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Wird Apple in der post-Steve-Jobs-Aera ein Problem bekommen?

Es ist wohl unstreitig, dass der Tod von Steve Jobs eine starke Zäsur für Appe darstellte. Man blickte unsicher in die Zukunft. Wie wird es mit der Firma weiter gehen? Wird es Apple gelingen, den Verlust einer derartigen Führungsperson zu kompensieren? Es gab nicht wenige, die eine Verschlechterung der Situation des Unternehmens voraussagten. Bisher ist davon nichts zu merken. Apple ist erfolgreich wie nie zuvor. Glaubt man aber den Voraussagen des Marktforschungsinstituts Forrester Research, so kommt das dicke Ende erst noch.

Apple wird noch von Steve Jobs Momentum getragen

Forrester Research ist eines der größten Marktforschungsunternehmen der Welt. Was nicht heißt, dass die abgegebenen Analysen immer zutreffen, aber zumindest haben Aussagen aus der Forrester Research Group Gewicht.

Die Voraussagen über Apple kommen vom CEO des Unternehmens, George Colony, persönlich. Dieser lehnt sich in seiner Analyse an eine Theorie Max Webers von 1947 an: Laut Weber gibt es drei Typen von Unternehmen:Bürokratische (z. B. IBM), traditionelle (bspw. die katholische Kirche) und charismatische (diese werden von speziellen Führungspersönlichkeiten geleitet). Apple gehöre unzweifelhaft in die letzte Kategorie. Steve Jobs traf alle wichtigen Entscheidungen für Apple. Er stand in einer Art und Weise am Ruder des Unternehmens, die in der Geschäftswelt wenn nicht einzigartig dann doch sehr außergewöhnlich war.

Mit dem Tod von Steve Jobs verlor Apple seine Führungspersönlichkeit. Colony schätzt die Zukunft Apples folgendermaßen ein:

Apple’s momentum will carry it for 24-48 months. But without the arrival of a new charismatic leader it will move from being a great company to being a good company, with a commensurate step down in revenue growth and product innovation. Like Sony (post Morita), Polaroid (post Land), Apple circa 1985 (post Jobs), and Disney (in the 20 years post Walt Disney), Apple will coast, and then decelerate.

Momentan sei Apples Erfolg also noch von den Führungsqualitäten von Jobs getragen. Er hat ein Momentum hinterlassen, das die Firma noch für bis zu vier Jahre vorwärts tragen kann. Sollte dann jedoch nicht ein ähnlich charismatischer Mann (oder Frau) wie Jobs am Ruder stehen, wird Apple den Weg vieler anderer Unternehmen gehen und von einer großartigen zu einer guten Firma werden. Colony zieht dabei Parallelen zum Absturz von Apple nach Jobs Weggang in den 80ern.

 

Cook kann Jobs nicht das Wasser reichen

Colony ordnet den Führungsstil von Tim Cook eher in den bürokratischen Bereich ein. Er schätzt Cook als weniger risikobereit und als insgesamt weniger charismatisch als Jobs ein. Ihm fehle das Auge für einzigartiges Design, die Fähigkeit, außerhalb der Norm zu denken sowie der nicht brechbare Wille, den Jobs mitbrachte.

Solange das Momentum anhält sei Tim Cook geeignet, Apple zu führen. Aber dann müsse eine neue Führungspersönlichkeit her. Colony wirft die Namen Scott Forstall (der gerüchteweise ja bereits für den Posten im Gespräch ist) und Jonathan Ive in den Raum.

Wie schätzt ihr die Sache ein? Wie wird es mit Apple weitergehen? Kann die Firma eurer Einschätzung nach ihren Erfolgszug fortsetzen oder wird sie früher oder später ins Straucheln kommen?

Quellen: Blog von Forrester (engl.), ZDNet

Wird Apple in der post-Steve-Jobs-Aera ein Problem bekommen?
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7 Kommentare

  1. Da hat colony nicht so Unrecht um ehrlich zu sein. Ich glaube auch nicht das, so einer wie Steve Jobs ersetzbar ist. Er war halt nun mal so eine Art Aushängeschild von Apple. Ich bin zwar nicht der Typ der sagt, SJ ist ein Art igod oder so. Aber ER war in alle Munde. ER hat nunmal alles entworfen und einen gewissen Touch dazu gegeben. ER WAR APPLE. Wir waren es gewohnt das Apple eine Firma war, was keine Geheimnisse preis gab. Egal um was es ging. Steve Jobs zeigte allen seinen Mittelfinger und segelte weiter. Er zog sein Ding durch.

