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Ein Jahr ohne Steve – Apple auf dem Weg aus dem Schatten des Steve Jobs

Heute vor einem Jahr verstarb der ehemalige Apple-CEO und Mitbegründer Steve Jobs in seinem Haus in Cupertino im Alter von nur 56 Jahren. Ein trauriger Tag, denn ob man Apple nun mag oder nicht, Steve Jobs war unbestreitbar eine der treibenden und schillernden Figuren der Technologie-Branche. Apple gedenkt seinem verstorbenen CEO mit einer Webseite.  Seinen Abschied von Apple nahm Steve Jobs bereits zwei Monate vor seinem Tod, seine Nachfolge übernahm Tim Cook. Wir wollen heute einen Blick auf den Zustand von Apple werfen, nachdem das Unternehmen mehr als ein Jahr ohne Steve Jobs auskommen musste.

Wirtschaftlich floriert Apple

Betrachtet man die nackten Zahlen, so ist Apple heute erfolgreich wie nie zuvor. In den letzten 12 Monaten stieg die Aktie der Fruit Company um 75 Prozentpunkte und steht derzeit auf knapp 512 Euro. Ein Wert, der Apple zum weltweit wertvollsten Unternehmen macht. Das iPhone 5 verkauft sich mit immensem Erfolg und Apple-Fans weltweit fiebern dem iPad mini entgegen, das diesen Monat vorgestellt werden soll.

Steve Jobs hat Apple nach seiner Rückkehr zu dem Unternehmen 1997 mühsam wieder aufgepeppelt. Das Unternehmen lag am Boden, und es ist ohne Frage der Person von Jobs  zu verdanken, dass die Fruit Company wieder auf die Beine kam und heute wieder ganz oben mitspielt. Man darf sich also durchaus die Frage stellen, ob Apples heutiger Erfolg noch eine Nachwirkung des Schaffens von Steve Jobs ist.

Tim Cook als Jobs Nachfolger

Der Mann, der letztes Jahr in die Fußstapfen von Steve Jobs trat, ist ohne Frage eine komplett andere Persönlichkeit als Steve Jobs. Tim Cook wirkt ruhiger und besonnener als Steve Jobs, gleichzeitig aber weitaus weniger schillernd und charismatisch. Schon als er die Nachfolge als Apples CEO antrat fragten sich einige, ob er geeignet ist, diese Rolle derart erfolgreich und raumgreifend auszufüllen wie Steve Jobs.

Die Frage ist von vornerein falsch gestellt. Cook kann und möchte kein zweiter Steve Jobs sein, und er versucht es auch gar nicht. Stattdessen implementiert er seinen eigenen Führungsstil, und dieser unterscheidet sich wesentlich von dem von Steve Jobs. Unter Cook ist Apple offener in der Kommunikation mit Kunden geworden. Gut zu sehen war das zum Beispiel am Entschuldigungsbrief, mit dem Tim Cook auf das Apple Karten-Debakel reagiert hat. Cook zahlte dieses Jahr auch erstmals seit langem eine Dividende an Apples Aktienbesitzer aus, etwas, wogegen Jobs sich immer gewehrt hat.

Es gibt noch einige andere Beispiele, die alle eines zeigen: Tim Cook hat seinen eigenen Stil. Und das ist auch gut so, denn der pure Versuch, Steve Jobs zu imitieren, würde Cook zu einer schwachen Führungsperson machen. Ein Vorwurf, der auch so schon erhoben wird. In meinen Augen jedoch zu Unrecht. Cook agiert anders als Jobs, aber das macht ihn nicht zwingend zum falschen Mann für den Job. Eher im Gegenteil. Ein CEO, der einem kaum zu erreichenden Vorbild nacheifert, wäre äußerst gefährlich für Apple gewesen. Unter Tim Cook tritt Apple mehr als ein Team auf und weniger als eine Ein-Mann-Show. Eine Tatsache, die auch auf den Keynotes auffällt. Tim Cook ist kein Entertainer, und das weiß er auch. Also überlässt er einen Großteil der Präsentationen gerne anderen Teilen seines Teams.

„Unter Steve wäre das nicht passiert“

Genau diesen Ausspruch hört man sehr gerne, wenn es um die Probleme geht, mit denen Apple konfrontiert wird. Paradebeispiele sind wohl die Probleme mit Apples eigenen Kartendienst und Scuff Gate. Hätte Steve Jobs den Release der Kartenapp gestoppt, als er das Ergebnis sah? Möglicherweise, aber nicht mit Sicherheit. Jobs war zwar ein Perfektionist, der die höchsten Ansprüche an sich und sein Team stellte, aber das bedeutet nicht, dass unter ihm nur Perfektion von Apple kam. Wir erinnern uns nur an MobileMe, der Onlinespeicherdienst, der bei seinem Launch 2008 vor allem durch eines auffiel: Massive technische Probleme. Oder aber Antenna Gate, das von seinem Ausmaß her recht gut mit Scuff Gate zu vergleichen ist.

Der entscheidende Unterschied liegt wohl in dem Umgang mit derartigen Situationen. Steve Jobs gab ungerne Fehler zu. Nach dem MobileMe-Start tauschte er wutentbrannt fast das komplette Team aus, und auf Antennagate reagierte Apple erst nach Wochen. Tim Cook hingegen entschuldigte sich nach nur knapp einer Woche öffentlich für die Startschwierigkeiten und gelobte Besserung.

