Home » App Store & Applikationen » Über die Unsitte von in-App-Käufen [Kommentar]

Über die Unsitte von in-App-Käufen [Kommentar]

Zugegeben: Das Thema ist nicht neu. In-App-Käufe gibt es seit iOS 3.0, und sie standen seit dem des öfteren in der Kritik. Allerdings werden sogenannte Freemium-Apps immer beliebter, vor allem in der Spiele-Kategorie des App Stores. Wie beliebt, das habe ich nun feststellen dürfen, als ich vor einigen Wochen anfing, das iPhone zwischendurch wieder zum Spielen zu nutzen. In Anbetracht der Tatsache, dass es in den letzten Monaten vermehrt Meldungen von sehr hohen in-App-Rechnungen, die durch Kinder verursacht wurden, gab sowie der Freischaltung einer Informationsseite über in-App-Käufe seitens Apple finde ich es angebracht, noch mal über das Modell nachzudenken. Und auch eure Meinung dazu einzuholen.

Apple reagiert auf Kritik

Die Kritik an den in-App-Käufen ist nicht neu. Bereits bei der Einführung 2009 waren viele Verbraucherschützer nicht unbedingt glücklich mit der Möglichkeit, innerhalb einer App Zusatzinhalte zu erwerben. Zu verführerisch seien die Angebote, und zudem falle es oft gar nicht wirklich auf, wie viel Geld man gerade ausgegeben hat.

Besonders diese Möglichkeit in Spielen führte in der Vergangenheit häufig zu Diskussionen. Immer wieder wurden Fälle bekannt, in denen Kinder über Freemium-Spiele vierstellige Beträge ausgaben. Apple reagierte nun und führte in iTunes letzten Monat einen „Elternleitfaden für iTunes“ ein, in dem unter anderem auch erklärt wird, wie man in-App-Einkäufe verhindern kann. Weitere Informationen und Hinweise für Eltern schaltete Apple erst vor kurzem mit der Informationsseite „Weitere Informationen zu In-App-Käufen“ frei.

In-App-Käufe haben ihre Berechtigung

Als erstes möchte ich vorwegschicken, dass ich in-App-Käufen durchaus eine Existenzberechtigung zuspreche. Vor allem die Funktion, Zusatzinhalte und -funktionen freizuschalten, ist sehr nützlich. Als gängiges Beispiel fallen mir alle möglichen Navigations-Apps ein, bei denen man zusätzliche Karten und Features via in-App-Käufen freischalten kann. Diese Funktion ist nützlich und meiner Meinung nach bei vielen Apps auch sehr sinnvoll, da der User so selber entscheiden kann, wie viel er für was zahlen möchte.

Freemium-Spiele als Abzocke

Was ich aber förmlich als eine Frechheit empfinde, ist die Nutzung von in-App-Käufen in Spielen. Das trifft sowohl auf das „Freemium-Modell“ zu, bei dem die App an sich kostenfrei ist und man zusätzliche Figuren oder Features per in-App-Kauf freischalten kann, als auch auf kostenpflichtige Spiele, die die gleichen Möglichkeiten bieten.

Wenn ich ein Spiel aus dem App Store herunterlade, dann erwarte ich, dass ich ohne zusätzlich Geld investieren zu müssen die gleichen Möglichkeiten wie alle anderen Spieler habe. Das trifft auf kostenfreie und kostenpflichtige Spiele zu. Soweit die Theorie. In der Praxis sieht es anders aus. Ein Großteil der Motivation in Spielen ist die Möglichkeit, sich über Highscore-Listen mit anderen Spielern vergleichen zu können. Und es gibt inzwischen kaum noch ein Spiel im App Store, bei dem man sich nicht für Geld einen Vorteil gegenüber anderen Spielern verschaffen kann. Das ist nicht nur gefährlich für Kinder, die sich nicht immer im Klaren sind, wie viel Geld sie gerade tatsächlich ausgeben, als auch einfach eine Unsitte, die offensichtlich nur dem schnellen Profit sowohl Apples als auch der Entwickler dient. Oder kann mir jemand erklären, wie man die Möglichkeit rechtfertigen will, in Infinity Blade 1 2.500.000 Goldstücke für 44,99 € zu kaufen.

Hinzu kommt, dass derartige Möglichkeiten auch gern mal ausgenutzt werden. Heute bin ich über einen Entwickler gestolpert (via CultofMac), der auf unfassbar freche Art alle paar Monate auf ein Neues ein schlecht zusammengeklautes iOS-Spiel an Apple übermittelt, das offensichtlich lediglich zu in-App-Käufen von hohem Wert verführen soll. Am erschreckendsten ist, dass Apple das Spiel jedes Mal wieder in den App Store lässt, um es erst im Nachhinein zu entfernen. Und die Masche muss funktionieren, sonst würde das Spiel nicht in abgewandelter Form immer wieder übermittelt werden. Wenn ihr mehr wissen wollt, schaut euch einfach das folgende Video an:

Alles in allem gibt es genug Argumente für Apple, in-App-Käufe innerhalb von Spielen zu untersagen. Wenn da nicht der liebe Profit wäre. In-App-Käufe machen 76 Prozent des Umsatzes im App Store aus. Ein nicht unwesentlicher Anteil davon wahrscheinlich durch Spiele. Darauf lässt sich natürlich nur schwer verzichten.

