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Eine Woche mit dem neuen iPad [Review]

Dies könnte eines der einfachsten Reviews werden, schließlich sieht das iPad ja noch genau so aus wie vorher. Was jedoch viel wichtiger ist, ist das was sich innen geändert hat – und das ist beeindruckend. Ich habe das iPad gleich zum Ladenstart gekauft und nun eine Woche lang ausgiebig getestet.

Schon vor der Vorstellung zeichnete sich ab, dass das iPad der dritten Generation so etwas werden würde, wie das iPhone 4S. Eine Enttäuschung für einige, weil es aussieht wie der Vorgänger. Doch bei diesem Produkt von einer Enttäuschung zu sprechen, ohne es überhaupt in der Hand gehalten zu haben, ist lächerlich. Denn hat man das Gerät einmal in der Hand gehalten, könnte man das Wort Enttäuschung nicht mehr über die Lippen bringen. In einer Woche Praxistest sind viele Eindrücke zusammen gekommen, positiv und negativ, die ich hier kurz (es ist dich ziemlich lang geworden) niederschreiben möchte. Ich bin von einem iPad 2 16GB WiFi auf ein iPad (3. Gen.) 16GB 4G umgestiegen. Warum genau, das werde ich noch erläutern.

Fangen wir mit dem an, was das Hauptmerkmal des iPad ist: das Display. Wenn man das iPad abstrahiert beschreiben möchte, ist es ein tragbarer Bildschirm. Es ist nichts, außer ein Bildschirm mit Lautsprechern. Die Interaktion mit dem Gerät findet zu 99% über das Display statt, man kann also sagen, dass es das wichtigste Bauteil ist. Für mich jedenfalls, hätte das Display alleine den Aufpreis für die neue Generation gerechtfertigt, aber dabei bleibt es nicht.

Wie gut das Display ist, lässt sich schwer in Worte fassen. Es ist unmöglich, bei einem Abstand von 50cm die Abgrenzung zwischen Pixeln zu erkennen. Das iPad hat also kein Display von der Sorte, wie man es seit Jahren kenn, wo man jeden Pixel zählen kann. Es ist mehr ein leuchtendes Stück Hochglanzpapier, ohne pixelige Stufen in der Darstellung – und auch ohne Falten. Tatsächlich entspricht die Pixeldichte des iPad mit 264ppi (Pixels per Inch) beinahe der von hochwertigen Druckerzeugnissen bei ca. 300ppi (Points per Inch). Textlastige Webseiten, Apps, einfach alles, wo viel Text dargestellt wird, sieht grandios aus. Viele Webseiten erstrahlen jetzt in neuem Glanz. Man kann jetzt auch bei Schriftgröße 10 eine Arial von Helvetica unterscheiden, einfach jede Schriftart sieht ein wenig großartiger aus. Jeder, der sich ein wenig für Typografie interessiert, sollte das Web einmal mit einem solchen Display durchstöbern. Doch gerade auch das Web verdeutlicht Schwächen des Displays, die jedoch nicht die Schuld von Apple sind. Jegliche Bilder oder verbildlichte Schriften sehen leicht matschig aus. Das fällt nicht überall auf, gerade im Hochformat, doch es ist sichtbar. Zu bedenken ist jedoch, dass es nicht störend wirkt. Das Display des iPad hat so viele Pixel, dass es auch niedriger aufgelöstere Bilder in guter Qualität hochrechnen kann. In der Zukunft werden Webdesigner ihre Seiten jedoch anpassen müssen, denn das neue iPad ist nur der Anfang. Das nächste Tablet von Asus wird ebenfalls einen hochauflösenden Bildschirm haben, die neuen Macs ab Baujahr 2012 wahrscheinlich auch. Windows 8 wird ebenfalls bereits an solche Bildschirme angepasst, denn diese werden spätestens ab dem nächsten Jahr in der mittleren und oberen Preisregion zum Standard avancieren. Spätestens dann sollten alle wichtigen Webseiten angepasst sein.

