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Apple veröffentlicht Stellungnahme zu PRISM [Datenschutz]

Das Thema PRISM dürfte in den letzten Tagen eigentlich an niemandem vorbeigegangen sein. Der ehemalige CIA- und NSA-Techniker Edward Snowden spielte der Washington Post und der britischen Zeitung The Guardian Anfang Juni Daten zu, die ein umfassendes Überwachungsprogramm der NSA (National Security Agency) aufdeckten, das auf den Codenamen PRISM hört. In Zusammenarbeit mit mehreren Technologieunternehmen, darunter auch Apple, soll die NSA mittels PRISM Zugriff auf die digitale Kommunikation der User haben. Aufgrund der Verbindungen, die zwischen den schrecklichen Vorfällen des 11.09.2001 und Vorbereitungen in der Bundesrepublik Deutschland hergestellt werden konnten, gehört Deutschland übrigens angeblich zu den am meisten überwachten Ländern. Die Meldung sorgte verständlicherweise für allgemeine Empörung. Apple nahm nun in einem offenen Brief Stellung zu den mit PRISM verbundenen Vorwürfen.

Apple: Bis zu den Presseberichten haben wir nie von PRISM gehört

In der Stellungnahme heißt es, man habe bei Apple von dem PRISM-Programm bis zu den ersten Presseberichten am 06. Juni nie gehört gehabt. Mitnichten habe die NSA direkten Zugriff auf Apples Nutzerdaten, sondern man folge den gesetzlichen Vorgaben, die auch in den USA für die Herausgabe von Nutzerdaten einen Gerichtsbeschluss erfordern. Wie andere Technologieunternehmen hat auch Apple die US-Regierung darum gebeten, die Anzahl von Anfragen bezüglich vertraulicher Nutzerdaten seitens der Regierung veröffentlichen zu dürfen und erläutert, wie derartige Anfragen gehandhabt werden.

Im Zeitraum vom 01. Dezember 2012 bis 31. Mai 2013 habe Apple insgesamt zwischen 4000 und 5000 Anfragen von der US-Regierung bzw. ihr untergeordneten Strafverfolgungs-Behörden erhalten. Diese Anfragen zielten allesamt entweder auf die Verfolgung von Straftaten oder die nationale Sicherheit der USA ab. In diesen Anfragen wurden zwischen 9000 und 10000 Nutzeraccounts benannt, auf die Zugriff ermöglicht werden sollte. Am häufigsten kämen Anfragen von lokalen Polizeibehörden, um eine Straftat zu verfolgen oder ein vermisstes Kind oder orientierungslosen Alzheimer-Patienten zu lokalisieren.

Unabhängig von den Umständen, unter denen solch eine Anfrage gestellt wird, werde diese von Apples Rechtsabteilung genau untersucht. Wenn Verfahrensfehler entdeckt werden, so verweigert Apple den Zugriff auf die entsprechenden Daten. Und selbst wenn man einer Anfrage nachkomme, so gebe man nur die nötigsten Daten weiter.

Apple betont, dass man schon immer ein Augenmerk auf die Schutz der persönlichen Daten der Apple-User gelegt habe. Man sammle generell keinen Berg an persönlichen Informationen. So werden Facetime- und iMessage-Unterhaltungen beispielsweise mit einer End-to-End-Verschlüsselung geschützt, sodass niemand außer dem Sender und Empfänger auf diese Zugriff habe. Man speichere auch keine Ortsdaten oder Maps- und Siri-Anfragen.

Es sei an dieser Stelle nicht verschwiegen, das Apples Aussagen heute zwar zutreffen mögen, es aber nicht immer so war. 2011 beispielsweise geriet Apple in Kritik, weil Bewegungsprofile von iOS 4 Usern erstellt wurden.

US-Präsident Obama verteidigt PRISM

Derweil reagierte US-Präsident Obama auf die Kritik an PRISM. Er verteidigte das Programm, machte aber auch klar, dass er die Sorgen der Bürger verstehen könne. PRISM werde allerdings aufs Schärfste vom US-Kongress und US-Bundesgerichten überwacht. Er habe zudem angeordnet, die PRISM-Dokumente so weit es geht öffentlich zu machen und ein Gremium einzusetzen, dass PRISM im Zusammenhang mit Bürgerrechten und dem Schutz der Privatsphäre zu untersuchen.

Kann man Apple Glauben schenken?

Ob man dem energischen Dementi von Apple Glauben schenken kann, erscheint angesichts der massiven Vorwürfe seitens Edward Snowden fraglich. Apple soll zusammen mit  sechs anderen großen IT-Unternehmen der USA (Google, Faceebook, Microsoft, Yahoo, AOL, Paltalk) der NSA umfassenden Zugriff auf Nutzerdaten gegeben haben.

Was meint ihr? Glaubt ihr Apple oder denkt ihr, es handelt sich lediglich um einen Versuch, das Image des Unternehmens vor dem negativen Einfluss von PRISM zu schützen?

 

(via 9to5Mac)

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Ein Kommentar

  1. Kommt als Firma bestimmt gut, wenn man offen zugibt, dass man seine Kundendaten weitergibt, ne ;)? Natürlich streiten die Firmen sowas ab D:, ansonsten wäre der Image-Schaden enorm

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