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iWork: Der Rückschritt kommt vor dem Fortschritt

In den letzten Tagen wurde viel über die neue iWork-Version diskutiert, die Apple vergangene Woche auf der iPad-Keynote vorstellte. Vor allem die Gruppe der “Poweruser” bemängelt, dass die OS X Version von iWork mehr einem Rückschritt als einem Schritt nach vorne gleicht. Matthew Panzarino von TechCrunch hat sich dieser Behauptungen angenommen und sie überprüft.

iWork Update

iWork soll Mac und iOS zusammenführen

Man ist sich allgemein einig, dass die Veränderungen der OS X Version von iWork nicht zufällig sind, sondern dazu dienen, die iOS und OS X Version näher zueinander zu führen. Tatsächlich handelt es sich bei iWork für OS X um eine Neustrukturierung, die auf dem 64 Bit Code der iOS-Apps basiert.
Dieses Vorgehen weist deutliche Parallelen zu Apples “back to the Mac” Strategie auf, in deren Zuge Features von iOS in OS X integriert wurden. Damit möchte Apple für User, deren “Apple-Laufbahn” mit einem iOS-Gerät begann, den Zugang zu OS X und damit der MacBook- und iMac-Linie erleichtern.

Mehr ein Reset als ein Rückschritt

Tatsächlich fehlen dem neuen iWork einige Features, die vor allem Poweruser, die täglich mit der Software arbeiten, schmerzlich vermissen dürften. Dennoch handelt es sich mehr um einen Neustart der Software. Panzarino vergleicht das mit dem Release von Final Cut Pro X. Nach dem Release der Software gab es einen großen Aufschrei aus dem professionellen Lager, weil das Programm um wichtige Features beschnitten wurde. Mit der Zeit jedoch hat Apple diese Features mittels mehrerer Updates im neuen Stil der Software zurückgebracht. Die Vermutung liegt nahe, dass Apple mit iWork für den Mac eine ähnliche Strategie verfolgt. Eine radikale Beschneidung mit neuem Design, zu der man dann alte, gefragte Features mit Updates zurückbringt.

Professionelle User haben dennoch einen Nachteil

Für den professionellen User, der einen über längere Zeit entwickelten und erprobten Workflow mit den iWork-Apps hat, entsteht dennoch erstmal ein Nachteil. Manche dieser Workflows sind mit der neuen Software möglicherweise gar nicht mehr möglich, andere nur extrem eingeschränkt.

Apple muss nun nachliefern

Allerdings ist das wohl der Preis, den man für einen Bruch mit der Vergangenheit zahlen muss. Apple hat bereits gezeigt, dass es sich der Kritik der professionellen Community stellen kann. Keinesfalls handelt es sich bei den neuen Versionen der Apps um “freie Software, die um Features beschnitten wurde”, sondern es ist vielmehr ein Ausdruck der Bemühungen, die Software neu zu konzipieren.
Apple ist allerdings in der Pflicht, dieses Vermutungen auch zu bestätigen. Bei aller Liebe für Design und Simplizität: Über kurz oder lang muss iWork wieder zu der alten Funktionalität zurückfinden, diese im besten Fall sogar übertreffen. Denn seien wir mal ehrlich: Eine wirklich Alternative zu MS Office war iWork noch nie. Es könnte aber dazu werden.

iWork: Der Rückschritt kommt vor dem Fortschritt
4 (80%) 2 Artikel bewerten

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8 Kommentare

  1. Würde mich freuen. Ich sehe schon lange ungern in meinem Arbeitspc im Geschäft. Pages und Number könnten echt rocken. Mit Keynotes bin ich derweil zufrieden weil es einfach einfach ist (für meine Bedürfnisse).

  2. Würde mir unbedingt die alten Features zurück wünschen, denn besonders Pages hat unter dem Update gelitten -.-

    Gruß

  3. Also ich weiß nicht wie es bei euch ist aber mein Mac hat das alte pages und keynote behalten, ich habe nun 4.3 und 5.0 auf dem Mac und kann beide programme nutzen.

  4. Abwarten Leute, Apple wird das schon alles wieder richten! Ich bin aber nach wie vor zufrieden!

  5. Richtig toller Artikel. ich bin der gleichen Meinung wie der Autor. Irgendwann muss man einen Neuanfang wagen. Durch diesen Schritt wird auch die Qualität des Programmcodes wesentlich verbessert, und man schleppt nicht weiterhin den ganzen Müll mit sich rum, der sich im Laufes des Jahres angesammelt hat. Auch Apple hat begrenzte Ressourcen, und hat keine 100.000 Entwickler am Start. Das dann in der Kürze der Zeit nicht alle Feature enthalten sind, ist klar.

    Befreit von den Altlasten kann man schneller neue Features rausbringen, als wenn man diesen Schritt nicht getan hätte.

  6. Überraschender Weise gebe ich diesem Artikel absolut Recht :-)
    Bis auf den letzten Satz, an den ich nicht glaube da Apple da der komplette MS Background fehlt (SharePoint, Userkonten usw) und MS mit Office 2013 richtig Gas gegeben hat (der Office-Appstore ist genial).
    Aber die Situation von iWorks wurde gut zusammengefasst.

  7. stimmt alles nicht. Pages 5.0 ist viel besser – hat nur eine neue Architektur; man muss nur suchen und schauen. Das einzige Problem Besteht für mich bei den Fußnoten. Wenn ich in einem Folgedokument mit einer höheren Zahl zum Beispiel 5 beginnen will, ging das auch schon vorher nicht, Aber man konnte wenigstens über ctrl die Fußnote auswählen und eine eigene Markierung vergeben, allerdings ohne dass dann weitergezählt wurde – sehr mühsam, aber immerhin möglich. Bis jetzt habe ich in 5.0 noch keine Lösung gefunden. Ideal wäre es wenn Pages dann auch automatisch weiterzählen würde.

  8. Alexander Trisko

    Wer mit Pages oder MS Word wissenschaftliche Dokumente mit Fußnoten und Literaturverzeichnis schreibt, dem ist eh nicht mehr zu helfen..^^

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