Die 40% mehr Farbsättigung fallen in vielen Situation positiv aus, bleiben aber noch im Rahmen einer realistischen Farbwiedergabe. Damit bleibt Apple seinen Prinzipien treu und springt nicht auf Super AMOLED oder sonstige wilde Display-Arten auf, die sich zwar toll bewerben lassen, weil sie Farben mit (unrealistisch) viel Sättigung anzeigen, damit aber jegliche Farbrealität ausschließen. (Ich besitze selber ein Galaxy Nexus als Zweitgerät für Webdesign-Tests, das Display ist, verglichen z.B. mit dem des iPhone 4(S), minderwertig. Nicht nur sieht man deutliche Abstände zwischen den Pixeln (Pentile-Display), sondern auch die Farben sind maßlos übersättigt. Dazu kommt, dass die Beleuchtung bei niedriger Helligkeit fleckig ist, aber das nur am Rande.) Das IPS-Display des iPad stellt 94,4% des sRGB-Farbraumes dar, der Gamma-Wert liegt bei optimalen 2.2, das alles bei nahezu perfektem Kontrast. Es ist also nicht nur wahnsinnig hochauflösend, sondern auch in allen anderen relevanten Belangen das beste mobile Display überhaupt.

Grandiose Analysen des Displays gibt es wie immer bei AnandTech (engl.) und DisplayMate (engl.).

Um das neue Display anzutreiben, verbaut Apple den neuen A5X-Dual-Core-Prozessor, der 4 Grafik-Kerne enthält und sich in ersten Tests als sehr leistungsfähig beweist. Eine Leistungssteigerung des Prozessors ist nicht vorhanden, da die CPU selber bis auf minimale Details unverändert gegenüber dem aus dem iPad 2 bekannten A5 bleibt. Das störte mich bisher keineswegs, denn schon bei dem iPad 2 habe ich nur sehr wenige Situationen erlebt, in der das System langsam reagiert hat. Dennoch hat man an manchen Ecken – z.B. der Animation beim Wechsel von Apps – das Gefühl, dass das neue iPad schneller reagiert als der Vorgänger.

Trotz der vierfachen Pixelanzahl wird man in Zukunft Spiele sehen, die auf dem neuen iPad mehr leisten als auf dem iPad 2, denn nicht der gesamte Leistungszuwachs kümmert sich um die zusätzlichen Pixel.

Bei all diesen Neuerungen ist hat ein Teil des iPads nun deutlich mehr zu kämpfen: der Akku. Schon in meinen ersten Gedanken zum iPad erwähnte ich, dass es wohl nun sehr viel länger laden würde als bisher. Das es SO lange dauern wird, hätte ich aber nicht gedacht. In vielen Tests werden realistische 7 Stunden erwähnt, das ist eine ganze Menge Zeit und nach ersten Proben durchaus realistisch. Teilweise liest man auch von Horror-Zahlen wie 18 Stunden, doch das halte ich für äußerst theoretische Zahlen, die man in der Realität nicht erreichen kann. Man geht hierbei davon aus, dass das Display bei voller Helligkeit angeschaltet ist und man grafisch intensive Spiele darauf spielt. Bei normaler Nutzung (mittlere Helligkeit, surfen im Internet) während der Ladung dauert es “nur” ca. 10 Stunden zu laden. Generell kann man sagen, dass die Akkulaufzeit hauptsächlich mit der Displayhelligkeit fällt und steigt. Ist man Zuhause kann man die Helligkeit etwas herunter regeln und somit beim Surfen im Internet auch 15 Stunden rausholen, wenn man das denn will. Spielt man aber außerhalb bei voller Helligkeit ununterbrochen Real Racing 2 HD, dann muss man sich schon nach 5 oder 6 Stunden nach der nächsten Steckdose umsehen. Weiterhin gilt, dass das iPad mit WiFi etwa eine Stunde länger durchhält als das 4G-Modell (bzw. 3G, dazu gleich mehr), wenn man es denn auch im Mobilfunknetz betreibt und eine regelmäßige Datenverbindung nutzt.

Bei meinem Nutzungsverhalten konnte ich feststellen, dass der Akku des neuen iPad sogar minimal länger durchhält, als der meines iPad 2.

