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Foxconn: Undercover-Journalistin bestätigt miserable Arbeitsbedingungen

Die Journalistin Anne Poiret des französischen Fernsehsenders TF2 hat nun mit einem Team mehrere Arbeiter in die Produktion des Apple-Auftragsherstellers Foxconn eingeschleust und diese mit versteckter Kamera gefilmt. Mit dem zugehörigen Bericht, der kürzlich erstmals ausgestrahlt wurde, werden die äußerst negativen Arbeitsbedingungen des taiwanischen Konzerns bestätigt.

Die Produktionsanlagen von Foxconn werden in einem größeren Areal überwacht und eingezäunt, in dem sich auch die Wohnbereiche der Arbeiter befinden. Die Journalistin schleuste dort mehrere angebliche Arbeiter ein, die wiederum zwischen vier bis zehn Tagen am Stück auf dem Werksgelände blieben. Poiret konnte mit dem Beitrag vor allem einen sehr guten Einblick in den Alltag der Arbeiter aufzeichnen, der widerspiegelt, welche Methoden Foxconn einsetzt. Leider konnte die Produktion der Elektronikartikel nicht gefilmt werden, da diese mit Zugangskontrollen gesichert wird. Sämtliche Objekte aus Metall würden nämlich am Eingang erkannt werden.

Gratis-Arbeit durch Tausende Praktikanten

In der Dokumentation, die in Teilen auf der Videoplattform YouTube veröffentlicht wurde, sind unter anderem die Auffangnetze zu sehen, die an sämtlichen Stellen vorhanden sind, damit Menschen nicht von den zahlreichen Dächern springen können, um einen Selbstmord zu begehen. Des Weiteren protokolliert der Bericht mangelnde Arbeitsschutzmaßnahmen sowie eine ausgeprägte Nachtarbeit. Ein Gespräch mit sehr jungen Arbeitern beweist zudem, dass Foxconn mit aller Kraft versucht, Jugendliche für ein kostenloses Praktikum zu gewinnen, ohne diese gerecht zu entlohnen. Die Heranwachsenden bleibt keine Wahl, denn wenn sie sich gegen das Praktikum entscheiden, erhalten Sie in Zukunft kein Stipendium oder ähnliche Förderungen im Bereich der Bildung.
Laut den Recherchen der Journalisten beträgt der Anteil der Praktikanten im größten Foxconn-Werk im chinesischen Zhengzhou stattliche sieben Prozent von den insgesamt 200.000 Menschen, die dort arbeiten.

Keine Verbesserungen in Sicht

Zusammenfassend ist aus diesem aktuellen Bericht zu entnehmen, dass die von Foxconn angekündigten Optimierungen im Bereich des Arbeitsschutzes kaum bis gar nicht stattfanden. Auch die Vereinbarungen mit den Universitäten, Schulen und Lehrern bestehen noch immer, sodass die derzeitige Situation der Arbeiter noch immer als miserabel bezeichnet werden kann.

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3 Kommentare

  1. Kürzlich war zu lesen: 40% der Fertigung laufen für Apple. Also sind 60% von anderen Auftraggebern. Da mag zwar Apple den größten Anteil haben, aber warum dennoch immer Apple erwähnt wird und alle anderen verschwiegen werden bleibt schleierhaft.

    Und nochmal: in den Asiatischen Ländern bestehen völlig andere Strukturen und politische Bedingungen. Den Mitarbeitern ginge es nebenan in der KiK-Herstellung oder sonst in einem inländischen Unternehmen keinen Deut besser, weil die Regierung des Landes die Arbeitsbedingungen zuläßt. Hinzukommt eine völlig andere Auffassung von Arbeit und Job bei den Mitarbeitern dazu, die mit westlichen Ansprüchen an den Job und seine Bedingungen nicht vergleichbar sind. Würde rein theoretisch Foxconn schließen, wären die Arbeiter arbeitslos in einem System das ebenfalls nicht mit den westlichen Sozialsystemen vergleichbar ist und ich bezweifle, dass die Arbeiter dort dies freiwillig lieber wählen würden.

    Also ist das dauernde Hochkochen von ARbeitsbedingungen bei Foxconn immer wieder nur eine Anti-Propaganda gegen Apple und ein Gewissenberuhigender Abklatsch des letzten Berichts für Gutmenschen. Wären alle ehrlich entrüstet, würden sie keine in Asien gepuhlten Krabben essen, keine Computer mehr benutzen (denn irgendein Bauteil kommt garantiert von Foxconn und der Rest aus Firmen die auch nicht besser sind) keine Kleidung mehr kaufen auf denen Made in China, Korea, etc. steht. — Tja und dann ist es auf einmal vorbei mir Geiz ist Geil oder dem Gutmenschentum.

    Ich habs schon mal gesagt: ich und andere User haben sicher nichts dazu beigetragen, wenn wir in politisch und geografisch relativ sicheren und ruhigen Zonen leben – aber wir sind auch nicht schuldig daran und müssen uns dauernd die Berichte aus anderen Gegenden antun die uns einreden wollen, wir hätten daran Schuld.
    Ich kaufe weiterhin nach meinem Geldbeutel und meinen Vorlieben ein – und überlasse das Ändern von politischen und gesellschaftlichen Strukturen in den Herstellerländern deren Regierungen bzw. dem Volk das diese Regierungen ändern kann.

  2. Schön geschrieben, Macfee :)

  3. @Macfee Nach vielen Beiträgen zur Foxconn-Thematik setzen wir langsam voraus, dass die Leser wissen, dass Foxconn nicht nur für Apple fertigt. Aufgrund dessen erspare ich mir gerne etwaige Hinweise. Danke.