… würde das wohl kaum den Absatz des I-Phones fördern.

    Wie Christian und ich schon weiter oben geschrieben haben – der Dock und Lightning vereint eine Vielzahl von Schnittstellen, die über (Micro-) USB einfach nicht abbildbar sind. Dieser angebliche Standard ist ein kleiner gemeinschaftlicher Nenner, nicht mehr und nicht weniger – benutzerfreundlich und innovativ ist der nicht.
    Lightning scheint eine benutzerfreundliche, innovative Lösung zu sein (man muss sich jetzt fragen, wie überhaupt so ein benutzerunfreundlicher Micro USB Verbinder entstehen konnte). Also technische Gründe sind mit Sicherheit nicht „vorgeschoben“.
    Zum Glück nutzt Apple auch die in der EU Richtline vorgesehenen Freiheitsgrade um die Nutzer von seinen Innovationen profitieren zu lassen.

  23. @BL:
    du schreibst es bereits selber: welchen grund sollte es geben, der ebenso standardisiertes zubehör für geräte mit standardisiertem mikroUSB anschluss verhindert, wenn nicht einen technischen? müsste doch für alle Androide-geräte gleichermaßen funktionieren.. aber eben:

    du kannst auch dein iPhone nicht über das usb kabel an einen av-Receiver anschließen und zugriff auf die mediathek erlangen, da die anlage eben kein betriebssystem hat, auf dem du die benötigten treiber installieren könntest. von den 30 pins jedoch, weiß die anlage, oder das TV welches signal von welchem pin für was zuständig ist. somit kannst du am sony bravia den gesamten Medien-content des iphones betrachten und abspielen.

    (es gibt ja auch das kabel von dock connector auf audio stereo-cinch, video-out UND usb – zur Stromversorgung)
    mfG

  24. Zitat Christian :

    Zudem: wer mal 20 GB an Musik mit seinem Gerät synchronisiert hat, weiß, dass die normale USB-Schnittstelle ein Scheißdreck dagegen ist. Auf meinen Sony MP3-Player hat so etwas gut und gerne mal 3 Stunden benötigt. Auf das iPhone gerade mal eine halbe Stunde. Man merkt also, dass der Micro-USB Standard nicht unbedingt die gesamte Leistung von USB 2.0 und 3.0 ausreizt.

    Und damit hast du dich disqualifiziert.
    Denn Micro-USB hat genau gar nichts mit der Geschwindigkeit zu tun – Micro-USB beschreibt nur die Buchse. Dass dein Mp3 Player solange benötigt liegt wahrscheinlich an seinem langsamen Flash-Speicher.

    @Micha:
    Benutzerfreundlich und (!) innovativ ist also, wenn man für jedes Gerät seinen eigenen Kabelsalat braucht.

    Micro-USB ist übrigens völlig ausreichend. Im Zweifelfall muss ein Mikrocontroller mit USB-Device-Funktionalität in den Adapter zu einem anderen beliebigen Gerät. Das kostet ein Bruchteil von Apples µUSB Adapter.

    Fazit: µUSB ist ausreichend abgesehen von der mangelnden Stabilität, aber die war beim Dock-Connector ja noch schlimmer.

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