Kurz nach der Vorstellung des neuen iPad sorgte für Aufregung, dass LTE in Deutschland nicht nutzbar ist. Die vielen schlechten Worte, die darüber verloren wurden, halte ich für maßlos übertrieben. Ein Kritikpunkt, den sich Apple aber definitiv gefallen lassen muss, ist dass sie mit 4G-Tarifen für das neue iPad geworben haben. Diese waren nämlich teilweise veraltete 3G-Tarife mit maximalen Download-Raten bis 7,2Mbit/s. Wenn Apple jedoch mit rasend schnellem Internet auf der ganzen Welt wirbt, dann ist das keine Lüge, denn LTE ist nicht alles. Der Mobilfunkchip im neuen iPad ist ein absolutes Monster. Er unterstützt im einzelnen folgende Funkstandards: Bluetooth 4.0, WiFi 802.11a/b/g/n, GSM, GPRS, EDGE, UMTS, HSPA, HSPA+, DC-HSDPA und LTE. Zwar ist LTE hier der schnellste aller Mobilfunkstandards, die anderen sind aber nicht wesentlich schwächer. Mit DC-HSDPA etwa sind Download-Raten von 42Mbit/s möglich, mit HSPA+ immerhin noch 21Mbit/s. Das ist viel mehr, als 90% der Datentarife zulassen und so schnell, dass man HD-Filme etwa von iTunes ruckelfrei im Park streamen könnte, wenn das Netz dort so gut ausgebaut ist.

Zum Vergleich: das, was in den USA als 4G beworben wird, bietet in den Zentren von Städten wie New York oder San Francisco gerade einmal knapp über 20Mbit/s im Downstream an. Die Datennetze in den USA sind seit Jahren bandbreitenmäßig leistungsschwächer als die in Deutschland, bevor man die Amerikaner also um ihr 4G beneidet, sollte man erst einmal auf die Zahlen schauen. In Amerika werden z.B. schon HSPA+-Netze als 4G betitelt, obwohl das netztechnisch gesehen falsch ist. HSPA+ und sogar DC-HSDPA sind noch 3G-Standards, die Klassifizierung in den USA also mehr als falsch. Deswegen halte ich die Diskussion um LTE in Deutschland für übertrieben, zumal die meisten Tarife der Nutzer, die sich darüber aufregen, solche Geschwindigkeiten überhaupt nicht zulassen.

Wer mehr Geschwindigkeit will und in einem Complete L oder XL der Telekom steckt, der kann für 9,95€ monatlich eine Speed Option dazu buchen, bei der man nun mit voller HSPA+-Geschwindigkeit, also 21,6Mbit/s surfen kann und zusätzlich 4GB Volumen bekommt. Wer mehr will, kann für 49,95€ monatlich ab Anfang April bei der Telekom im Mobile Data L mit bis zu 42Mbit/s surfen, 10GB Volumen sind hier inklusive. Das ist nicht das Maximum, aber immerhin fast auf Augenhöhe mit Geschwindigkeiten, wie man sie von VDSL 50.000 kennt.

Bei Vodafone hat man die Wahl zwischen der MobileInternetFlat 21,6 (50€) und der MobileInternetFlat 50,0 (70€), wenn man die Datenbandbreite entweder halb oder ganz ausreizen will.

Egal für welchen Anbieter man sich entscheidet, schnelle Datenverbindungen bleiben ein teurer Spaß, LTE-Tarife sind nicht günstiger.

Eine grandiose Funktion des neuen iPad, die bisher in der Diskussion um Akku und Display nahezu komplett untergegangen ist, ist der Persönliche Hotspot. Apple hat die Funktion mit iOS 4.3 eingeführt, mit der man die Internetverbindung seines iPhones per WLAN, Bluetooth oder USB mit anderen Geräten teilen kann. Das nutzte ich bisher sehr viel, um mein MacBook unterwegs ins Internet zu bekommen, hatte jedoch eine deutliche Schwäche: gerade über WLAN ging der Akku des iPhones so schnell runter, dass man es bereits nach wenigen Stunden wieder laden musste. Über längere Zeit war das also als Hotspot untauglich, das neue iPad wird das ändern. Der gigangtische Akku des iPad ermöglichte in ersten Tests (engl.) die Hotspot-Funktion über eine Dauer von über 25 Stunden über LTE, bei 3G-Netzen dürfte es hier auf über 30 Stunden anwachsen. Diese Zahlen sind mehr als beeindruckend und stellen alles in den Schatten, was ich mir erhofft habe. Das Problem ist jedoch, dass bisher nur wenige Provider diese Funktion unterstützen. In den USA kommen nur Kunden von Verizon in den Genuss des Hotspots, Kunden von AT&T warten genauso wie deutsche Kunden von der Telekom, Vodafone, O2 und E-Plus. Lediglich der Sparten-Anbieter Simyo, der im E-Plus-Netz funkt, ermöglicht die Nutzung als Hotspot. Die Funktion wird von der Telekom Mitte Mai in einem Provider-Update nachgereicht, auch Vodafone will dann nachziehen. Das ärgert mich persönlich sehr, da der Hotspot ein Kaufargument für das 130€ teurere 4G-Modell war. Mich stört daran vor allem, dass die letzten Provider-Updates am 9. März verteilt wurden, also 2 Tage nach der Vorstellung des neuen iPad. Ein guter Provider hätte hier schon die Entsprechenden Bits verschickt, 2 Monate Wartezeit sind nun nicht gerade erfreulich.

