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Apple CEO Tim Cook muss in einem Antitrust-Verfahren wegen der No Hire Politik aussagen

Apple CEO Tim Cook muss mal wieder einen Gerichtstermin wahrnehmen. Richterin Lucy Loh – die in Cupertino ja schon lange keine Unbekannte mehr ist– hat angeordnet, dass Cook in einer Privatklage aussagen muss. Die Klage richtet sich gegen Apple und sechs andere IT-Heavyweights wegen angeblichen Absprachen untereinander, die das Abwerben hochqualifizierter Arbeitskräfte verhindern sollte. Sollten sich die Vorwürfe erhärten, hätte Apple damit gegen Regeln des freien Wettbewerbs verstoßen.

Tim Cook muss aussagen, obwohl er damals nicht CEO war

Neben Apple richtet sich die Klage noch gegen Google, Intel, Adobe, Walt Disney, Pixar und Intuit. Die Kläger, allesamt ehemalige Angestellte der Unternehmen, behaupten, es habe Absprachen gegeben, die verhindern sollten, dass man untereinander individuell Arbeitskräfte abwarb. Daraus resultierend seien die Arbeitnehmer in ihrer Mobilität beschränkt gewesen und die Unternehmen hätten die Löhne niedrig halten können.

Apples Anwälte haben noch versucht, die Vorladung Cooks zu verhindern. Sie argumentierten, dass Cook zum fraglichen Zeitpunkt lediglich COO (Chief Operational Officer) von Apple gewesen sei und von den Absprachen nichts gewusst habe. Koh lud Cook dennoch vor, mit dem Argument, sie könne nicht glauben, dass der COO aus diesen Absprachen rausgehalten wurde.

Als Beweismittel der Kläger dienen vor allem E-Mails, die Steve Jobs mit den anderen CEOs ausgetauscht hat und in denen die Absprache erwähnt wurde. Momentan steht noch die Entscheidung aus, ob die Klage als Class Action Lawsuit, also Sammelklage, behandelt werden soll. Mit einer Sammelklage ließen sich individuell höhere Schadensersatzansprüche begründen. Um als Sammelklage zugelassen zu werden, muss allerdings für jeden einzelnen klagenden Arbeitnehmer ein Kausalzusammenhang zwischen der Existenz der Absprache und eventuell entstandenen Schäden bewiesen werden können.

Auch andere CEOs müssen aussagen

Neben Tim Cook werden auch noch andere CEOs der beklagten Firmen aussagen müssen. Zwar wird Koh wahrscheinlich nicht jeden einzelnen in den Zeugenstand bitten, aber zumindest den ehemaligen CEO von Google, Eric Schmidt, hat die Richterin bereits vorgeladen.

Die Klage folgt einer Untersuchung des US Department of Justice, also des amerikanischen Justizministeriums. Dieses hatte mit den Unternehmen bereits 2010 einen Vergleich ausgehandelt, in der die Firmen sich verpflichteten, in Zukunft auf derartige Praktiken zu verzichten. Nun geht es darum, dass die Geschädigten aus der Zeit, als die Absprache noch existierte, Schadensersatz verlangen. Im Erfolgsfall könnte dieser für alle Unternehmen insgesamt mehrere hundert Millionen US-Dollar betragen.

 

(via AppleInsider)

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