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UK: „Echte Menschen“ brauchen keine verschlüsselten Messenger

Mittlerweile bieten so ziemlich alle Messenger, die etwas auf sich halten, eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung an, damit niemand mitlesen kann, selbst wenn man den Traffic abgreift. Das ist bekanntermaßen Strafverfolgern und manchen Politikern nicht so genehm und Amber Rudd aus Großbritannien greift jetzt zu harten, verbalen Bandagen. Die Ironie dabei: Im Grunde genommen hat sie nicht einmal unrecht.

„Echte Menschen“

Amber Rudd hat in einem Zeitungsinterview mit The Daily Paragraph gesagt, dass „echte Menschen“ keine Verschlüsselung in Messengern brauchen oder gar wollen. Sie will damit dafür werben, dass die Verschlüsselung soweit aufgeweicht wird, dass Strafverfolger mitlesen können. Damit ist sie auch nicht ganz allein – weltweit gibt es Politiker, die ihre Meinung teilen. Diejenigen argumentieren allzu gerne damit, dass die verschlüsselten Messenger dann auch von Terroristen genutzt werden.

Das perfide daran ist: In ihrer Argumentation hat sie nicht einmal unrecht. Sie stellt die These auf, dass die Nutzer nicht auf WhatsApp zurückgreifen, weil der Messenger so sicher ist. Sondern, weil er einfach zu benutzen ist und Freunde und Familie ihn nutzen. Anwender wünschen sich praktische Features und brauchen die Verschlüsselung eigentlich nicht.

Gerade mit WhatsApp lässt sich gut beweisen, dass ihre These soweit hergeholt nicht einmal ist. In der Vergangenheit ist WhatsApp des Öfteren damit aufgefallen, es mit der Sicherheit nicht so ernst zu nehmen. Spätestens seit Facebook den Dienst gekauft hat, haben zahllose Nutzer damit gedroht, sich dem Messenger abzuwenden, passiert ist das aber nicht.

UK: „Echte Menschen“ brauchen keine verschlüsselten Messenger
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2 Kommentare

  1. „Anwender wünschen sich praktische Features und brauchen die Verschlüsselung eigentlich nicht“
    Ähhh – doch. Ich finde das ist eine ganz schön fahrlässige Aussage. Ich hab kein Interesse daran, das andere mitlesen können was ich schreibe. Weder Polizei, noch Geheimdienste noch der Nerd um die Ecke
    (Bin selbst ein IT-Nerd). Diese Argumentation die viele von diesen Politiker benützen, „wenn sie Ehrlich sind, haben sie ja auch nichts zu verbergen“ oder ähnliches, ist doch Bullshit. Jeder hat was zu verbergen. Ob kriminell oder treuer Bürger. Jeder hat doch was das andere nicht lesen sollen. Selbst wenn es nur die Sexy Fotos sind die mir meine Freundin schickt wenn ich Geschäftlich unterwegs bin (hab gerade welche bekommen, bin ganz happy). Ich kann diese Ignoranz nicht verstehen. Terrorgruppen wie der ISIS benützen doch sowieso kein Whatapp. Die haben mittlerweile ihre eine Kommunikationsinfrastruktur, eigene Handy Apps. Hierbei geht es doch nur darum den normalen Bürger kontrollieren zu können, oder zumindest einfache Kriminelle, aber keine Terroristen. Das ist doch wieder bloß ein Vorwand.
    Heute die Verschlüsselten Messenger, Morgen die Filtermöglichkeiten für Kommentare und Übermorgen???

    Bitte seit nicht so naiv. Nehmt nicht alles Kommentarlos hin. Denkt darüber nach. Trefft eure eigenen Entscheidungen. Wenn sich etwas ungut anfühlt, dann ist es das meistens auch.

  2. Das Problem ist aber auch, wie oben angerissen, dass es vielen Anwendern tatsächlich so geht. Denen ist Verschlüsselung nicht wichtig. WhatsApp war auch schon vor Einführung der Ende-zu-Ende-Verschlüsselung populär. Gleichzeitig gab es Dienste wie Threema, Signal oder Telegram, die schon deutlich länger verschlüsselt sind, aber wesentlich weniger Nutzer haben. Das liegt primär daran, dass der Messenger nur so nützlich ist, wie der Freundeskreis, den man damit erreicht. Das war doch mit ICQ damals dasselbe. Es war nicht der beste Messenger, aber der, der am weitesten verbreitet war. Wollte man nicht für jeden Buddy einen Messenger nutzen, hat man sich eben auf ICQ geeinigt.

    Ich denke natürlich auch, dass das nur ein Vorwand ist und dass die Nutzer die verschlüsselte Kommunikation mehr wertschätzen sollten. Aber gleichzeitig bin ich jetzt nicht in der Position, die Meinung der Mehrheit zu beeinflussen…

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