  2. Ich gehe davon aus das Apple irgendwann nicht mehr so erfolgreich sein wird. Das ist aber völlig normal, denn einen Menschen wie Steve Jobs den gibt es alle 100 Jahre nur einmal. Das heißt aber nicht das Apple als Unternehmen verschwindet. Ive ist ja auch noch da und wird Designtechnisch noch für den ein oder anderen Paukenschlag sorgen.

  3. Jonathan Ive for CEO!

  4. themanwhochangedtheworld

    Ich glaube das Jonathan Ive der richtige für den Job als CEO wäre. Immerhin kamen von ihm die Designs der letzten Jahre, die wohl unumstritten genial sind und Apple einzigartig machen. Ich denke auch das Tim Cook nicht dauerhaft das Unternehmen leiten kann, ohne das Apples Verkaufszahlen sinken. Er ist einfach „zu normal“ oder wie im Artikel beschrieben bürokratisch.

  5. Was redet man da für einen Unsinn. Was war vor dem Ableben vom iGod Jobs?
    Es hatten schon viele außerhalb Jobs gewirkt. Er hat manchmal nur entschieden, aber andere haben die Designentwürfe u.s.w. erbracht OHNE Jobs Hilfe. Er hat dem Unternehmen lediglich hauptsächlich ein Gesicht gegeben. Und wie wir mittlerweile wissen sollten, projezieren wir in alles Mögliche menschliche Züge. Da war es für den iGod ideal, weil ER den menschlichen Bezug leichtbar sichtbar machte und dies die meisten Menschen offenbar mögen.

    => Tim Cook hat es deswegen jetzt sehr schwer in diese riesigen Fußstapfen zu treten. Und vielleicht traut er sich noch nicht.

    Am Anfang war es ganz sicher Pietät, jetzt vielleicht noch etwas, aber hat vielleicht noch nicht den Mut. Weil gleich kann er natürlich nicht sein und ob er als neuer iGod sofort akzeptiert wird, das ist ihm bestimmt nicht klar.

    Jedenfalls meinte er zu einer journallistischen Frage, ob es nicht langweilig sei, dass nur noch 2 Pferde im Rennen seien. Da verneinte er mehrmals und sagte, dass es ein Pferd gäbe, dass sich gerne Smokings anzieht. XD

    => Man kann ihn wegen solchen witzigen Metaphern durchaus auch gerne haben. => So bürokratisch ist er nicht! => Er hat viel entschieden vor Ende von Jobs. => Damit sieht man, dass er nicht so dermaßen bürokratisch wie vielleicht gedacht ist. => Vermutlich traut er sich nicht große Töne von sich zu geben, weil Jobs Apple war (aber Apple nicht Jobs war, was aber viele denken, weil so ein Modell viel einfacher zu verstehen ist als sonst).

    Der Autor hängt offenbar an Jobs, obwohl dies Jobs längst wusste und somit Apple (wenn nicht selbst) recht weit unabhängig gemacht hat.

    => Viele Worte, kurzer Sinn: Der Artikel ist viel zu übertrieben. Vermutlich wollen sie viele Pageimpressions erzeugen.

  6. Ich denke T.C. Ist schon recht gut, denn SJ selbst hat ihn an diese Stelle gesetzt. Sicher nicht umsonst.

    Aber … Produktpräsentationen sollte er anderen überlassen, denn er kann in seiner trockenen Art nicht die Begeisterung eines SJ rüberbringen. Da bringt Ben Schiller schon mehr rüber.

    Außerdem mag ich den Schmuskurs von Cook gegenüber Aktionären (Ausschüttungen) – den Journalisten gegenüber indem jede Produkt-oder Firmenkritik zu Reaktionen führt, die SJ nie abgegeben hätte – und nun auch gegenüber der Konkurrenz (mit der Aussage, er wolle den Androide-Krieg gern beenden) überhaupt nicht.
    Das sind Dinge wo ich glaube, das sich SJ nicht nur im Grab umdreht, sondern dauerrotiert.

    Denn diese Veränderungen Schaden Apple m. E. nach sehr, weil Apple solchen anbiedernden Schmusekurs nie nötig hatte.

  7. Es stimmt, das Karma ist weg. Darum hab ich jetzt auch ein Windows Phone. :-)))

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