 

Wie steht ihr persönlich zu in-App-Käufen – insbesondere in Spielen?

Über die Unsitte von in-App-Käufen [Kommentar]
4.3 (86%) 10 Artikel bewerten

Keine News mehr verpassen! Unsere App für iOS und Android mit praktischer Push-Funktion.


14 Kommentare

  1. Geb dir da voll und ganz recht!
    Bei Spielen find ich das auch eine Frechheit, mittlerweile gibt es ja fast bei jedem Spiel in App Kauf Möglichkeiten…

    Wie du sagst, bei Navi Apps ist es sehr sinnvoll! Dann kann man sogar Geld sparen wenn man nicht das komplette Paket kaufen muss was man eigentlich nicht benötigt!

    Aber das liegt an den Entwicklern und nicht an Apple!
    Bevor jetzt wieder Jemand anfängt Apple den schwarzen Peter zuzuschieben!

  2. Das Video von IGN ist unfassbar….
    Ein Kind das das spielt auf meiner Kreditkarte
    Könnte in nur 5 Minuten 250+ Dollar verpulvern.. U N F A S S B A R!….
    Danke für den Bericht und das Video!…

  3. Naja da sehe ich aber auch die Eltern in der Pflicht der Kontrolle!
    Wenn ich meinem Kind das iPhone zum spielen gebe und als Zahlungsmethode die Kreditkarte gewählt habe, bin ich auch selber schuld!
    Ich sollte einem Kind dem ich den verantwortungsbewussten Umgang mit dem Handy nicht zutraue dieses auch nicht geben, oder halt alternative Zahlungsmethoden wählen … Sowie mich abzumelden einfach!

  4. Ich stimme dem Beitrag voll und ganz zu. Da hat sich ein ganz fieses Geschäftsmodell entwickeln können. Diese In-App-Käufe bei Spielen und anderen Hobby-Apps sind ärgerlich. Fair sind diejenigen Entwickler, die Lite-Versionen anbieten. Wer nach dem Ausprobieren mehr will, kann sich die Vollversion gönnen. Aber frustrierte Spieler mit 79-Cent-Häppchen ködern ist eine hinterlistige Geschäftsidee; unfair, den Leuten in Summe mehr Kohle für In-Apps aus dem Kreuz zu leiern, als man jemals für das ganze App hätte ausgeben wollen. Leichte Beute sind die Ahnungslosen: Labile und Kinder.

  5. Ich finde man sollte bzw. kann sich nicht über In-App käufe aufregen.
    Wer es nicht will kann In-App käufe ausschalten oder das man sie tätigen kann bei jedem das mal Kennwort eingeben muss.
    Und wer riesen Rechnungen bekommt weil sein Kind alles kauft, dem geschiet es recht, da meiner Meinung nach man Kinder nicht einfach zur Beschäftigung die ganze zeit vor ein iDevice setzt und nicht kontrolliert was es macht! Das ist keine ordentliche Erziehung und so geschiet eine solche Rechnung den Eltern zu recht!

    Und ich finde es eine gute Möglichkeit bei einem gratis App

  6. Ich finde man sollte bzw. kann sich nicht über In-App käufe aufregen.
    Wer es nicht will kann In-App käufe ausschalten oder das man sie tätigen kann bei jedem das mal Kennwort eingeben muss.
    Und wer riesen Rechnungen bekommt weil sein Kind alles kauft, dem geschiet es recht, da meiner Meinung nach man Kinder nicht einfach zur Beschäftigung die ganze zeit vor ein iDevice setzt und nicht kontrolliert was es macht! Das ist keine ordentliche Erziehung und so geschiet eine solche Rechnung den Eltern zu recht!

    Und ich finde es eine gute Möglichkeit bei einem gratis App den Entwickler dann doch zu unterstützen!

  7. Sir Drink-A-Lot

    Ich würde es begrüßen, wenn alle Apps erstmal kostenlos wären.
    Die App laden, ausprobieren und feststellen, ob man damit zufrieden ist, und nach einem gewissen Zeitraum einfach die Funktionen einzuschränken. Oder auch die ansonsten eingeblendete Werbung per In-App-Kauf zu deaktivieren.
    Manche Apps mögen ja wirklich gut sein, aber ohne sich kein Bild von einer App machen zu können, ob es auch die Richtige für den jeweiligen User ist schon teilweise € 9 und mehr auszugeben schreckt doch einige ab. Alle Entwickler bieten keine Free-Version zum Antesten an…

  8. Zitat Sir Drink-A-Lot :

    Ich würde es begrüßen, wenn alle Apps erstmal kostenlos wären.
    Die App laden, ausprobieren und feststellen, ob man damit zufrieden ist, und nach einem gewissen Zeitraum einfach die Funktionen einzuschränken. Oder auch die ansonsten eingeblendete Werbung per In-App-Kauf zu deaktivieren.
    Manche Apps mögen ja wirklich gut sein, aber ohne sich kein Bild von einer App machen zu können, ob es auch die Richtige für den jeweiligen User ist schon teilweise € 9 und mehr auszugeben schreckt doch einige ab. Alle Entwickler bieten keine Free-Version zum Antesten an…

    Danke für deinen Beitrag und stehe voll hinter dir.

