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E-Book-Verfahren: Apple wird öffentlich vom WSJ unterstützt

Die renommierte Zeitung Wall Street Journal hat in einem sehr eindeutigen Artikel Stellung zum E-Book-Verfahren bezogen und dabei öffentlich für Apple Partei ergriffen. Der Kommentar mit dem Titel “Apple’s Star Chamber: An abusive judge and her prosecutor friend besiege the tech maker.” rechnet mit der von Ex-Präsident Bill Clinton berufenen Richterin Denise Cote ab, die im in dem Verfahren vor einiger Zeit das Urteil sprach.

Vetternwirtschaft bei der Berufung des Gutachters

Denise Cote hat als Teil ihres Urteils einen persönlichen Freund namens Michael Bromwich als “Aufseher” berufen, der Apples Verhalten auf dem E-Book-Markt in der nächsten Zeit überwachen soll. Dieser hat seitdem – um es mit den Worten des WSJ zu sagen – als “absoluter Inquisitor in Cupertino” agiert. Das Urteil von Cote sah eigentlich einen Zeitraum bis zum 14. Januar 2014 vor, in dem Apple Gelegenheit haben sollte, die internen Richtlinien für das E-Book-Geschäft zu überarbeiten. Bromwich verlangte aber bereits Ende Oktober sofortige Interviews mit jedem wichtigen Apple-Manager und jedem Aufsichtsratmitglied. Unter den verlangten Persönlichkeiten war unter anderem auch Jonathan Ive, der mit Apples E-Book-Geschäft nichts am Hut hatte.

Das WSJ führt weiter aus, dass derartige Beobachter normalerweise nur in besonders schweren Fällen eingesetzt werden und sich an die Grenzen halten müssen, die die Parteien vor Gericht vereinbart haben. Cote allerdings habe ihren Einfluss genutzt, um einen ihr nahen Anwalt, der über keinerlei Erfahrung im Kartellrecht verfügt, als Beobachter zu bestellen. Dieser habe in kürzester Zeit seine Jobbeschreibung dergestalt umgeschrieben, als dass er jetzt Apple als Ganzes unter die Lupe nimmt.

Groteske Formen nimmt das Arrangement auch beim Honorar an. Bromwitch selber berechnet für seine Tätigkeit 1100 US-Dollar pro Stunde. Und da der gute Mann sich im Kartellrecht nicht wirklich auskennt, hat er die Kanzlei Fried Frank dazugezogen, die Apple noch einmal 1025 Dollar pro Stunde in Rechnung stellt.

Das WSJ geht am Ende sogar so weit, vorzuschlagen, dass das Gericht, das gerade über die Berufung zu entscheiden hat, Cote komplett aus dem Verfahren entfernt, da ihr Verhalten eine Beleidigung für den Rechtsstaat darstelle.

via Apple Insider

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Ein Kommentar

  1. So so, einen nahen Anwalt hat die Richterin Cote bestellt. Vielleicht klopft man ihr bei genauerer Betrachtung einmal heftig auf die Finger.

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