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Apple und die Europäische Kommission: Diskussion über In-App-Käufe

Die Europäische Kommission, das höchste Organ der EU, hat Apple wegen der App Store Politik bezüglich In-App-Käufe kritisiert. Besonders negativ fiel der Kommission der Umgang mit derartigen Einkäufen durch Kinder auf. Googles Play Store Politik wurde diesbezüglich durch die Kommission jedoch gelobt. Bei näherer Betrachtung fällt allerdings auf, wie undifferenziert die Kritik der EU-Kommission ist.

Europäische Kommission: Google hui, Apple pfui

In einem Statement, das die Europäische Kommission vergangenen Freitag veröffentlicht hat, wird Google für eine Reihe von Änderungen im Google Play Store gelobt, die das Unternehmen Ende September in Kraft setzen wird:

These include not using the word “free” at all when games contain in-app purchases, developing targeted guidelines for its app developers to prevent direct exhortation to children as defined under EU law and time-framed measures to help monitor apparent breaches of EU consumer laws. It has also adapted its default settings, so that payments are authorised prior to every in-app purchase, unless the consumer actively chooses to modify these settings.

Google wird ab September Apps, die In-App-Käufe beinhalten, nicht mehr als kostenfrei bezeichnen. Außerdem wurden weitgehende Änderungen der Entwickler-Richtlinien durchgesetzt, die verhindern sollen, dass die Entwickler sich mit In-App-Käufen spezifisch an Kinder wenden.

In App Kauf

Apple dagegen musste sich von der Europäischen Kommission einiges an Kritik gefallen lassen:

Although, regrettably, no concrete and immediate solutions have been made by Apple to date to address the concerns linked in particular to payment authorisation, Apple has proposed to address those concerns. However, no firm commitment and no timing have been provided for the implementation of such possible future changes. CPC authorities will continue to engage with Apple to ensure that it provides specific details of changes required and put its practices into line with the common position.

Apples Statement: iTunes App Control führt die Branche an

Diese Kritik wollte Apple nicht auf sich sitzen lassen. In einem Statement äußerte sich das Unternehmen zu der Aussage der EU-Kommissare:

Apple takes great pride in leading the industry in parental controls that are incredibly easy to use and help ensure a great experience for parents and children on the App Store. The parental controls in iOS are strong, intuitive and customizable. And over the last year we made sure any app which enables customers to make in-app purchases is clearly marked. We’ve also created a Kids Section on the App Store with even stronger protections to cover apps designed for children younger than 13. These controls go far beyond the features of others in the industry. But we are always working to strengthen the protections we have in place, and we’re adding great new features with iOS 8, such as Ask to Buy, giving parents even more control over what their kids can buy on the App Store. Our goal is to continue to provide the best experience for our customers and we will continue to work with the EC member states to respond to their concerns.

Apple betont, dass die Kontrollmöglichkeiten für Eltern in iTunes in der Branche Maßstäbe setzen. Diese Kontrollmöglichkeiten seien einfach und intuitiv zu nutzen. Jede App, die In-App-Käufe anbiete, sei klar markiert. Außerdem habe man eine Kategorie für Kinder im App Store gegründet, die sich speziell an Kinder unter 13 Jahre richtet.

Family Sharing: Noch stärkere Kontrolle mit Ask to Buy

Außerdem seien weitere Features mit iOS 8 geplant. Apple hebt hierbei besonders das Ask to Buy Feature hervor, dass es Eltern ermöglicht, auf den iOS-Geräten ihrer Kinder eine Sperre einzurichten, sodass bei jeder Ausgabe im App Store oder bei In-App-Käufen eine extra Erlaubnis erforderlich ist, die die Eltern einfach mittels ihres eigenen iOS-Geräts erteilen können. Im Rahmen dieses Features ist es auch erstmals möglich, iTunes-Accounts für Kinder unter 13 zu eröffnen, sodass diese auch von den Features profitieren können.

Ask to Buy unter iOS 8

Mit Family Sharing können Familien ihre iOS-Geräte zu einem Verband zusammenfügen, bei dem zwar jeder eine eigene Apple-ID hat, aber alle Einkäufe über eine Kreditkarte laufen. Außerdem können die Einkäufe im App Store, iTunes Store und iBooks Store untereinander geteilt werden.

Ask to Buy ist Apples stärkstes Argument, um die Vorwürfe der EU zu entkräften. Das Feature erlaubt Eltern eine umfassende und absolute Kontrolle über die Ausgaben, die ihre Kinder über ihre Apple-ID tätigen.

Zwar wird das Feature erst mit der Aktualisierung auf iOS 8 im Herbst implementiert, aber fairerweise muss man feststellen, dass auch die Änderungen seitens Google erst für den September geplant sind.

In der Vergangenheit machten immer wieder Geschichten die Runde, bei denen Kinder über ihre Apple-ID oder die ihrer Eltern mehrere Tausend Dollar an In-App-Käufen angehäuft haben. Ein Vorgang, an dem die Eltern sicher eine Mitschuld trugen. Dennoch hat Apple Anfang des Jahres in einem Vergleich 32,5 Millionen Dollar an derart geschädigte Eltern gezahlt. Möglicherweise gab dies den Anstoß für das Ask to Buy Feature.

Apple und die Europäische Kommission: Diskussion über In-App-Käufe
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2 Kommentare

  1. Jetzt hats sogar die europäische Kommission auf Apple abgesehen. Bleibt einem als fanboy denn nichts erspart?

  2. Hugo mal ehrlich: ich denke nicht…
    Manche können mit sowas halt nicht umgehen und/oder sind einfach nur neidisch, weil sie es besser nicht hinbekommen…