  9. Zitat Fjuge :

    Geb dir da voll und ganz recht!
    Bei Spielen find ich das auch eine Frechheit, mittlerweile gibt es ja fast bei jedem Spiel in App Kauf Möglichkeiten…

    Wie du sagst, bei Navi Apps ist es sehr sinnvoll! Dann kann man sogar Geld sparen wenn man nicht das komplette Paket kaufen muss was man eigentlich nicht benötigt!

    Aber das liegt an den Entwicklern und nicht an Apple!
    Bevor jetzt wieder Jemand anfängt Apple den schwarzen Peter zuzuschieben!

    Ich kann mir nicht vorstellen dass dies einer will.
    Aber……..ihr seit doch alle Stolz das Apple die eingestellten Aps kontrolliert und Das System sicherer macht.
    Ich finde es halt unfassbar das Apple ausgerechnet bei „Kinderspielen“ versagt.
    Naja, es geht ja auch in erster Line nur um den Profit.

    Nur das hier keine Missverständnisse aufkommen, die Spiele aus Google-play sind noch schlimmer. Nur SONY mit seinem angepassten Android-System warnt mich schon beim installieren vor solchen In-App Programmen.

    ********************SONY RULE(Z)s***********************

  10. Ich gebe dir in vielem Recht was die In-App-Käufe angeht (Kumurali) – allerdings denke ich auch nicht, dass Apple zuständig ist für die mangelnde Verantwortung von Eltern gegenüber ihrem Nachwuchs. Man kann dank IOS die Geräte auch kindersicher machen, damit kein Unfug getrieben werden kann. Eigenen Geräten der Kinder kann man mit Kinderaccount und einem Taschengeldguthaben auf dem Account die Möglichkeit geben dieses zu verprassen und dadurch aus zu lernen, was sinnvoll ist und was nicht.

    Wer seinem Kind ein Iphone oder Ipad in die Hand gibt und Kreditkartenzahlung im Account aktiv hält, dem ist wirklich nicht mehr zu helfen und der lernt es vielleicht auch nur über das Lehrgeld hoher Kreditkarten-Abrechnungen.

  11. ach so — ein Kinderaccount ist ab 12 bei Apple möglich – und m.E. nach haben in Kinderhänden unter 12, solche Geräte nichts zu suchen.

  12. Alexander Trisko

    Weil jetzt hier das Kinder-Thema so stark diskutiert wird: Für mich ist das nicht der Hauptkritikpunkt, sondern die Tatsache, dass viele Spiele einfach nicht mehr ohne in-App-Käufe auskommen. Zumindest wenn ich sie so spielen will, wie ich es von einem Spiel wie bspw. Infinity Blade erwarte, für das ich mehrere Euro ausgebe. Die Ausrücstungsgegenstände werden absichtlich so teuer gemacht, dass man ohne Geld auszugeben wochenlang spielen müsste, um diese zu erreichen. Und das ist in meinen Augen eine Unsitte, weil es eindeutig einfach nur darauf abzielt, den Leuten das Geld aus der Tasche zu ziehen…

  13. Zitat Alexander Trisko :

    Weil jetzt hier das Kinder-Thema so stark diskutiert wird: Für mich ist das nicht der Hauptkritikpunkt, sondern die Tatsache, dass viele Spiele einfach nicht mehr ohne in-App-Käufe auskommen. Zumindest wenn ich sie so spielen will, wie ich es von einem Spiel wie bspw. Infinity Blade erwarte, für das ich mehrere Euro ausgebe. Die Ausrücstungsgegenstände werden absichtlich so teuer gemacht, dass man ohne Geld auszugeben wochenlang spielen müsste, um diese zu erreichen. Und das ist in meinen Augen eine Unsitte, weil es eindeutig einfach nur darauf abzielt, den Leuten das Geld aus der Tasche zu ziehen…</blockquote

    Ammen

  14. Das ist ja die größte unverschämtheit die ich je gesehen hab… stelkt euch mal vor ein 7 jähriges kind lädt sich dieses spiel runter und drückt unbewusst auf alles was man da.kaufen könnte. Es würde die fammilie in.den ruin treiben!!! kan man denn nichts dagegen unternehmen? Doch bestimmt kann man, nur wollen sie es nicht, da ihre Einnahmequelle dann ausgesiegt wäre! pff…