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App Abo Abzocke geht munter weiter: Wie kann ich mich schützen?

Der Appstore erfreut sich einer stets wachsenden Masse bestehend aus Produktivitäts,- Lern,-Spiel, Foto Apps und mehr. Vor allem die kostenlosen Anwendungen stehen hier bevorzugt im Fokus der Nutzer. Aber hier lauern auch die größten Gefahren. Das Stichwort ist ganz klar „Abo Falle“. Um die Kosten der Programmierung einer gratis Applikation entsprechend wieder rein zu bekommen, besteht die Möglichkeit Werbeeinblendungen  tätigen zu können. Nehmen die blinkenden und teilweise wackelnden Bilder überhand, dürfte das schnell zum Löschen der App führen. Dennoch gibt es ganz akzeptable Einblendungen zu seriösen Partnern und Seiten, welche dem legitimen Zweck dienen, Unkosten im überschaubaren Rahmen zu halten. Wird jedoch eine Applikation, vorwiegend für Kinder und Jugendliche entwickelt, die nur einen Hintergrund hat, nämlich ahnungslose Benutzer in eine Abo Falle tappn zu lassen, nennen wir das einfach eine bodenlose Frechheit. Leider ist einem Bericht des Stern zufolge schon jede fünfte kostenlose AppStore App von derartigen betrügerischen Machenschaften betroffen. Auf dem Android Market sieht es dabei ähnlich aus. Als harmlose Spiele getarnt, verschickten die Anwendungen (ohne Wissen des Nutzers) kostenpflichtige SMS in das In und Ausland. Ganze 22 Abzock Apps lies Google nun aus dem hauseigenen Market entfernen. War das nur die Spitze vom Eisberg?

Es gilt, also erneut äußert vorsichtig beim Download und vor allem bei der Benutzung kostenloser Applikationen zu sein. Gerade wenn Kinderhände das iPad und iPhone für sich entdecken, sollte stets ein Erwachsener den Spielfluss sowie das wilde Tippen der hervorgehobenen Button beispielsweise bei Tom dem Kater beaufsichtigen. Ein Klick auf den bunten „Gratis Logo“ Button genügt, um in wenigen Sekunden eine für den Anwender unsichtbare WAP Seite zu laden, und den Abzockern somit die Telefonnummer zu übermitteln.

Der Rest erfolgt dann lediglich über die Mobilfunkrechnung. Meistens kommt dann hier der Schock erst am Ende des Monats. Viel zu spät um der Einziehung des fälligen Betrages noch entgegenwirken zu können.

Wie kann ich mich gegen die Abo-App-Abzocke schützen?

Zunächst sollte man stets Vorsichtig im Umgang mit kostenlosen Applikationen aus dem AppStore sowie Android Market sein. Einschlägige Abo Apps haben auch diverse negative Bewertungen, die einen vor dem Download bereist stutzig machen sollten. Schaut euch also immer wieder einmal die Bewertungen der Apps an, bevor ihr einen Download tätigt.

Kommen Kinder mit euren Geräten in Kontakt, gilt es diese stets zu beaufsichtigen. Geschäftsunfähigkeit der kleinen hin oder her, das Abo können auch die kleinen Fingerchen mit nur einem Klick auslösen.

Desweiteren besteht die Möglichkeit direkt bei den Mobilfunkprovidern eine Drittanbietersperre einrichten zu lassen. Hier wird die Rufnummer so verschlüsselt, dass diese nicht mehr an die Abzocker via WAP gesendet werden kann. Bei der Telekom ist das ohne weiteres möglich. Auch Vodafone scheint mittlerweile diesen Service anzubieten. O2 scheint ebenfalls auf die Abo Abzocker reagiert zu haben, auch hier kann man per Anruf eine Drittanbietersperre einrichten lassen.

 

Wie verhalte ich mich, wenn ein Abo abgeschlossen wurde?

Sobald festgestellt wurde, dass auf der Mobilfunkabrechnung etwas nicht stimmt, gilt es umgehend den Netzbetreiber von diesem Umstand zu unterrichten. Im selben Atemzug sollte auch der unseriöse Abo Anbieter schriftlich von einer sofortigen Kündigung in Kenntnis gesetzt werden. Das sollte am besten per Einschreiben erfolgen. Zudem kann man sich zusätzlich an die Verbraucherzentrale richten oder eine versierte Anwaltskanzlei aufsuchen. Allerdings ist letzteres Gesuch wieder mit Kosten verbunden, Kosten die es zu sparen gilt.

