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Apple vs. Samsung: Tim Cook war gegen Gerichtsverfahren

Der Rechtsstreit zwischen den Elektronikriesen Apple und Samsung läuft inzwischen schon seit über anderthalb Jahren. Seinen Anfang nahm die Auseinandersetzung, als Apple im April 2011 eine Klage einreichte, in der man Samsung vorwarf, mit aktuellen Smartphone- und Tabletmodellen das iPhone und iPad zu kopieren. Seitdem beschäftigen sich Gerichte in vier Kontinenten mit dem Rechtsstreit. Die Nachrichtenagentur Reuters hat sich in einem Report mit der Beziehung zwischen den beiden Unternehmen beschäftigt und darin unter anderem zum ersten Mal die Tatsache öffentlich gemacht, dass Tim Cook die Strategie seines Vorgängers Steve Jobs nicht unbedingt unterstützte.

Apple und Samsung teilen langjährige Partnerschaft

Bevor Apple und Samsung sich vor Gericht gegenüberstanden, verband die beiden Unternehmen eine lange Partnerschaft, die  bis ins Jahr 2005 zurückreicht. Apple suchte damals nach einem Zulieferer für große Mengen von Flashspeicher, der im iPod shuffle sowie nano und später auch in den iPhones genutzt werden sollte. 2005 war der MArkt für Speicher noch extrem unstabil, und Steve Jobs war auf der Suche nach einem Lieferanten, der auf finanziell sicheren Füßen stand. Samsung hatte damals bereits knapp die Hälfte des NAND-Flashspeicher-Marktes unter Kontrolle, und so war die südkoreanische Firma eine naheliegende Wahl. Die Partnerschaft baute sich weiter aus, und als das iPhone vorgestellt wurde war Samsung der exklusive Hersteller für die Prozessoren des neuen Smartphones. Dies gab Samsung frühzeitig Einblick in das große Potential, das Apple im Smartphonemarkt sah. Apple wiederum profitierte von Samsungs Investitionen in den Bereich Forschung und Entwicklung und Produktionsstätten.

Samsungs Aktivitäten auf dem Smartphone-Markt ließen die Beziehungen bröckeln

Im Laufe der Zeit jedoch gewann Samsung immer mehr Marktanteile mit der eigenen Galaxy-Serie. Steve Jobs war von Anfang an der Meinung, dass Samsung sich von Apples harter Arbeit hat inspirieren lassen. Es kam zu persönlichen Treffen zwischen Steve Jobs und hochrangigen Samsung Managern, bei denen Jobs eine Designänderung von Samsungs Smartphones erwirken wollte. Als diese Treffen erfolglos blieben, ging Jobs in die Offensive und begann einen Rechtsstreit, der heute Gerichte in Europa, Asien, den USA und Australien beschäftigt.

Tim Cook wollte nicht klagen

Der heutige Apple CEO Tim Cook bekleidete damals die Position des Chief Operating Officer. Reuters teilte in dem Bericht erstmals die Tatsache, dass der damalige COO von Anfang an gegen eine Klage war, was vor allem an Samsungs wichtiger Rolle als Zulieferer für das iPhone und das iPad lag. Allein 2012 gab Apple den Einschätzungen von Analysten nach knapp 8 Milliarden Dollar für Bauteile von Samsung aus.

Allerdings ist Apple momentan dabei, die Geschäftsbeziehungen mit Samsung auf ein Minimum zu reduzieren. Aktuelles Beispiel ist die Vergabe der Prozessorproduktion an die taiwanesische Firma TSMC. Dieser Richtungsumschwung liegt zum großen Teil an den Streitigkeiten, die die beiden Firmen untereinander austragen.

Was das aufsehenerregende Urteil aus dem letzten August angeht, bei dem Apple einen milliardenhohen Schadenersatz zugesprochen bekommen hat, so hat Apple in letzter Zeit Schwierigkeiten, amerikanische Gerichte weiter davon zu überzeugen, dass die Höhe der Zahlung gerechtfertigt ist. Grund dafür ist ironischerweise die Tatsache, dass das iPhone weiterhin sehr erfolgreich ist. Angesichts dieses Erfolges ist es einfach schwierig, die Gerichte zu überzeugen, dass Samsung mit dem Kopieren von Design tatsächlich einen Schaden verursacht.

 

(via AppleInsider)

Apple vs. Samsung: Tim Cook war gegen Gerichtsverfahren
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5 Kommentare

  1. Im Laufe der Zeit jedoch gewann Apple immer mehr Marktanteile mit der eigenen Galaxy-Serie.

    Wusste gar nicht das Apple eine Galaxy Reihe besitzt.

  2. Im Laufe der Zeit jedoch gewann Apple immer mehr Marktanteile mit der eigenen Galaxy-Serie. … ach so ist das.

  3. Nichts hat Apple mehr geschadet als die Klagen gegen Mitbewerber. Das war der Sprengsatz am Imagefundament.
    (Um Mißverständnissen vorzubeugen : gemeint sind hier z. B. Klagen wg. Geschmacksmuster, die nie hätten zugesprochen werden dürfen).

    Aber es ist noch nicht zu spät, Apple scheint ja großes Interesse an Samsungs Youms zu haben.

  4. Gemeint war nat. Samsung.

  5. TC wird es schon noch schaffen, dass alles wofür Apple durch Steve stand, zum Teufel geht. Aktionärsbezahlungen – Kuschelkurs – Produktfragmentierung.
    Bin überzeugt: TC kriegt Apple schon klein — da brauchts garkeine Konkurrenz mehr.