Außer dem zusätlichen 4G-Chip hat sich bei meinem Wechsel von der zweiten auf die dritte Generation des iPad noch etwas geändert: Das Gewicht und die Dicke des Gerätes.

In einem für Apple unüblichen Zug, hat man beim Generationswechsel sowohl das Gewicht, als auch die Maße des Gerätes erhöht. Das gab es bisher bei keinem Produkt (an das ich mich erinnern kann), ist jedoch zu 100% dem neuen Display und dem dafür nötigen Akku geschuldet. Wog das iPad 2 noch um die 600g, wiegt das neue iPad nun 650g, die Version mit 4G noch einmal etwa 10g mehr. Das klingt alles relativ wenig und tatsächlich spürt man den Unterschied kaum. Selbst wenn man beide iPads in den Händen hält, lässt sich nicht so einfach sagen, welches leichter oder schwerer ist. Dennoch wird das Gewicht des iPad nach einiger Zeit unangenehm zu halten, da auch die Kanten relativ spitz sind und je nach Halteposition mehr oder wenige unangenehm sein können. Das gab es aber auch schon beim iPad 2 und ist nicht unbedingt ein großer Nachteil. Insgesamt bin ich aber froh, dass Apple diesen mutigen Schritt gewagt hat, denn im Alltag ist das wahnsinnig gute Display und der starke Akku viel mehr wert, als ein Gerät, welches 100g leichter ist. Außerdem erfreut es mich, dass Apple nicht, wie viele andere Hersteller, anfällige Plastik-Gerhäuse verbauen, um das Gerät leicht zu halten. Sowohl optisch als auch in der Handhabung hat das Gehäuse aus Aluminium so viele Vorteile gegenüber den Konkurrenten.

Ein Punkt, der in den letzten Tagen für viele Schlagzeilen gesorgt hat, ist die Wärmeentwicklung. Hier kann ich nach dem was ich bisher erlebt habe nur beruhigen. Das die leichte Temperaturerhöhung sogar gleich als “Überhitzung” oder ähnliches tituliert wird ist übertrieben, und zwar auf ganzer Linie. Bei all diesen Meldungen wird vergessen, dass das iPad immer mehr ein vollwertiger Computer/eine vollwertige Spielekonsole wird und dabei komplett ohne Lüfter auskommt. Bei grafisch intensiven Spielen wie Real Racing 2 HD, Galaxy on Fire 2 oder Air Supremaxy wird das iPad spürbar warm, aber keineswegs unangenehm. Die Wärme die man spürt ist nicht beängstigend sondern ein Zeichen einer ausgeklügelten Kühltechnik, bei der das Aluminium-Gehäuse des iPad zur Kühlfläche des A5X wird. Die Temperaturen, die in einige Berichten ermittelt wurden, liegen zwischen maximal 35 oder 40°C. Das ist menschliche Körper-Temperatur und weder für das iPad, noch die eigene Haut schädlich. Während ich diesen Artikel auf meinem MacBook Pro schreibe, ist die Temperatur der Handballenauflage bei 36°C, der untere Deckel ist teilweise bis zu 50°C warm, und das bei aktiver Lüftung. Keiner spricht hier von beunruhigenden Zahlen, denn man kennt es nicht anders.

Mein iPad ist auch einmal richtig heiß geworden, als es unabsichtlich eine halbe Stunde lang bei voller Helligkeit in direkter Sonneneinstrahlung lag. Anders konnte ich das iPad bisher nicht so warm bekommen, dass es unangenehm wurde, der kommende Sommer wird das aber eventuell noch ändern.

