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iPhone (5) für Senioren: Warum eigentlich nicht?

Langsam aber sicher gehört auch mein Opa zu den höheren Semestern, so dass die eine oder andere Sorge durchaus berechtigt ist, wenn es darum geht, dass Opi wieder einmal seinen alltäglichen Spaziergang allein vollziehen möchte. Bisher verzichtete mein Opa gänzlich auf ein Handy, Smartphone oder dergleichen. Ab Weihnachten wird sich das nun ändern, da er ein sogenanntes Seniorenhandy geschenkt bekommt. Aber welches Handheld ist schon wirklich Seniorenfreundlich? Auf der Suche nach einem geeigneten „Rentner-Knochen“ stellte ich mir stets die Frage, ob denn nicht auch ein iPhone Opi-freundlich umgestaltet werden kann?

Ein kleiner Exkurs

Moritz Keck studierte Media System Design an der Hochschule Darmstadt und befasste sich bereits 2009 mit der Thematik, das iPhone Seniorenfreundlicher zu gestalten. Im Rahmen der Diplomarbeit, die den Titel „Die Generation Plus und das iPhone – Nutzungsverhalten und neue Möglichkeiten“ trägt, entwickelte Moritz Keck das „i-Plus“ Awendungskonzept. Hierbei handelt es sich um die Anpassung des iPhone Homescreens an die Bedürfnisse nicht mehr ganz so technisch affiner Menschen. Keck untersuchte vor allem die Reaktionen der Zielgruppen-Personen, die zwichen 50 und 85 Jahre alt waren, im Hinblick auf das Apple iPhone. Zur Überraschung konnte festgestellt werden, dass eine Vielzahl der Rentner beispielsweise für moderne Smartphones sehr aufgeschlossen war. Vor allem der große Bildschirm, weckte das Interesse der rüstigeren Generation sehr. Als es dann jedoch um die Bedienung des iPhones ging, stießen die älteren Menschen allerdings schnell an ihre Grenzen. Zu sehr steckt, das Drücken einer Taste noch im Unterbewusstsein fest. Die Wischgesten, die für junge Menschen einfach zum Alltag dazu gehören, sind der erwähnten Senioren-Zielgruppe aber eher fremd. Das i-Plus Konzept wurde daher entsprechend auf das Nutzungsverhalten der Senioren angepasst. Auf dem Homescreen befinden sich wenige Icons, die sich nahezu von selbst erklären und mit sinnvollen Shortcuts verknüpft sind.  Moritz Keck räumte mit seinem Ansatz ein Senioren-freundlicheres iPhone zu konzipieren, sogar den ersten Platz beim Science Award des eResult Usability Contests 2009 ab. Die Überlegungen, sowie Bilder zur Studie gibt es hier noch einmal zum Nachlesen.

Das iPhone Seniorenfreundlich gestalten

Leider hat Apple bisher noch kein großes Interesse an dem i-Plus Konzept gezeigt. Mit etwas Geduld und ein paar nützlichen Tipps und Tricks sowie netten Applikationen, kann man das iPhone aber auch in Eigenregie Senioren-freundlicher gestalten. Bevor man sich jedoch auf das geballte App Angebot aus dem Apple AppStore stürzt gilt es zu hinterfragen, welche Anwendungen eigentlich vorrangig dem lieben Opi oder der lieben Omi zu Gute kommen dürften?

Tipp 1: FaceCall

Ganz wichtig ist dabei zunächst die Erreichbarkeit beziehungsweise im Umkehrschluss die Möglichkeit mit nur wenigen Klicks einen Anruf tätigen zu können. Dabei bringt es nicht viel einfach auf das Telefonbuch zu verweisen. Vielmehr könnte hier eine App weiter helfen, die zunächst die wichtigsten Kontakte auf den Homescreen holt. FaceCall ermöglicht hier beispielsweise eine Homescreen-Schnellwahl, die mit entsprechenden Bildern der Zielpersonen untermalt wird.

