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WhatsApp: Wie Apple versehentlich half, eine 19 Milliarden Dollar App zu erschaffen

Kaum ein Ereignis in der Tech-Welt wird momentan derart intensiv diskutiert wie der Kauf der Instant-Messaging-App WhatsApp durch Facebook. Die Nachricht schaffte es sogar in die Tagesthemen. Und auch das Netz ist voll von Analysen des Mega-Deals. Die Geschichte von WhatsApp ist tatsächlich relativ interessant, und Forbes und Wired haben diese auf lesenswerte Art und Weise aufgearbeitet. Interessant ist auch, dass Apple eine Rolle darin spielte, wie die App entwickelt wurde.

Die Anfänge von WhatsApp

WhatsApp hat sich nie wirklich an die Konventionen des Silicone Valley gehalten. Man war weder um Öffentlichkeitsarbeit noch um das ständige Hinzufügen von neuen Features bemüht. Vielmehr wollte man sich auf eines konzentrieren: WhatsApp sollte Nachrichten versenden, und zwar gut. Wer sich durch diese Konzentration und den Perfektionismus an Apple erinnert fühlt, der tut dies wohl nicht ganz zu Unrecht.

Auch wenn Apple und WhatsApp nie etwas miteinander zu tun hatten, so war es doch die Firma aus Cupertino, die WhatsApp zu seinem Kernelement verhalf. 2009 waren die WhatsApp-Gründer Jan Koum und Brian Acton fast so weit, das Handtuch zu werfen. Sie hatten versucht, eine “Status-App” zu schaffen, ähnlich wie Twitter, nur dass die einzelnen Status automatisch an die Mitglieder des Netzwerkes übertragen sollte. Allerdings tat man sich schwer, und der Launch im Mai schien unrealistisch.

Push Notifications als Ideengeber

Dann aber kam iOS 3.0, und mit der Software führte Apple die Push Notifications ein. Als sie die Push-Notifications in ihrer Anwendung begutachteten, fiel Koum und Acton schnell auf, dass sie einen ziemlich coolen Instant Messenger geschaffen hatten. Sie entschieden sich, die App neu zu konzipieren. Und zwar als vollwertigen, Cross-Plattform Messenger, der die im Telefon gespeicherten Kontakte wie ein bereits bestehendes Soziales Netz nutzen würde (was sie ja im Grunde auch sind). Koum konnte sich nie Nutzernamen und Passwörter merken, und getrieben durch Apples Philosophie von Apps, die “einfach funktionieren”, bemerkte er, dass WhatsApp die Telefonnummern als Login verwenden könnte.

Die so geschaffene App kam schnell auf 10.000 Downloads am Tag und legte in den kommenden Jahren eine uns allen bekannte Erfolgsgeschichte hin, die schließlich in einem 19 Milliarden Dollar Deal mit Facebook gipfelte.

Apple kann sicherlich keinen Anteil am Erfolg von WhatsApp beanspruchen. Koum und Acton arbeiteten vorher bei Yahoo und wurden ironischerweise abgewiesen, als sie sich bei Facebook bewarben. Aber das Beispiel zeigt, wie ein neues Feature in einem System jemanden zu etwas inspirieren kann, das völlig vom Grundgedanken des ursprünglichen Features abweicht. Und genau diese Art von Kreativität ist es, die auch Apple groß gemacht hat.

WhatsApp: Wie Apple versehentlich half, eine 19 Milliarden Dollar App zu erschaffen
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5 Kommentare

  1. und trotzdem ist dieser preis ein schuss in den rücken für alle großen firmen!jetzt kann jedes Startup unternehmen horrende preise verlangen wenn zum verkauf kommen sollte… außerdem was stellen sie den her außer das sie ein Nachrichten dienst sind.. genau Garnichts… einfach nur kopfschütteln!!!

  2. @ chicken charlie

    Natürlich ist der Betrag extrem hoch aber deine Aussage ist nicht ganz richtig. Das Produkt nennt man Nutzerdaten. Die werden gerne verwendet um zielgerichtet Werbung zu verbreiten. Dass man damit sehr viel Geld machen kann hat google bereits bewiesen.

  3. Zitat Burn :

    @ chicken charlie

    Natürlich ist der Betrag extrem hoch aber deine Aussage ist nicht ganz richtig. Das Produkt nennt man Nutzerdaten. Die werden gerne verwendet um zielgerichtet Werbung zu verbreiten. Dass man damit sehr viel Geld machen kann hat google bereits bewiesen.

    ja das man mit Nutzerdaten viel Geld verdienen kann ist traurigerweise heutzutage so aber man darf finde ich nicht vergessen das die Relevation zu anderen firmen die wirtschaftlich einen nutzen haben und was herstellen. ich meine damit einfach eine Firma wie BMW darf nicht weniger wert sein wie whatsapp den im Gegensatz zu whatsapp stellt BMW Autos her also etwas materielles und das muss immer höcher sein als digitales gut..

  4. Zitat chicken charlie :

    Zitat Burn :

    @ chicken charlie

    Natürlich ist der Betrag extrem hoch aber deine Aussage ist nicht ganz richtig. Das Produkt nennt man Nutzerdaten. Die werden gerne verwendet um zielgerichtet Werbung zu verbreiten. Dass man damit sehr viel Geld machen kann hat google bereits bewiesen.

    ja das man mit Nutzerdaten viel Geld verdienen kann ist traurigerweise heutzutage so aber man darf finde ich nicht vergessen das die Relevation zu anderen firmen die wirtschaftlich einen nutzen haben und was herstellen. ich meine damit einfach eine Firma wie BMW darf nicht weniger wert sein wie whatsapp den im Gegensatz zu whatsapp stellt BMW Autos her also etwas materielles und das muss immer höcher sein als digitales gut..

    Mit materiellen Gut lässt sich aber auch nur Geld verdienen, wenn man was verkaufen kann oder wie oft kauft man sich denn mal schnell ein Auto ? Und auf dem Kapitalmarkt gilt das Gesetz von Angebot und Nachfrage. Da können digitale Güter sehr wohl teurer als materielle Güter sein.

  5. Man kann sich natürlich immer einreden, dass jemand, der nichts beigetragen hat, etwas auf die Wege gebracht hat.

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