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Scott Forstalls Weggang: Details und Hintergründe

Heute mittag berichteten wir, dass Scott Forstall und John Browett Apple verlassen haben. Besonders im Falle Forstall kommt das etwas überraschend, da der SVP of iOS Software lange Zeit als der Nachfolger von Tim Cook als CEO des Unternehmens gehandelt wurde. Zahlreiche Spekulationen und Gerüchte ranken sich um den Weggang Forstalls, seit dieser bekannt gemacht wurde, und wir wollen euch diese nicht vorenthalten.

Apples Map Fiasko

Als wichtigster Faktor für den Weggang von Scott Forstall wird Apples Map Fiasko gehandelt. Vor allem die Tatsache, dass er sich weigerte, die öffentliche Entschuldigung, die Tim Cook verfasste, zu unterschreiben. So berichtet zumindest das Wall Street Journal, das für gewöhnlich recht gute Einblicke in Apples Interna hat. Apple Maps fiel als Teil von iOS unter den Verantwortungsbereich von Forstall, und scheinbar stieß es nicht unbedingt auf Gegenliebe, dass er sich weigerte, die Entschuldigung zu unterschreiben.

Forstall generell nicht beliebt

Aber die Gründe scheinen tiefer zu gehen als nur die Problematik rund um die Maps App. Om Malik, der Gründer des Blogs GigaOM, veröffentlichte kurz nach der Bekanntgabe durch Apple einen Blogpost, indem er die Situation, die zum Weggang von Forstall führte, detailliert auseinandernimmt. Er bezieht sich dabei auf interne Apple-Quellen, und für gewöhnlich gehört GigaOM zu den besser informierten US-Blogs.

Scheinbar war Forstall generell nicht besonders beliebt, weder unter den anderen SVPs noch unter Apples Ingenieuren und Programmierern. Das ging sogar so weit, dass sich andere Mitarbeiter weigerten, an Meetings mit Forstall teilzunehmen, wenn Tim Cook nicht anwesend war.  Scott Forstall kam mit Steve Jobs von dessen Firma NeXt zu Apple, und Jobs übernahm die Rolle des Mediators zwischen Forstall und anderen SVPs. Nachdem Jobs als CEO von Apple aus gesundheitlichen Gründen zurücktrat, spitzte die Situation sich weiter zu. Besonders benannt werden Bob Mansfield und Eddie Cue, mit denen Forstall scheinbar ein besonders kühles Verhältnis hatte.

Laut Malik sind zahlreiche Apple-Mitarbeiter und SVPs erleichtert, dass Forstall ab 2013 nicht mehr für Apple tätig ist. Wörtlich schreibt er:

Forstall’s firing was met with a sense of quiet jubilation, especially among people who worked in the engineering groups.

Über eines sind sich die zahlreichen Internetquellen auf jeden Fall einig: Scott Forstall verließ Apple nicht freiwillig. Er wurde gefeuert. Es ist die Rede davon, dass Forstall als ein Hindernis gesehen wurde, das die Zusammenarbeit der anderen hochrangigen Mitarbeitern behinderte.

Der Aufstieg des Jonathan Ive

Mit dem Wegfall von Scott Forstall aus dem SVP-Team von Apple nimmt der Design-Guru Jonathan Ive eine deutlich prominentere Rolle in dem Unternehmen ein. Neben seinem Bereich Industrial Design ist Ive nun für „Human Interface in der ganzen Firma“ verantwortlich. John Gruber schreibt auf Daring Fireball, dass man die Bedeutung dieses Schrittes auf keinen Fall unterschätzen darf. Effektiv bedeutet es, dass Jonathan Ive nun für alle Design-Fragen bei Apple verantwortlich ist – sein es im Hardware- oder Software-Bereich. Damit nimmt Ive nun wohl neben Tim Cook eine der wichtigsten Rollen bei Apple ein.

Die „Beförderung“ von Jonathan Ive kann für iOS eigentlich nur gute Folgen haben. Forstall war einer der großen Verfechter der Skeuomorphismen in Apples Softwaredesign (z. B. die Lederoptik des Kalenders). In den Händen eines Genies wie Jonathan Ive kann sich das Design von iOS nur verbessern.

Die Chance des Craig Federighi

Eine große Veränderung ist der Verlust von Forstall auch für Craig Federighi. Gerade frisch befördert, übernimmt er nun zusätzlich zu OS X den iOS-Bereich bei Apple. Eine große Chance für ihn, da iOS einer der wichtigsten Bereiche innerhalb des Unternehmens ist.

