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Steve Jobs: Kein Fan von Streaming-Diensten für Musik

Die Übernahme der Firma Beats durch Apple sorgte für einiges an Aufsehen. Wieso Apple Interesse an einer Firma hat, die hauptsächlich (überteuerte) Kopfhörer herstellt, ist immer noch nicht ganz klar. Viele Beobachter spekulieren allerdings, dass es Apple um den von Beats gestarteten Musikstreaming-Dienst geht. Entsprechende Gerüchte, nach denen Apple ebenfalls einen Dienst für selektives Musikstreaming aufbauen möchte, existieren bereits seit einiger Zeit. Steve Jobs allerdings war nie ein Fan solcher Dienste.

Die Kunden wollen Musik “besitzen”

Apples Einstellung war lange, dass die Kunden Musik kaufen, um sie zu “besitzen”. Um dieses Kredo dreht sich praktisch der komplette iTunes Store. Allerdings ist Apples Vormachtstellung auf dem Markt für digitale Musik längst nicht mehr so ausgeprägt wie noch vor ein paar Jahren. Dienste wie Spotify oder Pandora nehmen dem Unternehmen aus Cupertino immer mehr Marktanteile weg, und es scheint daher immer unvernünftiger, einer Vorstellung von dem Markt für digitale Musik zu folgen, die sich vor 10 Jahren gebildet hat.

Diese Vorstellung entstand unter dem Einfluss des ehemaligen Apple CEO Steve Jobs. Dieser war nicht für seine Zurückhaltung bekannt und hat seine Abneigung gegen “Musik-Abonnements” mehrfach zum Ausdruck gebracht.

In einem Interview mit der Zeitschrift Rolling Stone aus dem Jahr 2003 sagte Jobs: “Wir haben den Labels gesagt, dass die Abonnementen-Dienste, für die sie sich einsetzen, versagen werden. MusicNet wird versagen. Pressplay wird versagen. Und zwar deshalb: Die Leute wollen ihre Musik nicht als Abonnement kaufen. Sie haben 45er gekauft, dann haben sie LPs gekauft, dann Kassetten, dann 8-Tracks, dann CDs. Sie werden keine Downloads kaufen wollen.

Ein Jahr später untermauerte Jobs seine Aussage gegenüber Billboard: “Wir diskutieren mit den Content-Inhabern mehr als mit irgendjemand anders. Das haben wir vom ersten Tag an verfolgt. Wenn es eine Möglichkeit gäbe, für 10 Dollar im Monat 10.000 Songs auf den iPod zu laden, dann wüssten wir das gerne. Aber das gibt es nicht. Und zwar weil es kein Geschäftsmodell gibt, dass für die Labels Sinn ergibt. Oder aber die Abos wären unbezahlbar.

Jobs ließ sich nicht überzeugen

Steve Jobs wich von dieser Meinung nicht ab. Auch wenn Musik-Insider versuchten, ihn vom Gegenteil zu überzeugen. Der Beats-Mitbegründer Jimmy Iovine sagte in einem Interview, dass er lange Zeit versuchte hatte, Steve Jobs für die Idee von Abonnements für Musikstreaming zu gewinnen. “Ich habe mich mit Apple bezüglich Abonnements seit 2004 getroffen. Alle zwei Monate. Ich denke, es handelt sich um eine unglaubliche Firma, und ich wollte, dass sie Musikabonnements anbieten. Ich denke, sie haben die Plattform dazu. Apple hat 400 Millionen Sets an Kreditkartendaten und eine Userbasis, die Musik mag. Und sie haben iTunes.

Die Zeiten ändern

Auch Jason Hirschhorn, der führende Positionen bei MySpace, Sling Media und MTV einnahm, versuchte Jobs einst von dem Modell zu überzeugen. Später resümierte er allerdings, dass Apple ganz genau wusste, dass das Unternehmen damals keine Abonnements anbieten musste. Die Downloadzahlen von iTunes sprachen eine deutliche Sprache. Und Apple agiert, wenn agiert werden muss. Laut Hirschhorn erbrachten direkte Vergleiche zwischen einem möglichen Abonnementen-Service und den iTunes-Downloads, dass sich der Schritt für Apple nicht lohnen würde.

Doch die Zeiten haben sich geändert. Die Zahlen von iTunes werden immer mehr von Konkurrenz durch Dienste wie Spotify und Pandora bedroht, und es besteht Handlungsbedarf. Ein erster Schritt war die Einrichtung von iTunes-Radio, aber ohne Zweifel wäre auch ein Streaming-Service für Apple lukrativ. Das würde sicherlich auch Steve Jobs einsehen.

 

 

via TUAW

 

 

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3 Kommentare

  1. Ich sehe auch Sinn im Streamen. Viele User wollen individuelle Playlists bzw. Auswahl für beliebige Situationen und Momente. Da habe ich persönlich keinen Bedarf mir mühsam einzelne Tracks zu kaufen, welche ich letztendlich gar nicht „besitzen“ möchte! Tracks kauf ich nur von Interpreten, welche ich favorisiere oder gar sammle! Und zum Schluss – Musik Streamen machen die Online Sender der Radio Stationen schon mehr als 10 Jahren…

  2. Ich dachte immer, iTunes Radio sei auch ein streaming Angebot?

  3. Ich versteh das eh nicht, dafür gibts doch internetradio.
    Die Zeit möcht ich auch mal haben meine CDs anzuhören oder mir Gedanken zu machen welchen Track ich kaufe :)

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