 

Wie kommt es überhaupt zur Abbuchung der kuriosen Abzocker-Beträge?

Die Abzocker haben hier leichtes Spiel. Schließlich übernimmt der jeweilige Mobilfunkanbieter hier die „Drecksarbeit“, so dass die eigentlichen Übeltäter erst einmal ins Dunkel rücken. Betätigt man in der kostenlosen App eine Werbefläche, wird unbemerkt eine WAP Seite im Hintergrund geöffnet. Nun dauert es nur wenige Sekunden bis die Mobilfunknummer der Opfer an die Abzocker wetergeileitet wird. Diese wenden sich dann an den Mobilfunkanbieter, der die Forderungen auf der nächsten Abrechnung mit listet und entsprechend einzieht. Ein leichtes Spiel, das äußert dicke Gewinne einfährt.

 

WAP Billing Prozess via c´t Magazin

Welche Apps sind vorrangig betroffen?

AppStore Apps

1. Talking Tom (“Gratis Logo” Button)
2. 4 Gewinnt ( “Liebesbarometer-Button” 4.99€ /Monat)
3. Froggy Jump
4. Bier App

Android Market

1. Horoskop Apps
2. Wallpaper Apps
3. Spiele-Downloader

Kurze Rechtliche Einschätzung

Eine brgündete Pflicht zum Zahlen derartig zustande gekommener Beträge ist stets fraglich. Um einen Zahlungsanspruch begründen zu können, muss ein Abo Vertrag auch mit der Kenntnisnahme des Einzelnen abgeschlossen worden sein. In den meisten Fällen ist das jedoch strittig. Ob auch eine vom Willen des einzelnen getragene Entscheidung, den Vertrag abzuschließen, wirklich vorgelegen hat, muss der Anbieter stets beweisen können. Somit liegt die Beweislast stets auf Unternehmensseite. Zudem muss im Einzelfall auf die Kostennote hingewiesen worden sein. Allein an diesem Punkt scheitert es bei den meisten dubiosen Angeboten. Eine Widerrufsbelehrung, die ebenfalls mit Beigefügt werden müsste, wird bei fast allen Angeboten vergebens gesucht.

Die Mobilfunkanbieter an sich bewegen sich hier ebenfalls in einer juristischen Grauzone. Schließlich sind diese aus Datenschutzrechtlichen Gründen im Regelfall nicht dazu befugt die Telefonnummer an Dritte weiter zu geben. Böse Zungen behaupten zudem, dass auch hier der eine oder andere Euro mit verdient wird.

Wir raten daher vor allem neuen AppStore oder Android Market Nutzern stets Wachsam bezugnehmend auf den Download und letztlich auch die Verwendung kostenloser Applikationen zu sein. Die aufgedeckten Anwendungen bilden dabei nur die Spitze vom Eisberg. Allein Apples AppStore hat längst die halbe Million Marke geknackt. Es bestehen also tausende Potentielle Möglichkeiten ahnungslose Nutzer um ihr Geld zu bringen.

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8 Kommentare

  1. Bitte etwas besser informieren bevor man eine solche Behauptung über O2 macht!
    Es gibt dort schon seit Ewigkeiten Eine Drittanbietersperre.

  2. Hallo, O2 hat wie schon mein Vorgänger gesagt, eine Drittanbietersperre! Einfach die O2 Hotline anrufen und prompt wird diese aktiviert.

    Bitte berichtigen!

  3. Hey Leute . Danke für den Tipp. Bislang stellte sich O2 quer aber anscheiennd haben sie sich den Mitstreitern angepasst. Der Artikel wurde aktualisiert.

    MfG Micha

  4. Am besten die negativen apps gar nicht laden.

  5. Hallo gestern bekam ich einen anruf von den usa als ich einen viber account erstellte. Sehr misteriös. Es war kein viber anruff es war ein normaler anruf!!

  6. @IPhone: Kennst du ,,Wayne“?

  7. hab sämtliche nummern die hohekosten verursachen können von anfnag an sperren lassen so kann schonmal garnichts passieren…

  8. Als erstes habe ich die -In-App-Käufe abgeschaltet. Und negativ bewertete Apps kommen zu 99% nicht auf meine i-Produkte. Aber die Dritt-Anbieter-Sperre habe ich noch nicht gesetzt. Danke für den Tipp. Werde mal bei meinem Provider nachfragen.

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