Eddy Cue übernimmt die Verantwortung für Siri und Apple Maps, das immer noch als Sorgenkind gilt. Eine gute Entscheidung, denn Cue war die treibende Kraft hinter der Verwandlung von MobileMe zu iCloud.

Die Zukunf von Scott Forstall

Bis 2013 ist Forstall noch als Berater von Tim Cook bei Apple angestellt, danach muss er dem Unternehmen den Rücken kehren. Was für ihn danach kommt, ist noch völlig unklar. Doch trotz der etwas unschönen Begleitumständen seines Weggangs von Apple ist Forstall immer noch ein talentiertes Mitglied der IT-Gemeinde und es gibt wohl viele Unternehmen, die sich glücklich schätzen würden, ihn einzustellen. Wer weiß, vielleicht gründet Scott Forstall auch seine eigene Firma.

Scott Forstalls Weggang: Details und Hintergründe
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12 Kommentare

  1. Hmm, ich mag den „Skeuomorphismen“-Look aber sehr. Besonders bei „Notizen“ gefällt mir die Lederoptik. Ist doch schön anzusehen? Irgendwelche kantigen kühlen Benutzeroberflächen haben doch Android und besonders Windows 8. Finde ich langweilig und nicht spannend.

  2. Hmmm, die Entwicklerforen waren/sind ja ziemlich voll mit Tickets zu Apple Maps. Als iOS 6 im Betastatus war hat Apple auf keine dieser Bugmeldungen reagiert. Dann ging genau DIESE Software in den Release Candidate und wurde veröffentlicht. Ich kann nicht glauben, dass er das verbockt haben soll, da gibt es noch mehr Instanzen, die das entscheiden. Meine Vermutung war, dass sich Scott Forstal gewehrt hat, als Verantwortlicher für den iOS Bereich(und auch für die Maps) zu unterschreiben, wovor er längere Zeit gewarnt hat.

    Aber das ist nur eine Vermutung, denn ein Steve Jobs hat auf JEDEN Bereich geguckt, bevor ein Produkt das Licht der Öffentlichkeit gesehen hat… ;)

  3. „Forstall war einer der großen Verfechter der Skeuomorphismen in Apples Softwaredesign (z. B. die Lederoptik des Kalenders).“

    Hier ist wohl Ive gemeint und nicht Forstall.

  4. @Mike: Nein.
    Forstall: Pro Skeuemorphismen
    Ive: Contra Skeuomorphismen

  5. @Alex: Sorry. ; )

    Das Wort „Verfechter“ brachte mich etwas durcheinander.

  6. @Mike Mich auch :)

    @Redaktion. Steht da oben „Steve Forstall“ ?? :))

  7. Was hat die schweizerische Volkspartei (SVP) mit all dem zu tun?

  8. Hallo liebes apfelnews Team
    Ich habe gerade erfahren das iTunes 11 erst im laufe des Novembers raus kommt.

  9. @Kritiker98:
    Tatsache…irgendwie hab ich es in den letzten Tagen nicht so mit Namen…

  10. wie Kritiker98 schon vor fast 24h bemerkte: im ersten abschnitt, „apples map fiasko“, steht Steve Forstall. der gute heißt aber Scott.

    im abschnitt „Forstall generell nicht beliebt“ sollte es vor dem zitat wohl eher heißen:
    „Laut Malik gibt es zahlreiche Apple-Mitarbeiter und SVPs, DIE erleichtert SIND, dass Forstall ab 2013 nicht mehr für Apple tätig ist. “

    @topic
    wenn der gute scott wirklich so eine bremse war, dann kann es ja jetzt nur/nun voran gehen. hoffentlich in die richtige richtung.
    wenn maps nicht als eine so tolle superduper app angepriesen worden wäre, wäre der imageschaden wohl nicht ganz so groß und forstall auch nicht ganz so sehr in der schusslinie. aber der zug ist ja jetzt abgefahren.
    mag auch auf seine angesprochene umgänglichkeit mit seinen kollegen zuzuführen sein, aber er wird maps ja nicht ganz im alleingang erstellt haben!? naja, die werden schon wissen was sie tun.

  11. Oha. 24 Std. Und das an einem Feiertag. Unfassbar. Offizielle Beschwerden bitte an die Redaktions-Adresse.

    Tatsächlich stellte es sich als einfacher heraus, aus dem „gibt es“ ein „sind“ zu machen.

  12. Er war und bleibt der bessere ini meinen augen