Auch im technischen merkt man, dass Cook sein eigenes Ding macht. Das iPhone 5 bekam erstmals einen größeren Bildschirm, und mit der Vorstellung des iPad mini geht Apple einen Weg, den Steve Jobs wohl nicht betreten hätte.

Jobs ist immer noch überall

Doch auch wenn Tim Cook den richtigen Weg geht, indem er seine Entscheidungen selber trifft: Es kann nicht verleugnet werden, dass  Steve Jobs noch in allem steckt, was Apple tut. Die großen strategischen Weichenstellungen stammen alle noch aus der Ära Jobs. Er führte das iPad und das iPhone zu dem Erfolg, den man heute noch spürt. Und er schuf Apples einzigartiges Okösystem, in der er später die iCloud als Herzstück setzte.

Die erste große Feuertaufe für Apple ohne Steve Jobs steht noch aus. Das iPhone 5 war mehr eine Weiterentwicklung als eine große Innovation. Das ist nichts schlimmes, aber es sagt auch, dass man den Erfolg des iPhone 5 nicht als Messlatte für den Erfolg Apples ohne Steve Jobs nehmen sollte. Den ersten großen Neustart, und vielleicht auch den ersten großen Fehler, müssen Tim Cook und sein Team noch begehen.

Solch eine erste Feuertaufe könnte das iPad mini sein. Die große Chance, Apples neuen Stil auf den Prüfstand zu stellen, bietet der TV-Markt. Sei es nun durch weitgreifende Veränderungen des Apple TV oder tatsächlich ein kompletter HDTV: Hier kann Apple Neuland betreten, und hier wird sich auch zeigen können, ob Apple auch unter Tim Cook weiterhin das Zeug dazu hat, den bisherigen Erfolg weiterzutreiben.

Fazit

Apple befindet sich immer noch in einer Art Übergangsphase. Man spürt das Schaffen von Steve Jobs an jeder einzelnen Stelle, gleichzeitig aber führen weitere Schritte in eine neue Richtung. Steve Jobs war einer der charismatischsten CEOs, die ein Unternehmen des Silicon Valley je gesehen hat. Er galt für viele Apple-Fans als Kultfigur und hat den Hype geschaffen, der Apple auch heute noch umgibt. Aber über kurz oder lang muss Apple zeigen, dass es mehr ist als nur die Person Steve Jobs. Diese Frage lässt sich wohl erst beantworten, wenn die erste große Feuertaufe ohne ihn gemeistert wurde.

 

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7 Kommentare

  1. Er hat Apple so besonders gemacht deshalb fehlt er.

  2. Wertvollstes Unternehmen ist noch immer CocaCola! ;-) Nächstes Jahr wird es vielleicht anders aussehen!

  3. Schlaubi, dein Nick scheint unzutreffend :D

    Du verwechselst Unternehmenswert und Markenwert. Google mal.

  4. Apple wird sicher weiter ohne ihn existieren — sein Geist wird in vielem von Apple weiterleben – und doch wird Apple nie mehr so sein wie es war.
    Das ist keine Wertung, das es schlechter oder besser ist oder wird, nur es wird nie wieder das Apple mit dem Steve Jobs sein.
    Die Firma und Er das war eine Einheit – Er war Apple und Apple war er. Diese zwangsaufgelöste Einheit neu zu justieren ist sicher nicht einfach, zumal die Ansprüche immer größer werden und die Geschäftsfelder sich mehr und mehr vermischen (Google war mal eine Suchmaschine und finanzierte sich mit Werbung – Amazon ein Kistenschieber der lediglich den stationären Handel bedrohte – Apple ein genialer Hersteller für Nischencomputer und deren Software die ein Maximum an Arbeitsspaß auch für Nichtinformatiker produzierten). Inzwischen machen alle alles und der Anspruch an den ehemaligen Jäger und Rebellen gegen die großen IT-Firmen wächst und macht ihn selbst (Apple) als Global-Player zum Gejagten.

    Die Zukunft von Apple hängt nicht davon ab, das Iphone oder Ipad zu revolutionieren, sondern Ideen und Geschäftsfelder zu finden oder zu schaffen mit denen sie die Welt weiter revolutionieren. Menschen Dinge nahezubringen, die diese nicht unbedingt brauchen, aber unbedingt haben wollen, ohne das sie gestern wußten, dass sie möglich sind. Das war die besondere Gabe von Steve — ob die jemand anderer bei Apple oder sein Sohn geerbt haben (Sohn vielleicht auch auf anderen Gebieten) bleibt die große Frage…… nach Steve.

  5. Steve wahr der, das unternehmen dort hingeführt hat wo es heute steht. Er ist der Macher und er ist Apple ohne ihn wäre es heute nicht sowie es ist

  6. Tim Cook schafft das! Und solange es Menschen bei Apple wie Jony Ive gibt, wird Apple auch weiterhin erfolgreich sein.
    Ich vermisse Steve Jobs :'( aber wenn sein Erbe weiter besteht, wird er immer in Erinnerung bleiben!

  7. Der Packt das schon der Cook :)