Nur Kurz anreißen möchte ich hier die Kamera und die Spracheingabe. Beide funktionieren super, werden von mir aber kaum genutzt. Die integrierte Kamera schießt Fotos mit 5MP und Videos in 1080p in souveräner Qualität. Auch wenn das iPad hier nicht mit dem iPhone 4S oder normalen Kompaktkameras mithalten kann, sind die Ergebnisse immerhin nett anzusehen. Die Spracheingabe funktioniert nicht, wie ich gehofft hatte, auch ohne Internetverbindung. Um etwas zu diktieren wird also eine Verbindung über das Datennetz oder WLAN vorausgesetzt, was ich schade finde. Mit den Ergebnissen der Umwandlung in Text kann man aber mehr als zufrieden sein, wie schon auf dem iPhone 4S funktioniert das bei leicht angepasster Sprechweise hervorragend.

Eine Großartige Demonstration dafür, wie überlegen das iPad den Konkurrenten mit Android ist, war die Update-Flut zum Verkaufsstart. Während die meisten Apps bei Android nur halbherzig oder gar nicht an Tablets angepasst sind, war das bei iOS von Anfang an anders. Die Apps, die man inzwischen auf dem iPad findet, sind so viel hochwertiger als ihre Android-Pentants, wenn es die denn überhaupt gibt. Ich muss zugeben, dass ich skeptisch war, wie schnell die Entwickler das neue Retina-Display unterstützen. Ganz schnell verflog meine Skepsis aber, denn die meisten Apps waren Retina-ready bevor die Geschäfte aufgemacht haben. Als ich mein neues iPad mit dem Backup des alten wiederhergestellt habe und alle Apps geupdated hatte, waren 90% meiner meistgenutzten Apps an das neue Display angepasst. In einem unglaublich kurzen Abstand kamen Updates über den Store rein, das hätte ich nie gedacht. Die einzigen Apps, die ich regelmäßig nutze und noch kein Update bekommen haben sind Facebook und 1Password. Die riesengroße Mehrheit ist jedoch inzwischen angepasst: WeatherPro, Instapaper, Reeder, Twitter, Tweetbot, Goodreader, Calcbot, selbst Spiele wie Infinity Blade 2, Real Racing 2 HD, Galaxy on Fire 2 und auch das neue Angry Birds Space HD unterstützen das neue Retina-Display. Abgesehen davon, waren sämtliche Apps von Apple gleich zu Beginn bereit für die hohe Auflösung. Wie schnell das alles erfolgte war für mich überwältigend, denn so kann man das Display in vollen Zügen genießen.

Ab diesem Sommer gibt es auch erste Tablets mit Android und hochauflösendem Display, wie Entwickler hier reagieren bleibt abzuwarten.

Andere Apps, die das Display nicht offiziell unterstützen, sind aber nicht unbedingt im Nachteil. Bei Facebook z.B. fällt es kaum auf, da in der App zu 80% nur Text angezeigt wird, bei Profilbildern fällt die geringe Auflösung kaum auf. Ähnliches gilt für Apps wie 1Password oder eBay, da auch hier entweder viel Text dargestellt wird, oder native UI-Elemente verwendet werden, die automatisch angepasst werden. Nachgeladene Bilder in der eBay-App wirken ähnlich wie bei Facebook trotz geringerer Auflösung schärfer als noch auf dem iPad 2. Zukünftige Updates dürften hier aber auf jeden Fall noch einiges verbessern.

Ein Nachteil der hochauflösenden Displays ist bei allen Vorteilen aber eindeutig die anfallende Datenmenge. Das betrifft nicht nur Apps, die jetzt auch für Besitzer älterer iPads etwa dreimal mehr Platz auf dem Gerät einnehmen, sondern auch Webseiten, die länger brauchen um zu laden. Gerde Nutzern mit schlechten Internetverbindungen wird das negativ auffallen. Besitzer eines iPad mit 16GB Speicher werden nun besonders zum Aufräumen bewegt, denn vor allem Spiele und grafikintensive Anwendungen wachsen nun deutlich an. HD-Filme über iTunes sind auch meist nur knapp unter 4GB groß, viele Stunden Unterhaltung benötigen also den entsprechenden Platz auf dem Gerät.

