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Apple lehnt Apps ab, die Cookie Tracking nutzen

Bereits 2011 änderte Apple seine Zulassungsbedingungen für den App Store und untersagte es Entwicklern, die UDID zu nutzen, um ein Smartphone zu identifizieren. Richtig durchgesetzt wurden die neuen Regeln allerdings erst Anfang 2012, und die Entwickler begannen, sich nach Alternativen umzusehen. Eine davon ist das sogenannte „Cookie Tracking“ oder auch „HTML 5 first party cookies“ genannt. Bei dieser Methode öffnet sich der mobile Browser Safari bei der ersten Nutzung einer App und liest einen Cookie ein, mit dem der User letztlich getrackt werden soll. Doch auch diese Methode ist auf dem absteigenden Ast. Scheinbar beginnt Apple, immer mehr Apps nicht für den App Store zuzulassen, wenn sie Cookie Tracking verwenden.

Was genau ist Cookie Tracking?

Streng genommen handelt es sich bei den Cookies, die fürs Cookie Tracking verwendet werden, nicht um echte Cookies. Auf mobilen Betriebssystemen ist die Methodik etwas anders, als die, die bei Desktop-Browsern schon seit 15 Jahren verwendet wird. Unter iOS ist es jedoch möglich, mittels HTML 5 ein sogenanntes „Token“ im lokalen Speicher des iDevices zu hinterlegen, dass die App sich später wieder zurück holen kann. Wie der Vice President of Business Development bei der mobilen App Marketingfirma Fiksu, Craig Palli, den Kollegen von TechCrunch erklärte, agiert diese Methode letztlich fast genauso wie ein Cookie auf einem Desktop-System. Mit der Hilfe dieser Methode kann auch der App-Entwickler Daten über die User seiner App sammeln.

Apple bietet seit iOS 6 eine eigene Alternative an

Mit iOS 6 führte Apple eine eigene Alternative ein, um die die nicht mehr erlaubte Verwendung der UDID zu ersetzen. Die Methode hört auf den Namen Advertising Identifier. Letztlich funktioniert sie ähnlich wie die UDID. Mittels einer bestimmten Nummer können Smartphones zu Werbezwecken identifiziert werden. Allerdings gibt es die Möglichkeit, die Verwendung des Advertising Identifiers zum Erstellen interessanbasierter Werbung zu verhindern (Einstellungen –> Allgemein –> Info –> Werbung –> Ad-Tracking beschränken).

Der Advertising Identifier soll zum Standard werden

Wie Palli erklärte, kann man in den letzten Wochen immer öfter beobachten, dass Apple Apps, die statt auf den Advertising Identifier auf Cookie Tracking zurückgreifen, nicht für den App Store zuließ. Er vermutet, dass es sich dabei um Apples Methode handelt, den Advertising Identifier zum Standard zu machen. Schaut man sich den Infotext an, mit dem Apple in iOS den Identifier erklärt, so ist das eine absolut valide Vermutung. Dort heißt es unter anderem:

Zukünftig werden alle Apps die Werbungs-ID verwenden müssen. In dieser Übergangsphase kann es allerdings vorkommen , dass Sie weiterhin interessenbasierte Werbung erhalten.

Besserer Datenschutz durch Advertising Identifier?

Als erstes einmal muss man festhalten, dass es unrealistisch ist, in einem System wie iOS völlig anonym zu bleiben. Tracking-Systeme wie Cookies, Cookie Tracking und jetzt der Advertising Identifier sind aus der IT-Welt nicht mehr wegzudenken, und Werbung ist eine wesentliche Einnahmequelle für App-Entwickler und auch Apple.

Die Bemühungen von Apple, den Advertising Identifier zum Standard unter iOS zu machen, sind dennoch zu begrüßen. Und zwar aus zweierlei Gründen.

Zum einen ist da die Nutzererfahrung von iOS. Eine App, die Cookie Tracking verwendet, muss bei der ersten Verwendung auf Safari umleiten, um den User nach dem kurzzeitigen Öffnen von Safari wieder zur ab zurückzuleiten. Dieser Vorgang lässt sich vor dem User nicht verbergen, und auch wenn Cookie Tracking nicht weniger invasiv ist als andere Tracking-Methoden, so ist es dennoch seltsam für den Nutzer, diesen Vorgang so aktiv mitzubekommen.

Aber auch was den Datenschutz angeht, hat der Advertising Identifier Vorteile gegenüber dem Cookie Tracking. Während letzteres sich nicht verhindern lässt, kann man beim Advertising Identifier wenigstens die Nutzung für interessenbasierte Werbung verbieten. Das dürfte in den Augen vieler User ein wesentlicher Punkt sein.

Zwar bedeutet der Umschwung, dass der ein oder andere Entwickler seine App neu programmieren muss und sich auch die mobilen Marketingplattformen umstellen müssen. Dies sollte allerdings für die Branche keinen großen Verlust mit sich bringen. Denn wie David Fieldhouse von der Plattform Ad-X gegenüber TechCrunch sagte: iOS-Tracking ist viel zu komplex, um sich nur auf eine Methode zu verlassen. Deswegen nutzen die meisten Plattformen mehrere Methoden. Der Verlust von Cookie Tracking und die Pflicht, den Advertising Identifier zu nutzen, wird daher nicht allzu sehr ins Gewicht fallen.

 

(via AppleInsider)

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