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Backups für Macs: Was kommt nach der Time Capsule?

Schon seit fast 10 Jahren hat der Mac ein integriertes Backup-System, genannt Time Machine. Passend dazu gibt es eine „Time Capsule“, ein AirPort-Router mit Festplatte zum Sichern von Macs. Aber wie lange noch? Immerhin kann man auch andere Hardware für den Job nutzen und hat diverse Vorteile bei der Funktionsvielfalt – und dabei verliert man „nur“ die Router-Funktion.

Time Capsule, Bild: Apple

Time Capsule, Bild: Apple

Läuft die Time Capsule aus?

Die Time Capsule ist, und das sieht man bereits an ihrem Gehäuse, im Grunde ein AirPort Extreme mit integrierter Festplatte. Und genau so benimmt sie sich auch: Im AirPort-Dienstprogramm, mit dem sie konfiguriert wird, möchte sie gerne ein WLAN-Netzwerk etablieren und wäre am liebsten ein Router. Sie lediglich als NAS zu nutzen, ist mit einiger Konfiguration verbunden. Vergangenes Jahr haben sich jedoch Gerüchte breit gemacht, Apple hätte die Entwickler in andere Teams verlagert und plane nicht, neue Versionen anzubieten. Aber das ist nicht schlimm, denn Backups lassen sich auch anders speichern.

Backups auf das NAS

Die Time Capsule ist weder das erste noch das einzige NAS (Network Attached Storage), dem man seine Daten anvertrauen kann. Dabei hat es sogar einige Vorteile, nicht auf die Apple-Lösung zuzugreifen. Neben QNAP ist der Platzhirsch von Netzwerkfestplatten sicherlich Synology. Hier bietet sich für den Hausgebrauch die DiskStation DS216j an. Diese ist noch vergleichsweise günstig, glänzt mit schnellen Übertragungsraten und vielen Funktionen. Normalerweise kommt sie ohne Festplatten, allerdings bauen Händler diese auf Wunsch schon ein. Für einen Überblick über Preise (mit und ohne Festplatten) ist Idealo ein guter Startpunkt.

Synology unterstützt Time Machine, sogar hoch offiziell. Es gibt separate Menüpunkte, mit denen sich das Verhalten steuern lässt. Vor allem aber lässt sich die DiskStation nicht nur mit einer einzelnen Festplatte betreiben, sondern auch mit mehreren. Außer zur Erweiterung des Speichers kann das zur Erhöhung der Datensicherheit genutzt werden, beispielsweise mit RAID 1, wo alle Daten gleichzeitig auf beide Festplatten geschrieben werden. Wenn eine Festplatte einen Defekt erleidet, wird sie ausgetauscht und das RAID repariert – kein Datenverlust.

NAS ist vielseitig

Backups sind aber nur ein Anwendungsfall für ein NAS. Weitaus häufiger dürfte die Netzwerkfestplatte für Multimedia eingesetzt werden, etwa um die Musik-Sammlung im ganzen Haus verfügbar zu machen oder um Filme auf dem Smart-TV zu schauen. Dafür unterstützt die DiskStation den Übertragungsstandard DLNA. Darüber hinaus bietet Synology einen Web-Dienst, über den man aus dem Internet auf seine Daten zugreifen kann. Das funktioniert wie bei einer Cloud (vgl. Dropbox, OneDrive usw.), mit dem Unterschied, dass die Daten auf den lokalen Festplatten verbleiben.

Ein weiteres interessantes Feature sind Apps. Synology bietet die Möglichkeit, die DiskStation mit allerlei Zusatzfeatures zu bestücken. So lässt sich ein Webserver einrichten oder IP-Kameras verwalten. Für interessierte Anwender gibt es sogar die Möglichkeit, direkt mit dem zugrundeliegenden Linux zu hantieren, denn auf Wunsch gibt es auch eine SSH-Shell.

Keine Router-Funktion – verschmerzbar

Der einzige Kompromiss, den man einzugehen bereit sein sollte, ist der Verzicht auf die Router-Funktion mit samt WLAN-Netzwerk. Mit einem WLAN-Stick ist zwar selbst das möglich, aber nicht „Out of the box“ vorgesehen. Hierzulande, wo Router oft All-in-one-Produkte sind und vom Internet-Anbieter spendiert werden, dürfte dieser Nachteil aber zu verkraften sein.

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