Jetzt also zu der alles entschiedenen Frage: Lohnt sich der Kauf? Ich sage definitiv: JA! Mit dem neuen iPad hat Apple das bisher beste Tablet auf den Markt geworfen, kein derzeit erhältliches Tablet der Konkurrenz kann da mithalten. Ohne das neue Display wäre das iPad wahrscheinlich enttäuschend, aber mit dem Display besitzt Apple in der nahen Zukunft einen so großen Vorsprung gegenüber der Konkurrenz, dass diese es wahrscheinlich derzeit sehr schwer haben werden. Dazu kommt noch, dass Apple das iPad 2 ab 399€ UVP (bzw. 349€ für generalüberholte Geräte) anbietet, viele Händler unterbieten das bereits jetzt mit Preisen ab 369€ für Neugeräte. Da das iPad 2 außer dem Display, der Kamera und den Datenverbindungen keinen Nachteil hat, wird das für viele Käufer sehr interessant werden und sie von der preisgünstigen (Android-)Konkurrenz abziehen.

Für Nutzer des ersten iPads lohnt sich das Upgrade auf jeden Fall, da jeder einzige Aspekt des Gerätes verbessert wird. Besitzer eines iPad 2 müssen hier abwiegen, wie wichtig ihnen das Display ist. Jeder, der sich unsicher ist, sollte sich das Display einmal live ansehen. Ich sollte aber hier ausdrücklich davor warnen, denn ein Blick auf das alte Display fällt dann schwer. Man merkt nicht, wie altbacken das alte Display ist, bevor man das neue gesehen hat. So ging es mir.

Das gleiche gilt für Leute, die noch kein iPad haben. Schaut euch beide Geräte an und fragt euch, wie wichtig euch das Display ist. Mir sind es die 100€ Aufpreis definitiv wert, zumal die bessere Kamera, die Spracheingabe und der Persönliche Hotspot weitere Kaufargumente sind.

Insgesamt ist das neue iPad für mich das beeindruckendste Stück Technik, das ich seit Langem in der Hand gehabt habe.

 

Wenn ihr Fragen zum Gerät oder Meinungen zum Review habt, dann ab damit in die Kommentare!

Eine Woche mit dem neuen iPad [Review]
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28 Kommentare

  1. Hallo,

    ein wirklich lesenswerter Testbericht :-)

    Gruß

    Marleen

  2. Guter Testbericht. :)

    Wie heißt der Wallpaper auf deinem iPad oder wo finde ich ihn?

  3. Und in dem Zusammenhang ...

    … kann ich auch nur loben. Endlich mal jemand, der keine Schnellschüsse vom Stapel lässt, nur der Quote wegen irgend welche “Fakten” in den Raum stellt, vor allem mit negativen Aussagen auf sich aufmerksam machen will und zu Guter letzt auch oberflächlich, schlecht oder gar nicht recherchiert.

    Anerkennung!

  4. Weiß jemand wie Kratzfest dastehe iPad ist , braucht man ne displayschutzfolie , bei häuslichem Gebrauch ?

  5. Meinte das neue

  6. Hallo, ich habe das ipad 1 und seit samstag auch das new ipad und bin sehr begeistert das es so schnell ist. Apps laden in nullkommanichts…. Würde es jedem weiteremfehlen und das display ist suuuper.

    Schoenes WE an alle

  7. Super Bericht :-) in allen Punkten kann ich nur zustimmen….

  8. Thiemo Bergner

    Funkery:
    Das Wallpaper ist von Bjango und hat den Namen Trio, das gibt es hier in diversen Ausführungen:
    http://dribbble.com/shots/473466-Trio-Electric-and-Aqua-wallpaper
    Ich habe die Aqua-Variante, ist für jeden Geschmack etwas dabei.

  9. Bezüglich wärmeentwicklung hat er aber gut geflunkert. Ich weiss nicht wie er testet aber ich habe es definitiv mehrmals erlebt. Wenn man die helligkeit auf voll stellt und zu dem ein hd spiel spielt dann ist unten links richtig heiss das man nach einer Zeit richtig unangenehm wird. Bei mittlere helligkeit ist es lauwarm. Also bitte bei Wahrheit bleiben, sonst guter bericht

  10. Sehr lesenswerter Bericht! Schon mal daran gedacht als Redakteur zu arbeiten?!

  11. Super Bericht. Nicht schnell dahin geklatscht. Trotz Kaufempfehlung nicht parteiisch sondern auch kritisch.
    Ich habe ohne zu wissen was kommt mein iPad 2 verkauft und das neue iPad 32GB + 3G bestellt. Leider mit Pixelfehlern aber, nach etwas Druck dauerte es nur 4 Tage bis ich wieder ein neues fehlerfreies iPad in der Hand halten konnte.
    Das Display ist echt genial, wenn es auch nicht an die Pixeldichte der 4er iPhone Modell heran kommt. Beim 2er hat mich das Display manchmal gestört. Besonders wenn ich in iBooks gelesen habe oder mir die aktuellste Connect Ausgabe gekauft habe. Es war anstrengender für die Augen aufgrund der etwas verpixelten Schrift.