Tipp 2: Nützliche Shortcuts

Ein Homescreenshortcut zu dem Benutzerhandbuch für das iPhone könnte ebenfalls sehr hilfreich sein. Dieser ist recht schnell eingerichtet. Dazu braucht man im Safari Browser lediglich die Apple iPhone Manuals (Link) aufzurufen und diese mit einem Klick auf das Kästchen mit dem Pfeil unten in der Tab-Bar zum Startbildschirm hinzuzufügen. Hier sollte man vor allem die Beschreibung des Shortcuts sinnvoll wählen.

Tipp 3: Alltags-Apps

Es gibt auch mehr als eine Handvoll Apps, die auch den Senioren-Alltag erleichtern dürften. Mir fallen hier spontan Wetter-,Nachrichten-,Lotto- und TV Programm Applikationen ein. Diese dürften jedoch je nach Interessenlage und Alter stark variieren und kommen bei meinem Opi eher weniger in Frage.

Fazit

Das Apple iPhone könnte durchaus eine Alternative zu den teilweise recht unschönen Senioren-Handys darstellen. Allerdings erfordert die Anpassung an das Apple iDevice etwas Geduld und Ausdauer des Erklärenden. Dank kleiner Helferlein, die oben angesprochen wurden dürfte das jedoch kein Problem darstellen. Ein wichtiges Feature, das vor allem in meinem Fall recht nützlich sein dürfte (Wir erinnern uns, Opi geht gern allein spazieren) ist auch die Möglichkeit das iPhone via GPS orten zu können. Falls wirklich etwas passiert, kann man die Position von Opi stets ausfindig machen und entsprechend schnell Hilfe holen sowie diese auch gezielt leiten. Zusammenfassend wäre es speziell für meinen Fall aber unpassend ein neues iPhone 5 als Seniorenhandy zu erwerben. Allerdings dürfte mein ausgedientes iPhone 4 für diesen Zweck durchaus herhalten können. Sollte mein privates Pilotprojekt, mit meinem 72 Jahre alten Opi scheitern, wird es dann wohl doch auf das Seniorenhandy mit den extra großen Tasten hinaus laufen. Ein Versuch ist es aber Wert.

Wie sieht es in eurer Familie denn so aus. Habt ihr ebenfalls schon einmal vor der Aufgabe gestanden für Omi oder Opi ein passendes Handy heraus zu suchen? Welches Verhältnis pflegen eure älteren Herrschaften denn zu dem iPhone und Co? Habt ihr noch Tipps für weitere nützliche Senioren-Apps?

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5 Kommentare

  1. Meine Großeltern sind sehr aufgeschlossen gegenüber „neuer“ Technik. Inzwischen haben sie ein iPad, iMac, AppleTV sowie ein Kindle. Tageszeitungen wurden komplett abgeschafft und werden von ihnen nur noch auf dem iPad gelesen :)

  2. Klasse Idee…wäre schön, wenn es umgesetzt wird.

  3. Felix — mein Vater ist 81 und hat seit 2 Jahren ein Ipad, seit 3 Jahren ein Iphone, seit einem Jahr nen Imac – Ipad und Iphone jeweils in der neusten Fassung – und in Kürze ein 13er Retina MBP — der braucht so ein „Seniorenphone“ auch nicht und würde es vielleicht sogar als Beleidigung auffassen.
    Hin und wieder helf ich ihm schon mal via Teamviewer — aber…. auch schon dagewesen: ich bin nicht verfügbar und er erklärt mir später stolz, wie toll er das vermeintliche Problem gelöst hat.

    Nee – ich denke nicht, dass es bei derart bedienerfreundlichen Geräten noch eines besonderen Senioren-Handys bedarf.

    Mein 10 jähriger Neffe (leicht geistig- und seh- behindert) kommt mit Iphone und Ipad genauso gut klar, wie mein Vater mit 81 und topfit.

  4. FInd ich sehr gut nur mit Touch würden Sich die leute nicht anfreunden denk ich

  5. Das ist ein echt hilfreicher Artikel. Viele ältere Menschen sind davon überfordert, dabei muss es ja nicht so kompliziert sein. Sie nutzen eh nur 10% eines Smartphones. Wir haben euren Artikel daher direkt auf geschenkly.de aus unserem Artikel über Geschenke für die Großeltern auf diesen Artikel verwiesen.