  12. Wirklich toller testbericht. Ich kann dem meisten auch voll zustimmen. Bin sowas von begeistert von dem iPad ich wollt es nach dieser Woche echt nicht mehr missen.

  13. Danke für den tollen Testbericht!

    Hatte nämlich vor, heute mein neues iPad abzuholen und dein Bericht bestärkt mich nochmals, dass ich von meinem iPad2 auf das iPad3 umsteige.

    Hatte auch bereits das iPad1 und der Umstieg aufs 2er war schon immens. Aber ich denke, dass das Display einfach ein Wahnsinn sein muss beim iPad3 – das kann ich mir einfach nicht entgehen lassen :-)

  14. Danke für den Test. Bestärkt mich in meiner Kaufabsicht (mein erstes Tablet) und werde noch diese Woche zur Tat schreiten!

  15. Wirklich guter Bericht,
    allerdings muss schon gesagt werden, dass das Display nicht selber hochrechnet, und schon gar nicht auf grafisch basierenden Websites. Bei Texten macht das zudem nicht das Apple Display, sondern jedes :-)
    Ich selber bin trotzdem der Meinung, dass Ipad 2 Benutzer auf ein viertes Ipad warten können. Ich hab das erste und das dritte Ipad, und in den meisten Spielen ist der Unterschied nicht so beeindruckend wie in Texten – die man am 1er Ipad heranzoomt und die ich auch am neuen Ipad heranzoome, um entspannter lesen zu können.
    Dieser Umstieg hat sich schon gelohnt, aber doch vor allem wegen des gesamten Leistungszuwachses im vergleich zum ersten Ipad. Sollte recht bald ein neues Modell kommen, frage ich mich aber wirklich, mit was man beeindrucken will. Quad Core wird es sicher einer. Vielleicht dank neuen Lipo-Zellen wieder etwas dünner. Und sonst? Cool wäre ein Tastatur-Dock. Wirds aber wahrscheinlich nicht werden. Also man darf gespannt sein, ob das “newer Ipad” wieder beeindruckt.

  16. Wirklich sehr toller Testbericht !
    Danke, ich glaube ich kauf mir auch das neue iPad, dieser Bericht, hat mir alle Vor und Nachteile gezeigt.

    MfG Dennis

  17. Der Bildschirm des pad 3 ist mit Sicherheit toll.

    Aber was soll der überhebliche Vergleich mit einem schlechten Pentile-Amoled-Display eines Mobiltelefons?
    Der Verdacht drängt sich auf, weil das mit Android betrieben wird.
    Warum nicht über Iphone 4 oder Ipad 2 herziehen, die nur 60% des sRGB-Farbraums abdecken?

    Ausserdem, bei aller Begeisterung, es gibt auch bei der Konkurrenz hochwertige und hochauflösende Tabletdisplays, etwa das Samsung 7.7 mit RGB-Amoled-Display.

  18. Grandios und großartig!

    Da hat jemand zu viele Werbeveranstaltungen von Steve Jobs gesehen!

    Großartig! …oder doch grandios?

  19. Und ganz vergessen: “Beeindruckend!”

    Du solltest dich bei Apple bewerben – als Redenschreiber!

  20. Thiemo Bergner

    @ Hmm:
    das hat nichts mit Android zu tun. Ich besitze sowohl ein iPhone 4S als auch ein Galaxy Nexus. Schaut man sich beide im direkten Vergleich an, sind diese Unterschiede nicht zu übersehen. Ich weise extra darauf hin, dass hier jeder seinen eigenen Geschmack hat. Ich bevorzuge Farbtreue gegenüber zu hoher Sättigung. Ich habe auch zu Testzwecken ein Nokia Lumia 800 hier gehabt, und obwohl ich von Windows Phone 7(.5) sehr angetan bin, war das Display leider enttäuschend. Auch hier wird ein Pentile-Display verbaut. Ich habe eine persönliche Abneigung gegen diese Displays, weil sie für meine Augen einfach nicht gut sind, und ich von dem Schwindel mit der hohen Pixel-Anzahl nichts halte. Das hat nichts mit Android oder sonst etwas zu tun, die Kritik geht hier eindeutig gegen die Hardware und die Hersteller, die in ihren Geräten Bauteile verbauen die nur gut genug sind, anstatt wirklich gut. Würde Apple diese Displays verbauen, wäre meine Kritik deutlich härter ausgefallen, weil ich für den hohen Preis der Geräte auch Bauteile erwarte, die über den Durchschnitt hinausreichende Eigenschaften besitzen.

    Die Abdeckung des sRGB-Farbraum stellt übrigens einen ganz anderen Punkt dar. Nur weil ein Display viele Farben darstellen kann, heißt das nicht zwangsläufig, dass es dies auch gut tut. Es liegt in der Natur der IPS-Panels, Farben gegenüber TN-, OLED-, AMOLED-, etc. Panels sehr realistisch darzustellen. Nachteile sind z.B. der höhere Stromverbrauch, weswegen jeder Hersteller bei verschiedenen Geräten andere Displays verbaut. Für eine korrekte Farbwiedergabe ist – viel mehr als der sRGB-Bereich – der Gamma-Wert sowie der Weißwert wichtig. Professionelle Tests (wie oben verlinkt) bestätigen dem neuen iPad hier hervorragende Eigenschaften. Zudem ist das Display des iPad auch aus verschiedenen Blickwinkeln noch sehr gut lesbar, wo andere Displays bereits farbigen Brei wiedergeben.

    Über das Display des Galaxy Tab 7.7 kann ich nicht urteilen, da ich es noch nicht live gesehen habe. Aufgrund meiner Erfahrungen habe ich aber gegenüber dem verbauten Super-AMOLED-Plus-Display aus oben genannten Gründen einige Vorurteile. Die Auflösung hingegen ist für die Größe in Ordnung, auch wenn die Pixeldichte deutlich hinter der des aktuellen iPad hinterher hängt.

  21. Thiemo Bergner

    Zitat Marek :

    Grandios und großartig!
    Da hat jemand zu viele Werbeveranstaltungen von Steve Jobs gesehen!
    Großartig! …oder doch grandios?

    Hast du Vorschläge für passendere Adjektive?

  22. ICh bin so neidisch! Ich will auch eins :D Aber es müssen Prioritäten gesetzt werden. Erstmal das neue Iphone und dann nen Ipad :D

  23. Hervorragender Bericht!

  24. Finde ich ziemlich interessant, ziemlich gut recherchiert.

  25. Schönes Review!

  26. Cool :D

  27. Ich sehe eigentlich auch fast alles so wie beschrieben. Nur halt bessere Kamera und diktierfunktion sind finde ich keine kaufargumente ,da man die frontkamera eigentlich nie braucht ! Die diktierfunktion braucht man eigentlich auch nicht , vorallem perfekt ist sie auch noch nicht . Den hotspot kann ich nicht beurteilen, da ich mir nur das mit wifi geholt habe ,weil ich mit meinem iPhone einen hotspot machen kann.
    Aber das neue iPad ist schon ein Traum ich empfehle es auf jedenfall weiter ! Aber wenn ihr ein Handy habt das einen hotspot machen kann braucht ihr wahrscheinlich nur wifi , je nach dem Vertrag halt.

  28. Zitat Hmm :

    Der Bildschirm des pad 3 ist mit Sicherheit toll.

    Aber was soll der überhebliche Vergleich mit einem schlechten Pentile-Amoled-Display eines Mobiltelefons?
    Der Verdacht drängt sich auf, weil das mit Android betrieben wird.
    Warum nicht über Iphone 4 oder Ipad 2 herziehen, die nur 60% des sRGB-Farbraums abdecken?

    Ausserdem, bei aller Begeisterung, es gibt auch bei der Konkurrenz hochwertige und hochauflösende Tabletdisplays, etwa das Samsung 7.7 mit RGB-Amoled-Display.

    Ich gucke mir öfter mal die samsungs im Geschäft an , und wenn man die spiele (zb Temple Run) mal vergleicht sieht man , dass das iPhone etwas blass ist (ihab ich auch nur mit dem 4er verglichen) aber trotzdem ist das Bild besser als das vom S3 . Die Farben waren wirklich unrealistisch viel zu satt , einfach komisch halt. Also gut wenn man auf sehr sehr satte Farben ,die herausstechen, aber nichts mit der Wirklichkeit zu tun haben steht , ist das Amoled Display genau das richtige .

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